Fußball: 1. Bundesliga
Hertha BSC: Vom Spitzenclub zum Sorgenkind
Keine Torgefahr, wenig Glück, keine Qualität und kein Geld für Verstärkungen: Das ist Hertha BSC im Herbst 2009. Statt Titelträumen wie vor einem Jahr, haben die Berliner Existenzsorgen.
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Herthas Top-Toschütze dieser Saison Gojko Kacar: Verzweiflung pur.
Die Liga hat einen neuen Spitzenreiter: In Berlin zeigte die Hertha dem Titelverteidiger seine Grenzen auf und gewann das Topspiel mit 2:1.
Das Rezept: Die Berliner setzten konsequent Bayern-Spielmacher Franck Ribery außer Gefecht.
Dadurch kamen die Klinsmänner - hier Bastian Schweinsteiger im Duell mit Rodnei - nie richtig in Tritt.
Damit blieb auch der Münchener Sturm ziemlich blass. Nur Miroslav Klose konnte beim zwischenzeitlichen Ausgleich zeigen, dass er so etwas wie Gefahr versprüht.
Matchwinner war zweifellos Andrej Woronin, der beide Treffer der Berliner markierte. Sein Team steht jetzt unter Druck - jetzt sind die Herthaner die Gejagten.
Im Revier kam es am 20. Spieltag zum "kleinen Derby": Schalke (im Bild Orlando Engelaar) musste beim VfL Bochum ran.
Erst lief es gut für die Knappen: Kevin Kuranyi, Mitte der Woche von Hackern auf der Vereinsseite schon als entlassen gemeldet, traf zur Führung.
Durch einen kuriosen Sonntagsschuss konnte Mimoun Azaouagh kurz vor der Pause ausgleichen.
Und Christoph Dambrowski stocherte die Kugel in der 57. Minute irgendwie über die Linie. Toll für den Abstiegskandidaten, bitterer Rückschlag für die Gelsenkirchener.
Balsam für einen gepeinigten Nationalstürmer: Im Spiel gegen Hannover 96 gelingt dem Stuttgarter Mario Gomez das 0:1.
Doch dabei blieb es längst nicht: Stuttgarts Keeper Jens Lehmann musste insgesamt drei Mal hinter sich greifen. Für Hannover trafen Stajner, Krzynowek und Forssell.
Aber auch Robert Enke kassierte nach Gomez' Tor noch zwei Stück. Einen schenkte ihm Martin Lanig ein.
Den anderen erzielte Thomas Hitzlsperger. Am Ende steht es nach dramatischen Führungswechseln 3:3.
Nach oben ging's für den VfL Wolfsburg durch den Sieg in Frankfurt (im Bild Martin Fenin, l., und Marcel Schäfer).
Der ewige Fluch der Eintracht - immer die frühen Gegentore: Edin Dzeko kann schon nach 9 Minuten einen Kopfball im Gehäuse von Markus Pröll unterbringen.
Gerade Pröll war mächtig engagiert, erhielt von Schiedsrichter Wolfgang Stark hier Gelb.
Und der Keeper musste dann noch einmal hinter sich greifen. Den Handelfmeter von Zvjezdan Misimovic konnte er nicht mehr erreichen. Endergebnis: 0:2.
Gegen Mönchengladbach versuchte Werder Bremen wieder den Anschluss an die oberen Tabellensphären zu bekommen.
Der Versuch muss als gescheitert bezeichnet werden. Die Borussen - vor dem Spieltag Tabellenschlusslicht - hielten anständig dagegen.
Dann dürfen nach 77 Minuten die Werderaner doch noch jubeln.
Claudio Pizarro schoss die Bremer in Front. Doch dabei blieb es nicht: Michael Bradley glich kurz darauf aus.
Noch murksiger das Spiel Köln gegen Karlsruhe. Kein Wunder, dass Köln-Torwart Faryd Mondragon seinem Teamkollegen Geromel einiges mitzuteilen hat.
Sowohl die Kölner als auch die Badener probierten es, doch ...
... das war einfach nichts. Wie heißt es so schön in der Fußball-Kommentatoren-Sprache: Es blieb bei einem leistungsgerechten, torlosen Unentschieden.
Rasanter dagegen das Spiel am Vorabend: Da trat Hoffenheim gegen Leverkusen an.
Dem Aufsteiger wurde schon nach 3 Minuten verdeutlicht, dass es an der Abgebrühtheit noch ein wenig mangelt: Patrick Helmes traf zum 0:1.
Per Foulelfmeter schaffte Sejad Salihovic zwar zwischendurch einmal den Anschluss.
Doch erneut Helmes und Gonzalo Castro sorgten dafür, dass es für Hoffenheim eine echte Packung gab.
Dieses Bild wird Ralf Rangnick sicher versuchen, schnell vergessen zu machen: Hoffenheim geht zuhause gegen Leverkusen baden.
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Egal ob klein oder riesig, alt oder neu: Erst die richtige Atmosphäre ...
... macht aus einem simplen Fußballstadion einen Vereinstempel, ein Freudenhaus der Fans, ein Kultstadion. N24.de stellt Sie Ihnen vor - Spielstätten wie das legendäre Anfield Stadium.
Der Inbegriff des Fußballstadions: Gänsehaut pur, von der 1. bis zur 90. Minute. Pausenlose Anfeuerung der heimischen "Reds" und der Fußballsong überhaupt "You'll never walk alone" - da wird selbst Oma Kasulke zum Liverpool-, ähm Fußballfan.
Ein weiteres Stadion mit Kultcharakter steht ebenfalls auf der Insel. Das Old Trafford in Manchester. Mehr als 76.000 Fans passen auf die Ränge, die ausschließlich mit Sitzschalen bestückt sind. Bald sollen es 95.000 sein, damit auch ...
... der Nachwuchs-"Red Devil" seinen Platz findet.
Das Arsenal Stadium in London ist eigentlich ...
... nur als "Highbury" bekannt. Arsenal London spielte hier. Sein kleines Spielfeld (100×67 Meter) war eine Besonderheit. Es fasste 38.500 Zuschauer und verfügte nur über Sitzplätze. Als es zu klein für den ...
... ständigen Champions-League-Teilnehmer Arsenal wurde, entstand das Emirates Stadium. Knapp 60.000 Fans passen rein, es ist nach Wembley und Old Trafford die drittgrößte Arena in England. Aber den Kultstatus des Highbury, dem Nick Hornby ...
... mit "Fever Pitch" gewissermaßen ein Denkmal gesetzt hat, muss es sich erst erarbeiten. Arsene Wenger, Arsenal-Übertrainer, wird dabei helfen. Beim Bau des Emirates beteiligte er sich aber nicht. Das ist in Deutschland schon anders: ...
... Da packen Fans, Trainer und Vorstand schon mal handwerklich mit an, wenn das Geld nicht so locker sitzt. Beispiel gefällig? 1. FC Union Berlin. Die Spielstätte der "Eisernen", die "Alte Försterei", 1920 eingeweiht, musste modernisiert ...
... werden. Um Geld zu sparen, griffen rund 2.000 Unioner zu Maurerkelle und Schweißgerät und zauberten die "AF" zu einem ...
... modernen Schmuckkästchen. Von den derzeit knapp 20.000 Plätzen sind etwa 17.500 zum Stehen gedacht. Das sorgt für die nötige Stimmung. Die komplette Überdachung sorgt dafür, dass die Fans im Trockenen stehen und sich voll und ganz ...
... auf die Unterstützung ihres Teams konzentrieren können - und das in einem "wunderschönen, liebevoll sanierten Altbau in bester Lage". Und niemals vergessen ...
... "Eisern Union!".
Union Berlin wird oft als "St. Pauli" des Ostens bezeichnet, eine Fanfreundschaft existiert auch. Kein Wunder bei der einzigartigen Stimmung am "Millerntor".
Die "Stadion-Perle" fasst derzeit etwa 23.000 Zuschauer. Die Mischung macht's: Da steht der Lude neben dem Beamten. Da sitzt die Rentnerin neben einem Türsteher und der Kiffer neben dem Großbürgerlichen aus gutem Haus. Aber spätestens wenn AC/DCs ...
... "Hells Bells" erklingt und die Pauli-Mannschaft ins Stadion einläuft, vereint sie alle die kollegiale Gänsehaut. Bleibt nur zu hoffen, dass ...
... das "neue" Millerntor - das Stadion wird seit 2006 erweitert - auch eine Stimmungskanone bleibt.
In Aachen müssen sich die lautstarken Fans der Alemannia gar an ein völlig neues Wohnzimmer gewöhnen. Der altbekannte Tivoli ist nicht mehr. Mit einem Sieg gegen Werder Bremen wurde er gewissermaßen zu Grabe getragen.
Eng, voll, nah am Spielfeld: Da werden die Fans zum wichtigen "12. Mann". Unvergessen: Die "Streichholzparade" - wenn bei Abendspielen das Flutlicht kurz ausgeschaltet wurde und ...
... angezündete Streichhölzer und Feuerzeug-Flammen die Fußballarena in ein Lichtermeer verwandelten. Tja, die Aachener Fans wissen, worauf es ankommt. Jetzt wird umgezogen - in ...
... den "neuen" Tivoli. Seit Mitte 2008 entsteht die neue Heimstätte unweit des "alten" Tivoli und soll ...
... mit Beginn der Saison 2009/2010 die neue Heimat von Alemannia Aachen werden. Für Groundhopper ein Muss!
Groundhopper sollten aber auch einen Abstecher nach Dortmund machen. Dort steht quasi der "Tempel des BVB-Kults".
Früher Westfalenstadion, hört das größte Stadion Deutschlands, in dem etwas mehr als 80.000 Fans Platz haben, heute auf den Namen Signal-Iduna-Park. Aber was soll's: Die "gelbe Wand", eine Stehplatz-Tribüne mit 24.454 Plätzen, sucht in Europa ...
... ihresgleichen. 24.454 Fans, die ununterbrochen ihre Mannschaft zum Sieg schreien wollen - vor allem wenn es gegen den Lieblingsggener Schalke 04 geht.
Da ist Stimmung in der Bude bei Deutschlands heißestem Derby. Dann lernen selbst ...
... die Kleinsten: "Schalke schlagen is dat schönste uffe Welt!.
Die "Königsblauen" sehen das natürlich anders. Aber auch Schalke 04 besitzt ein echtes Schmuckstück für seine Heimspiele.
Die Arena "AufSchalke" ist allerdings kein reines Fußballstadion, sondern eine Mehrzweck-Arena. Da wird auch schon mal Biathlon betrieben oder geboxt. Die Stimmung in der knapp 61.000 Zuschauer fassenden "Turnhalle" (das Dach und der Rasen sind ...
... fahrbar) kann sich dennoch problemlos mit der in Dortmund messen. Das mittlerweile "Veltins-Arena" heißende Stadion wurde 2001 nach knapp dreijähriger Bauzeit fertiggestellt und ersetzte damit ...
... das Parkstadion als Heimspielort des FC Schalke 04. Die "Schaaalke, Schaaalke"-Rufe sind seitdem noch etwas lauter geworden.
Etwas kleiner, aber nichtsdestotrotz ein Kultstadion: Die Bielefelder Alm.
Zwar sind von 27.300 Plätzen knapp 20.000 Sitzplätze, der Stimmung tut das aber keinen Abbruch - vor allem wenn der Gegner VfL Bochum heißt, geht es in der ...
... seit 2004 heißenden Schüco-Arena heiß her. Seit Mitte der 90er gibt es eine, mal mehr mal weniger gesunde, Rivalität. Die Bochumer indes ...
... waren lange stolz, dass ihr Ruhrstadion einfach Ruhrstadion hieß. Mittlerweile firmiert es unter Rewirpower-Stadion, was der Stimmung in dem kleinen und kompakten, aber mit steilen Rängen versehenen Viereck keinen Abbruch tut. Wenn mal nichts ...
... los sein sollte, steht der VfL wohl im gesicherten Mittelfeld der Tabelle. Aber sonst gilt: Abstiegskampf (oder Aufstiegskampf) und dazu am besten noch Flutlicht, garniert mit einer Currywurst und heimischem Bier und fertig ist der Kultstadion-Besuch!
Fußballkult direkt, ohne Schnickschnack, ohne Show? Ab ins Georg-Melches-Stadion an der Hafenstraße in Essen! Spielstätte des Viertligisten Rot-Weiss Essen. 18.500 Stehplätze bei einem 22.500er Fassungsvermögen hätten eine höhere Spielklasse verdient.
Borussia Mönchengladbach hatte lange Zeit den "Bökelberg". Eine Institution. Mehr Tradition in der Bundesliga ging fast nicht: Deutsche Meisterschaften wurden hier gefeiert, ebenso wie die Frisur von Günther Netzer.
Aber auch für die Borussen-Fans hieß es irgendwann Abschied nehmen von ihrer guten Stube. Am 22. Mai 2004 fand das letzte Bundesligaspiel dort statt. Borussia besiegte dabei den TSV 1860 München mit 3:1. Das letzte Tor erzielte Arie van Lent.
Danach wurde das Bökelbergstadion abgerissen. Die "Fohlen" mussten umziehen und spielen heute im Borussia-Park. Das Stadion - 2004 eröffnet, Fassungsvermögen über 54.000 Zuschauer - bietet immerhin ...
... mehr als 16.000 Stehplätze.
Was den Gladbachern ihr "Bökelberg" war den Frankfurtern ihr "Waldstadion". Es war nicht perfekt, weil nicht ganz wasserdicht, aber man konnte dort Fußball leben und Stars wie Lajos Detari, Uwe Bein, Tony Yeboah oder Jay-Jay Okocha bewundern. Doch ...
... dann kam die Fußball-WM 2006 und ein neues Stadion, eine Arena mit Dach sollte her. Heute heißt das Waldstadion ...
... Commerzbank-Arena, hat ...
... ein bewegliches Dach, und ist immer ...
... noch nicht perfekt, will heißen wasserdicht. Beim Confed-Cup 2005 hielt das Dach den Regenmassen nicht ganz stand. Doch irgendwie sympathisch, oder? Eines hat sich auch mit der neuen Arena nicht geändert: Die Fans ...
... der Eintracht sind die lautesten und einfallsreichsten der Liga, ihr Ruf ist weithin legendär. Das ...
... weiß man auch auf dem "Bieberer Berg", wo die Offenbacher Kickers spielen. Quasi das Schalke 04 von Eintracht Frankfurt. Das Stadion ist noch ein Stadion. Egal ob man sitzt oder steht: Man hat das Gefühl, die Tribünen vibrieren, wenn der OFC gewinnt.
Einst war der "Berg" für seine bengalischen Feuer berühmt. Die sind mittlerweile in allen deutschen Stadien verboten. Dennoch: Hier kann man Fußballtradition noch riechen und schmecken.
Kein Wunder, dass der damalige Fußball-Weltmeister Brasilien vor der WM 2006 sein einziges öffentliches Training im Stadion am Bieberer Berg hatte. Wer dabei war, wird's nie vergessen!
Für das 1921 erbaute Stadion und für die Fans bleibt nur zu hoffen, dass der OFC auch bald wieder höher als in der 3. Liga spielt.
Hier schnürte Fritz Walter schon seine Töppen: Wer sich nach Kaiserslautern aufmacht, den Betzenberg hinauf zum Fritz-Walter-Stadion, weiß, was es heißt, ...
... ein "Roter Teufel", ein Lautern-Fan zu sein. Hier schlägt das "Herz der Pfalz".
Kaiserslautern hat knapp 100.000 Einwohner. Da scheint ein Stadion mit 48.500 Plätzen etwas überdimensioniert, fast größenwahnsinnig. Aber in der Pfalz bedeutet Heimatverbundenheit eben noch etwas.
Selbst in der 2. Liga, in der der 1. FC Kaiserslautern derzeit spielt, kommen rund 34.000 Zuschauer im Schnitt - europaweit einzigartig.
Und wehe, wenn sie losgelassen!
In der Millionenstadt Hamburg darf das Stadion mit 57.000 Plätzen noch etwas größer ausfallen.
Wer in der obersten Reihe der Arena Platz nimmt, sollte ein Fernglas mitnehmen. Dann lassen sich hervorragend Taktik und Spielweisen der Teams analysieren.
Die Fans sind, ganz untypisch für Norddeutsche, gar nicht unterkühlt. 10.000 Stehplätze sorgen dafür, dass auf den Rängen die Lutzi abgeht. Ein Ausbau auf 61.000 Plätze beginnt zum Jahreswechsel. Fehlt eigentlich nur noch der FC St. Pauli als Gegner.
Das "Grünwalder Stadion", eigentlich Städtisches Stadion an der Grünwalder Straße, gehört zu 1860 München wie der Alkohol zum Stadionbier. Hier feierten die "Löwen" einst ihre Fußballfeste und immerhin eine Meisterschaft (1966).
Heute spielt nur noch die 2. Mannschaft der "Löwen" an der Grünwalder Straße.
Die analoge Anzeigetafel erinnert an die guten alten Zeiten.
Kein Wunder, dass die Fans ihrem "Sechz'ger-Stadion" nachtrauern. Heutzutage ...
... müssen sich die "Blauen" mit den ungeliebten "Roten", dem FC Bayern München, ein Stadion teilen. Wobei Stadion eigentlich der falsche Ausdruck ist: Die Allianz-Arena ist zwar riesig (69.901 Plätze machen sie zur Nr. 3 in Deutschland), Stimmung ...
... kommt in dem "Schlauchboot" oder "Autoreifen" genannten Rund aber nur auf, wenn die "Großkopferten" Bayern gegen noch "Großkopfertere" spielen, wie den AC Mailand, Manchester United oder den FC Barcelona.
Kein Wunder, dass Ex-Manager Uli Hoeneß etwas neidisch nach Barcelona schaut.
Dort steht das Camp Nou, Heimstätte des aktuellen Champions-League-Siegers. Das Stadion gilt als eines der stimmungsvollsten Europas. Mit einstmals 120.000 Zuschauern und derzeit knapp 98.000 ist es das größte Stadion Europas und schon allein ...
... deshalb Kult. Nach einem Umbau durch den Stararchitekten Norman Foster sollen weitere 10.000 Plätze hinzukommen.
Bleibt nur noch das Maracana-Stadion in Rio de Janeiro. Zur Fußball-WM 1950 gebaut, sollen damals 200.000 Menschen das Gruppenspel Brasilien-Uruguay gesehen haben. Heute fasst es 96.000 Zuschauer und ist WM-Stadion 2014.
Dafür wird es mondernisiert und bleibt zwei Jahre für den regulären Spielbetrieb geschlossen. Eine bittere Pille für Groundhopper.
Beim Bundesliga-Schlusslicht Hertha BSC wächst die Angst vor dem Absturz in die 2. Bundesliga. Der schlechteste Saisonstart der Clubhistorie mit zuletzt zehn sieglosen Spielen sorgt für Ratlosigkeit. Friedhelm Funkel flüchtete sich nach dem 0:2 (0:0) bei Borussia Dortmund in Durchhalteparolen: "Bei uns ist die Stimmung nicht so schlecht wie der Tabellenplatz." Doch selbst der Trainerwechsel verhalf bisher nicht zu einer Trendwende. Unter Funkels Regie verbuchten die Berliner in vier Spielen nur einen Zähler und 1:8-Tore. "Gegen Köln müssen wir dringend punkten", forderte Geschäftsführer Michael Preetz mit Blick auf die richtungsweisende Partie am kommenden Spieltag.
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Die Sorgen vor dem Absturz sind berechtigt. Schließlich ist der Abstand zum rettenden Ufer nach nur einem Saisondrittel bedrohlich angewachsen. Die Europa-League-Partie am Donnerstag beim SC Heerenveen wird angesichts der prekären Lage eher als störende Zusatzbelastung empfunden. Gleichwohl hofft Funkel auf einen ermutigenden Auftritt. Ähnlich wie der Coach glaubt Clubpräsident Werner Gegenbauer noch immer fest an den Klassenerhalt. "Ich habe keinen Zweifel, dass unabhängig von der derzeitigen sportlichen Situation gute Arbeit gemacht wird. Ich bin überzeugt davon, dass Michael Preetz, Trainer Friedhelm Funkel und die Mannschaft den Rückstand wett machen", sagte er der "Welt am Sonntag".
"Wir haben zuwenig Qualität" Doch von der Euphorie des Frühlings, als die Hertha zwischenzeitlich sogar vom Titel träumen konnte, ist nichts geblieben. Vor allem das einfallslose Angriffsspiel bereitet Kopfzerbrechen: Seit nunmehr 351 Minuten ist das Team in der Bundesliga ohne Torerfolg. "Wir haben zu wenig Qualität nach vorn, uns fehlt die Durchschlagskraft", klagte Funkel. Die Fortschritte in der Defensivarbeit, die sowohl beim 0:0 gegen Wolfsburg am vergangenen Spieltag als auch in Dortmund zu erkennen waren, machen sich deshalb kaum bezahlt.
Es passt ins Bild von einem Abstiegskandidaten, dass auch das Glück der vorigen Saison aufgebraucht zu sein scheint. Ein umstrittener Elfmeterpfiff leitete die Niederlage beim BVB ein: Nuri Sahin (70.) nutzte die Chance zur Dortmunder Führung, Lukas Barrios (90.+1) sorgte in der Nachspielzeit mit einem sehenswerten Schuss für den Endstand. "Die hätten ohne den unberechtigten Elfmeter nie im Leben ein Tor gemacht", schimpfte Preetz. Zudem traf Lukasz Piszczek (74.) nur die Latte. Zukäufe in der Winterpause könnten helfen, die Misere zu lindern. Bis dahin will Funkel den Schaden in Grenzen halten: "Wir müssen uns eine gute Ausgangsposition verschaffen, die es uns ermöglicht, in der Rückrunde die Klasse zu halten."
Anders als die Berliner hatten die Dortmunder Grund zur Freude. Von einer Rehabilitierung für die peinliche Pokalschlappe drei Tage zuvor beim Drittligisten Osnabrück konnte jedoch nur bedingt die Rede sein. Noch in der Halbzeit quittierten viele Fans den bis dahin dürftigen Auftritt mit Pfiffen. Erst die späten Treffer sorgten für versöhnliche Stimmung. Immerhin gewann die Borussia aus den vergangenen vier Bundesliga-Spielen zehn Punkte. "Damit haben wir Wiedergutmachung Teil 1 geschafft", befand Jürgen Klopp. Doch damit will sich der BVB-Coach nicht zufriedengeben: "Ich hoffe, dass wir im weiteren Saisonverlauf noch viel positive Dinge erleben, damit wir nicht mehr über Osnabrück reden müssen."
(dpa, N24)
31.10.2009 13:49 Uhr
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