Fußball: Champions League

Blamable Bayern - Torhungrige "Wölfe"

Geschichte wiederholt sich: 0:4 gegen Barcelona, 0:3 gegen Bordeaux. Die Bayern sind in der Champions League erneut die Lachnummer Europas. Dagegen hat Wolfsburg gegen Istanbul gezeigt, wie's geht.

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Video: Champions League - Niederlage trifft die Bayern hart
Große Töne nach großem Spiel: Wolfsburg bleibt cool in "Hölle von Istanbul".
Die neue Champions-League-Saison läuft. Es wird ein Nachfolger für den Gewinner der "Königsklasse" 2008 gesucht: Manchester United.
Gegner von ManU im Finale in Moskau war Chelsea London mit dem Kapitän der deutschen Fußball-Nationalmannschaft Michael Ballack. Der "ewige Zweite" unterlag mit seinen "Blues" im Elfmeterschießen.
2007 nahm der der AC Mailand den Pott mit nach Italien.
Milan mit seinem Superstar Kaka entzauberte im Athener Olympiastadion den FC Liverpool mit 2:1.
Barcelona gegen Arsenal lautete das Endspiel der Champions League 2006. Barca mit Superstar Ronaldinho gewann gegen die "Gunners" mit 2:1.
Im Tor bei Arsenal stand damals der Deutsche Jens Lehmann. Allerdings nicht lange: Nach einer Roten Karte wurde er des Feldes verwiesen. Ashley Cole versucht ihn zu trösten.
2005 färbten die Fans des FC Liverpool den CL-Endspielort Istanbul rot. "You'll never walk alone" erklang in den Straßen der Metropole am Bosporus. Es war eines der denkwürdigsten Endspiele in der Geschichte der europäischen Königsklasse.
Liverpool hatte bereits 0:3 gegen den AC Mailand zurückgelegen. Am Ende der regulären Spielzeit stand es aber dann 3:3. Das Elfmeterschießen entschieden die "Reds" um ihren Kapitän Steven Gerrard für sich.
Ein Jahr davor hielten die Spieler des FC Porto den CL-Pokal in ihren Händen. Das portugiesische Team gewann im Finale in der "Arena AufSchalke" mit 3:0 gegen den AS Monaco.
Trainer der Portugiesen war damals Jose Mourinho. Er ging später zum FC Chelsea und trainiert derzeit den italienischen Meister Inter Mailand.
Inters Stadtrivale AC triumphierte 2003 in einem rein italienischen Finale gegen Juventus Turin. Matchwinner war Andrej Shevchenko.
Er verwandelte - nachdem es nach der regulären Spielzeit und auch nach Verlängerung 0:0 gestanden hatte - den entscheidenden Elfmeter gegen Gigi Buffon. Milan gewann 3:2 n .E.
Den Champions-League-Titel 2002 holten sich Real Madrid und Kapitän Zidane. Gegner war Bayer Leverkusen, die damit als bisher letzte deutsche Mannschaft ein Finale in der Königsklasse des europäischen Klubfußballs erreichten.
Trainer bei Leverkusen war damals Klaus Toppmöller, dem mit seinem Kapitän Michael Ballack, auch in der Meisterschaft "nur" der Vize-Titel blieb.
Bayer-Leverkusen-Manager Rainer Calmund war im Glasgower Hampden Park der einsamste Mensch der Welt.
2001 gewannen die Bayern die Champions League. Oliver Kahn war damals Torwart - mittlerweile ist der ehemalige Fußball-Titan "Fußball-Rentner".
Gegen den Endspielgegner Valencia im Mailänder Guiseppe-Meazza-Stadion hieß es 5:4 nach Elfmeterschießen.
Der deutsche Rekordmeister wurde damals von Ottmar Hitzfeld trainiert.
In der Champions-League-Saison 1999/2000 kam es zu einem rein spanischen Endspiel. In Paris traf Real Madrid mit Fernando Morientes, Ivan Helguera und Raul auf Valencia...
... mit dem Argentinier Claudio Lopez. Am Ende gab es ein klares 3:0 für Real.
Ein denkwürdiges Champions-League-Finale gab es 1999. Protagonisten im Camp Nou von Barcelona: Manchester United mit David Beckham...
... und Bayern München mit Oliver Kahn.
Bereits in der 6. Minute war Bayern durch ein Freistoß-Tor von Mario Basler 1:0 in Führung gegangen. In der 90. Minute glich Teddy Sheringham aus.
Als sich Bayern bereits in der Verlängerung wähnte, schoss Solskjear ManU in der Nachspielzeit zum Titel.
Bei den Bayern gab es nach dem Abpfiff statt des Potts nur lange Gesichter. Fassungslos versuchen die Bayern-Spieler Oliver Kahn (M), Michael Tarnat (l.) und Markus Babbel (r.) mit der Niederlage fertig zu werden.

Unterschiedlicher könnten die Bilder nicht sein: Jubelnde "Wölfe" und hängende Köpfe beim FC Baxern München. Der Grund: Während sich der deutsche Rekordmeister gegen Girondins Bordeaux erneut blamiert hat und damit um den Achtelfinal-Einzug bangen muss, kann sich der amtierende deutsche Meister Wolfsburg berechtigte Hoffnungen auf die Vorschlussrunde machen. Die deutschen Champions-League-Clubs haben am Dienstagabend für großen Frust und große Freude gesorgt. Nach einem schockierenden 0:2 (0:1) gegen Girondins Bordeaux steht der FC Bayern München kurz vor dem K.o. Meister Wolfsburg hat durch das 3:0 (1:0) bei Besiktas Istanbul sein Minimalziel schon erreicht und das Achtelfinale zum Greifen nahe. Auf jeden Fall werden die «Wölfe» im europäischen Fußball überwintern.

Beim verzweifelten Aufbäumen nach der Pause verpasste der lange Zeit desaströs aufspielende FC Bayern mehrfach den möglichen Ausgleichstreffer. Yoann Gourcuff hatte vor 66.000 enttäuschten Zuschauern in der ausverkaufen Münchener Allianz Arena in der 37. Spielminute per Kopf das Tor zur Halbzeitführung für den destruktiv spielenden französischen Meister erzielt. Das Debakel für die Bayern machte Marouane Charmakh (89.) nach einem Fehler von Holger Badstuber und dem herausstürmenden Torwart Hans-Jörg Butt perfekt.

Zwei Siege sind Pflicht  

Nach vier Punkten aus vier Spielen benötigen die Münchener zwei Siege aus den letzten beiden Partien gegen Haifa (1 Punkt) und bei Juventus Turin (8), um doch noch als zweites Team in der Gruppe A neben den bereits qualifizierten Franzosen (10) ins Achtelfinale einzuziehen. Die Italiener gewannen bei Haifa mit 1:0. Unter dem zunehmend in Erklärungsnot geratenen neuen Trainer Louis van Gaal wäre es erst das zweite Mal nach 2002, dass die Münchener schon nach der Vorrunde ausscheiden würden.

Zwei Wochen nach dem 1:2 in Bordeaux agierten die Bayern erschreckend schwach. Ohne den verletzten Franck Ribery, ohne den zunächst auf der Bank sitzenden Arjen Robben, ohne den angeschlagenen Ivica Olic und ohne den gesperrten Thomas Müller tat sich ein riesiges kreatives Vakuum auf. Die Gastgeber zeigten Schlafwagen- Fußball und ließen jeden Esprit, jede Entschlossenheit vermissen - und das gegen einen Gegner, der auf das Halten des 0:0 aus war.

"Hölle von Istanbul" auf Eis gelegt

In Wolfsburg herrscht dagegen wieder Fußball-Freude: Nach dem Erfolg in der "Hölle von Istanbul" durch Tore von Zvjezdan Misimovic (14. Minute), Christian Gentner (80.) und Edin Dzeko (87.) hat der deutsche Meister in der Vorrunden-Gruppe B Platz drei sicher, der zum Weiterspielen in der Europa League reicht. Die Mannschaft von Trainer Armin Veh besitzt allerdings auch eine glänzende Ausgangsposition für die K.o-Runde der Königsklasse.

Bei kühlen Temperaturen und teilweise strömenden Regen kam die zuletzt so schwache VfL-Abwehr am Dienstag vor 30 000 Zuschauern im Inönü-Stadion kaum in Verlegenheit. In zwei Wochen kommt es am vorletzten Spieltag bei ZSKA Moskau zum Schlüsselspiel in der Gruppe B. Die Russen kamen bei Manchester United zu einem 3:3 (1:2). Nach dem vierten Spieltag führt «ManU» mit 10 Punkten vor Wolfsburg (7), ZSKA (4) und Besiktas (1).

(dpa, N24)

04.11.2009 18:46 Uhr

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