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Formel 1: Saisonfinale

Hamilton holt Pole vor Vettel

Lewis Hamilton hat sich zur Formel-1-Premiere in Abu Dhabi die Pole Position gesichert. Der McLaren-Mercedes-Pilot verwies im spannenden Qualifying Sebastian Vettel im Red Bull auf Platz zwei.

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Hamilton verwies im McLaren-Mercedes mit dem riesigen Vorsprung von fast 0,7 Sekunden den deutschen Hoffnungsträger Sebastian Vettel im Red Bull auf Platz zwei.
Lewis Hamilton ist der Formel-1-Weltmeister der Saison 2008. Der Brite setzte sich in seinem zweiten Jahr in der Königsklasse des Motorsports gegen den Brasilianer Felipe Massa durch und erfüllte sich damit einen Kindheitstraum.
1985 wurde Hamilton in der englischen Stadt Stevenage geboren. Mit dem Motorsport begann er im Jahr 1993 im Alter von acht Jahren im Kartsport. Davor war er bereits begeisterter Fahrer ferngesteuerter Autos.
Als Zehnjähriger begegnete Hamilton McLaren-Teamchef Ron Dennis und kündigte ihm an, eines Tages für sein Team zu fahren und den Weltmeistertitel zu holen.
Nach zahlreichen Erfolgen im Kartsport stieg der Brite 2001 in die Herstellerserie Formel Renault auf und erlangte dort in seinem zweiten Jahr den Meistertitel.
2004 startete er für Manor Motorsport in der Formel 3 Euro Serie. Auch hier gelangen ihm bereits in seinem zweiten Jahr der Titelgewinn und der erneute Aufstieg.
In der Formel-1-Nachwuchsserie GP2 fuhr Hamilton 2006 auf Anhieb zum Meistertitel. Er verwies den Brasilianer Nelson Piquet auf Platz Zwei und machte so im Motorsport erneut auf sich aufmerksam.
Im November 2006, zehn Jahre nach seiner Begegnung mit Ron Dennis hatte Hamilton sein Ziel teilweise erreicht. McLaren-Mercedes nahm den erfolgreichen Nachwuchsfahrer ins Team auf.
Den Titelgewinn hatte der erste schwarze Rennfahrer der Formel 1 bereits im Blick. Bei seinem ersten Formel-1-Rennen fuhr Hamilton im März 2007 in Australien gleich auf den dritten Platz, nach Kimi Räikkönen und seinem Teamkollegen Fernando Alonso.
Auch in den folgenden Rennen kam der Brite auf das Siegertreppchen und wurde so in der Saison 2007 zum erfolgreichsten Jungfahrer der Formel-1-Geschichte.
Mit seinem Erfolg beim Grand-Prix von Kanada setzte sich Hamilton sogar an die Spitze der Fahrertabelle. Sein Erfolg sorgte jedoch dafür, dass aus den Teamkollegen Alonso und Hamilton zunehmend Rivalen wurden.
Der Saisonabschluss in Brasilien wurde zum Herzschlagfinale. Sowohl Hamilton, als auch sein Teamkollege Alonso und Räikkönen hatten Titelchancen. Hamilton wurde Siebter und, nach Räikkönen, Vizeweltmeister.
Sein überragender Erfolg im Jahr 2007 sicherte dem Briten einen McLaren-Vertrag bis 2012. Alonso wechselte zu Renault. Für ihn kam Heikki Kovalainen als zweiter Fahrer zu McLaren – von Renault.
In die Formel-1-Saison 2008 startete Hamilton mit einem Sieg in Australien und galt sofort als aussichtsreicher Titelanwärter. In Malaysia (5.) und Bahrain (13.) fehlte ihm dann jedoch das nötige Glück.
Bis auf wenige Ausnahmen (Kanada: ausgeschieden, Frankreich: 10., Ungarn: 5. Belgien: 7., China: 12.) schaffte es Hamilton fortan stets aufs Siegerpodest. Dicht auf den Versen blieb ihm stets Ferrari-Pilot Felipe Massa.
Mit diesem kämpfte Hamilton beim Endkampf in Brasilien schließlich auch um den WM-Titel. Der Brite musste mindestens den fünften Platz erlangen, um den Titel zu gewinnen. Und genau das gelang ihm auch.
Hamilton überfuhr als Fünfter die Ziellinie im "Autodromo José Carlos Pace". Obwohl Konkurrent Felipe Massa das Rennen gewann, reichten dem in der zweiten Reihe gestarteten Lewis Hamilton die Punkte für den Titelgewinn.
Der Titelgewinn des McLaren-Pilots war allgemein erwartet worden. Dennoch konnte der 23-Jährige sein Glück zunächst kaum fassen.
Der Brite Lewis Hamilton ist Formel-1-Weltmeister 2008, der Jüngste den es in der Geschichte der Formel 1 je gab.
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Nun also doch: BMW zieht sich aus der Königsklasse des Motorsports, der Formel 1, zurück. Nach dieser Saison ist Schluss für den bayerischen Autohersteller, der sein Motorsportengagement "neu ausrichten" will.
"Premium wird immer stärker auch über Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit definiert. Wir wollen hier eine Vorbildrolle einnehmen", sagte BMW-Chef Norbert Reithofer zur Begründung. Die freiwerdenden Ressourcen sollen nun in die Entwicklung ...
... von Antriebstechnologien sowie in "Projekte im Bereich Nachhaltigkeit fließen". Damit endet eine Ära: BMW war seit den 80er Jahren in der Formel 1 vertreten - von 1982 bis 1987 als Motorenlieferant von Brabham, Arrows und Benetton. Nelson ...
... Piquet gewann 1983 mit einem Turbo-Motor aus dem Haus BMW ausgestatteten Boliden den Fahrer-WM-Titel. 2000 kehrte BMW als Motorenlieferant von Williams in die Formel 1 zurück und feierte mit den Briten insgesamt zehn Siege.
2005 kaufte BMW das Schweizer Sauber-Team und war ab 2006 als eigenständiges Team BMW-Sauber in der Formel 1 unterwegs. Allerdings gelang nur ein einziger Grand-Prix-Sieg. 2008 gelang Platz 3 der Konstrukteurs-WM - auch dank Nick Heidfeld. Was nun ...
... aus Heidfeld und seinem Teamkollegen Robert Kubica wird, ist noch völlig offen. Der BMW-Ausstieg kommt zudem zu einem unglücklichen Zeitpunkt. Erst kürzlich hatten mehrere Teams mit dem Ausstieg und der Gründung einer eigenen Rennserie gedroht.
Lange Zeit sah es so aus, als würde nur noch ein Haufen Scherben von der Königsklasse des Rennsports übrigbleiben. Doch wie kam es ...
... zu diesem Crash? Die Steithähne sind FIA und FOTA. Die FIA (Fédération Internationale de l'Automobile) ist der Dachverband des internationalen Motorsports, 219 nationale Organisationen aus 130 Ländern sind darin vereint.
Ihr Präsident ist Max Mosley. Aufgabe der FIA ist es, für die unterschiedlichen Motorsport-Klassen das Reglement zu erstellen. Für die Formel 1 genauso ...
... wie für die Rallye-WM oder die Tourenwagen-Weltmeisterschaft. Gegründet wurde die FIA 1904, Hauptsitz ist Paris.
Gegenspieler ist die FOTA (Formula One Teams Association), ein Zusammenschluss der acht Formel-1-Rennställe Ferrari, McLaren-Mercedes, BMW-Sauber, Brawn GP, Toyota, Red Bull, Toro Rosso und Renault.
Präsident der FOTA ist Ferrari-Chef Luca di Montezemolo. Die Teamvereinigung gründete sich im September 2008 in Monza.
Ihr Ziel ist es, den Teams Mitsprache bei Regeländerungen, bei der Vermarktung der Rennserie und bei der Verteilung der Einnahmen zu ermöglichen.
Ursprünglich gehörten auch Williams (im Bild) und Force India zu den FOTA-Mitgliedern, da sie mit den Plänen der FIA aber konform gingen, wurden sie ausgeschlossen.
Knackpunkt des Streits sind zwei wesentliche Änderungen im Formel-1-Reglement. Zum einen eine freiwillige Budgetobergrenze für die neue Saison: Die Teams sollen gezwungen werden, …
… nicht mehr als rund 45 Millionen Euro pro Saison auszugeben. Das ausufernde finanzielle Wettrüsten in der Formel 1 sollte nach FIA-Willen damit unterbunden werden.
Zum anderen soll der Weltmeister - ursprünglich schon in dieser Saison - anhand der Anzal der Siege ermittelt werden, und nicht wie bisher nach Punkten. Diese Regeländerung wurde nach diversen Protesten auf 2010 verschoben.
Gegen diese geplanten Maßnahmen protestierte die FOTA erstmals im März 2009. Die Änderungen seien "schlecht für die Glaubwürdigkeit" der Königsklasse, wetterte Montezemolo. Im Mai drohte dann Ferrari ...
... erstmals mit dem Rückzug aus der Formel 1. Auch Red Bull/Torro Rosso hatte das bereits angekündigt, Renault schloss sich an.
Auch gerichtlich versuchte Ferrari gegen die Regelreform vorzugehen. Ein Pariser Gericht weist den Antrag auf eine einstweilige Verfügung allerdings ab.
Es kommt zu diversen Krisengipfeln, die ohne konkrete Einigung enden. Die FOTA-Rennställe beharren auf ihrer Position, nur mit den bislang gültigen Regeln in der kommenden Saion an den Start gehen zu wollen. Immer öfter ...
... steht die Drohung der FOTA-Teams, sich in eine eigene "Piratenserie" abspalten zu wollen, im Raum.
Am 12 Juni 2009 gibt die FIA die Startliste für die neue Saison bekannt. Alle Rebellenteams sind darauf vertreten. Einige unter Vorbehalt - sie sollen noch einmal zu Gesprächen gebeten werden.
Ferrari, Red Bull und Toro Rosso tauchen allerdings gegen ihren Willen auf der Startliste auf. Die Scuderia betont, dass sie das nicht akzeptieren wird.
Die FIA echauffiert sich darüber und greift Ferrari scharf an: "Es gibt eindeutig ein Element in der FOTA, das entschlossen ist, jegliche Einigung zu verhindern, ohne Rücksicht auf den Schaden, den dies auf den Sport haben könnte", ...
... heißt es in einer Mitteilung. Ein Ende der Auseinandersetzung ist nicht in Sicht, obwohl es weitere Treffen und Briefwechsel zwischen den Streithähnen gibt. Die FOTA reicht eigene Vorschläge zur Kostenreduzierung ein, doch ...
.. diese werden von der FIA abgebügelt. Es kommt vor dem Großen Preis von Silverstone zum finalen Treffen, das wiederum ergebnislos endet. Der FOTA reicht's, sie zieht die Konsequenzen und ...
... kündigt am 19. Juni an, die Formel 1 zu verlassen. BMW-Sauber, Brawn, Ferrari, McLaren-Mercedes, Red Bull, Renault, Toro Rosso und Toyota wollen ihre eigene Rennserie gründen.
Damit wäre die Königsklasse ausgerechnet am Ort des ersten Formel-1-Rennens, das am 13. Mai 1950 in Silverstone stattfand, auseinandergebrochen.
Auch die Fahrer hatten vom Dauerclinch gehörig die Nase voll. BMW-Pilot Nick Heidfeld sagte dazu: “Ich habe langsam das Gefühl, dass es der Formel 1 wirklich schadet...
... Es dauert einfach zu lange. Im Moment fängt es an, den Leuten auf den Geist zu gehen, die sich nicht sonderlich stark für die Formel 1 interessieren.“
Am 24 Juni dann doch die Rettung: Mosley und die Teams einigen sich auf eine Kostenreduzierung. Der Brite tritt zudem nicht mehr zur Wiederwahl an. "Nun haben wir Frieden", sagte er.
Damit geht der unsäglich lange Streit zu Ende - nun kann der Sport wieder im Vordergrund stehen.

Ex-Weltmeister Lewis Hamilton hat im McLaren- Mercedes Sebastian Vettel die Pole Position für den letzten Saisonlauf der Formel 1 entrissen. Doch trotz der scheinbaren Übermacht des Silberpfeils bei der Premiere auf dem spektakulären Yas Marina Circuit stehen Vettels Chancen bestens, Platz zwei in der Gesamtwertung beim Großen Preis von Abu Dhabi zu verteidigen. Verfolger Rubens Barrichello, der zwei Punkte weniger auf dem Konto hat, kam im Brawn-Mercedes nicht über Rang vier hinaus.

"Der Abstand ist eine Wucht"

Teamkollege und Weltmeister Jenson Button wurde bei der Flutlicht-Qualifikation Fünfter. "Das war das Maximum, das wir rausholen konnten", meinte Vettel, der sich Hamilton allerdings um satte 0,677 Sekunden im dritten und entscheidenden Zeitabschnitt geschlagen geben musste. "Der Abstand ist eine Wucht", betonte der Heppenheimer Red-Bull-Pilot verwundert. Sein Teamkollege Mark Webber fuhr auf Rang drei. "Ich denke, wir sind um einiges schwerer. Uns fehlt ein bisschen der Schwung auf der Gerade", erklärte Vettel.

Mit 1173 Metern ist der Abschnitt auf dem neuen Kurs die längste Gerade im Formel-1-Kalender. "Wir gehen konservativ ran", erklärte Teamchef Christian Horner. Während die Silberpfeile mit dem Energierückgewinnungssystem KERS ausgestattet sind, fehlen den Red Bulls die 82 Zusatz-PS für 6,6 Sekunden pro Runde. Auf dem Vollgas- Abschnitt ein nicht wettzumachender Nachteil. Vettels deutsche Kollegen konnten mit der letzten Qualifikation des Jahres mehr oder weniger zufrieden sein.

Heidfeld auf Platz acht

Auf Platz acht kam der Mönchengladbacher Nick Heidfeld beim letzten Grand-Prix-Auftritt seines Rennstalls BMW-Sauber. Neunter wurde Nico Rosberg im Williams. Adrian Sutil war bereits im ersten Zeitabschnitt ausgeschieden. Der Force-India-Pilot belegte nur den 18. Rang. Das Maß der Dinge auf dem 5,554 Kilometer langen Kurs, den die Piloten im Rennen 55 Mal umrunden müssen, war Hamilton. "Das war eine ziemlich saubere Runde", stellte der 24-Jährige fest. Schon am Freitagmittag und am Samstag im Training vor der Qualifikation hatte er die Bestzeit erzielt. Für den Titelträger von 2008 ist es die 17. Pole insgesamt, die vierte in dieser Meisterschaft.

"Was für eine super Runde von Lewis"

Da geriet Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug regelrecht ins Schwärmen. "Was für eine super Runde von Lewis auf dieser einmaligen Strecke", meinte er und lobte die Steigerung des Teams in der zweiten Saisonhälfte. Ein Kompliment machte er aber auch Vettel. "Der Junge hat Nerven wie Drahtseile, nachdem es am Anfang nicht so gut aussah." Mehr oder weniger gut sah es bei den weiteren Deutschen aus. Während Timo Glock nach seinem Japan-Unfall am 3. Oktober nur als Zuschauer das um 17.00 Uhr Ortszeit bei einsetzender Dämmerung gestartete Qualifying verfolgte, schafften es Heidfeld und Rosberg immerhin unter die Top Ten. "Das war das Maximum. Ich denke, dass ich schwerer bin als einige andere", meinte Heidfeld.

Alonso nur auf Rang 16

Nicht mal unter die besten Zehn schafften es dagegen zwei ehemalige Weltmeister. Der zweimalige Titelträger Fernando Alonso kam seinem letzten Rennwochenende für Renault nicht über Platz 16 hinaus. Kimi Räikkönen, dessen Platz Alonso bei Ferrari vom kommenden Jahr an übernehmen wird, verpasste als Elfter ebenfalls die Top Ten. Und das alles vor den Augen von Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo. Da hatte Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche, der ebenfalls zum Finale der Formel 1 gereist ist, in der McLaren-Mercedes-Box doch deutlich mehr Grund zur Freude.

(dpa, sid, N24)

31.10.2009 16:00 Uhr

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