Größte Pleite seit Lehman

Mittelstandsbank CIT ist insolvent

Die US-Mittelstandsbank CIT hat Insolvenz angemeldet. Mit dem geordneten Verfahren will das Unternehmen milliardenschwere Schulden loswerden und dann einen Neustart versuchen.

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Dem Vermögen von CIT in Höhe von rund 71 Milliarden Dollar stehen Schulden in Höhe von etwa 65 Milliarden Dollar gegenüber.

Gut ein Jahr nach dem Zusammenbruch der Lehman-Bank hat der seit längerem angeschlagene US-Mittelstandsfinanzierer CIT die fünftgrößte Pleite in der US-Geschichte hingelegt. Das Institut musste am Sonntag Insolvenz anmelden. Seit Monaten versuchte das New Yorker Unternehmen, mit Umstrukturierung und Schuldenabbau den Konkurs abzuwenden. Nun will sich die Bank unter dem Schutz des amerikanischen Insolvenzrechts neu organisieren und die Schuldenlast um zehn Milliarden Dollar drücken. Die Gläubiger haben dem Plan zugestimmt.

CIT betonte, nur die Holding sei von der Insolvenz betroffen. Die Geschäfte, hauptsächlich die Finanzierung Hunderttausender kleiner und mittelständischer Firmen in den USA, liefen weiter. Der Reorganisationsplan erlaube es, weiter "für die Finanzierung unserer kleinen und mittleren Firmenkunden zu sorgen, zwei Bereiche von lebenswichtiger Bedeutung für die US-Wirtschaft", sagte CIT-Chef Jeffrey M. Peek. Das Geschäft von CIT in Deutschland mit rund 35 Mitarbeitern ist nach Angaben von Geschäftsführer Christian Bernhard nicht betroffen. Es handelt sich um die fünftgrößte Unternehmenspleite in der US-Geschichte - nach Lehman Brothers, Washington Mutual, WorldCom und General Motors und noch vor Enron. Nach Angaben der Bank stehen Werten von 71 Milliarden Dollar Schulden von 64,9 Milliarden Dollar gegenüber.

Umschuldung ist gescheitert

CIT steckt bereits seit Mitte 2007 in Schwierigkeiten. Die Bank war stark in den sogenannten Subprime-Krediten engagiert, Hypothekendarlehen an eigentlich nicht kreditwürdige Kunden. Mit der Insolvenz von CIT verlieren alle bisherigen Anteilseigner ihr Geld. Auch den amerikanischen Steuerzahler dürfte das Insolvenzverfahren teuer zu stehen kommen. Die US-Regierung hatte CIT im vergangenen Jahr mit 2,3 Milliarden Dollar gestützt. Im Juli lehnte es die Regierung dann ab, der strauchelnden Bank mit einen Notkredit erneut zu Hilfe zu kommen. Schon zu diesem Zeitpunkt hielten Analysten eine Insolvenz für nahezu unausweichlich.

In der vergangenen Woche hatte CIT noch einen Kredit über 4,5 Milliarden Dollar von seinen Anleihegläubigern erhalten. Zudem hatte das Finanzhaus Berichten zufolge Zahlungserleichterungen mit der Großbank Goldman Sachs sowie eine Kreditlinie von einer Milliarde Dollar mit dem Investment-Milliardär und Anleihebesitzer Carl Icahn ausgehandelt. Es gelang CIT dennoch nicht, eine Umschuldung mit seinen Anleihegläubigern zu vereinbaren, die die Schuldenlast um wenigstens 5,7 Milliarden Dollar verringert und die Rückzahlungsfristen verlängert hätte.

Gefahr der Kreditklemme

Analysten sehen in der Insolvenz des Mittelstandsfinanzierers einerseits Gefahren für zahlreiche Einzelhändler, die einen wichtigen Anteil der CIT-Kundschaft ausmachen. Kreditprobleme mitten im wichtigen Weihnachtsgeschäft könnten diese Firmen ruinieren, erklärte Joe Alouf von Eaglepoint Advisors. Andererseits hat CIT bereits seit einiger Zeit die Kreditvergabe massiv reduziert. Im ersten Halbjahr 2009 gab die Bank nur 4,4 Milliarden Dollar an neuen Krediten aus. In den ersten sechs Monaten des Vorjahres waren es 11,3 Milliarden Dollar. Erst am Freitag hatte die US-Bankenaufsicht neun Kreditinstitute wegen Überschuldung geschlossen, darunter die renommierte California National Bank in Los Angeles. Damit stieg die Zahl der Bankenpleiten in diesem Jahr auf 115 - soviel wie seit 1989 nicht

(AP, N24)

02.11.2009 11:58 Uhr

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