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Schweinegrippe-Gefahr

Experten raten dringend zur Impfung

In der Ukraine hat die Schweinegrippe ein dramatisches Ausmaß erreicht. Experten raten daher dringend zur Schutzimpfung. Seit Montag besteht diese Möglichkeit vielerorts für alle.

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Die Schweinegrippe kann nach Ansicht des Robert-Koch-Instituts (RKI) auch bei Menschen ohne Vorerkrankungen einen schweren Verlauf nehmen. RKI-Präsident Jörg Hacker sagte im ZDF, Deutschland sei bislang das Land mit wenigen Todesfällen und mit den wenigsten schweren Verläufen gewesen. "Aber wenn wir mehr Fälle haben in Deutschland, werden auch diese schweren Fälle zunehmen", betonte er. Der Fall einer 48-jährigen Frau, die ohne Vorerkrankung an den Folgen der Schweinegrippe starb, sei nicht überraschend gewesen. Aus den USA und aus England wusste man nach Worten Hackers bereits, "dass auch Personen ohne Vorerkrankung, gerade jüngere Personen ohne Vorerkrankung, auch schwere Verläufe zeigen können und auch schon Todesfälle zu beklagen sind".

In mehreren Bundesländern startete am Montag die kostenlose Schweinegrippe-Impfung für alle. Zuvor waren zunächst nur medizinisches Personal und besonders gefährdete Personengruppen geimpft worden. Hacker rief die Bundesbürger dazu auf, diese Möglichkeit zu nutzen und sich gegen das H1N1-Virus immunisieren zu lassen: "Wenn geimpft wird, hat das Virus nicht die Möglichkeit zu mutieren", betonte er und fügte hinzu: "Wir gehen schon davon aus, dass Impfung die beste Prävention ist, man kann sich selbst schützen, man kann andere schützen und man gibt dem Virus nicht die Möglichkeit, sich zu verändern." Bislang könne nicht mit Gewissheit vorausgesagt werden, ob das Virus sich überhaupt verändere, möglicherweise aggressiver werde.

Hilferuf aus der Ukraine

In der Ukraine hat die Schweinegrippe-Epidemie bereits einen dramatischen Stand erreicht. Präsident Viktor Juschtschenko hat die internationale Staatengemeinschaft zur Nothilfe im Kampf gegen die Krankheit aufgerufen. Die Ukraine könne nicht aus eigener Kraft der Gefahr entgegentreten, die das Virus für die "nationalen Sicherheit" des Landes darstelle, erklärte Juschtschenko in Kiew. Er appelliere daher an die "Freunde und strategischen Partner" der Ukraine, zu helfen. Dazu hätten die Behörden eine Liste mit Medizin und Ausrüstung erstellt, die zur Bekämpfung der "Epidemien" nötig sei. Der Hilferuf richtet sich an die USA, die Europäische Union, die NATO und die Nachbarländer der Ukraine.

Das Gesundheitsministerium erklärte am Sonntag, es seien bislang 60 Menschen an der Grippe und an Atemwegserkrankungen gestorben. Genaue Angaben über die Zahl der Menschen, die dem Virus A (H1N1) erlagen, wurden nicht gemacht. Bislang wurden vier Schweinegrippe-Todesfälle offiziell bestätigt, einer vom Gesundheitsministerium und drei vom Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrat. Offiziellen Angaben zufolge sind an der Schweinegrippe mehr als 190.000 Menschen erkrankt, die meisten von ihnen im Westen des Landes. Von den etwa 7500 Betroffenen, die im Krankenhaus behandelt werden müssen, befinden sich etwa 100 auf der Intensivstation.

Polen und die Slowakei hätten bereits auf den Aufruf reagiert, teilte das ukrainische Außenministerium mit. So habe die Slowakei 200.000 Atemschutzmasken zur Verfügung gestellt. Regierungangaben zufolge bestellte die Ukraine in der Schweiz zudem 16 Tonnen des Grippemedikaments Tamiflu, der Vorrat solle für einen Monat reichen. Am Freitag hatte Regierungschefin Julia Timoschenko wegen der Schweinegrippe die Schließung aller Schulen für mindestens drei Wochen angeordnet.

(AP, AFP, N24)

02.11.2009 11:13 Uhr

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