Staatshilfen zurück

Opel-Chaos erzürnt die Politik

Der geplatzte Opel-Verkauf erzürnt Deutschlands Politiker und die Opel-Arbeitnehmer. Kanzlerin Angela Merkel schaltet US-Präsident Obama ein. GM warnt vor der drohenden Insolvenz.

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Opel im Tränental: Einen Tag nach der Absage des Verkaufs an Magna schwanken die Reaktionen zwischen Wut und hilfloser Gleichgültigkeit.
Video: Gegen Verkauf an Magna - GM will Opel doch nicht mehr verkaufen
Solidarität für Opel zeigen nicht nur die Mitarbeiter. Jetzt sind auch die Anhänger des angeschlagenen Autobauers auf die Straße gegangen.
Ein aufgespannter Regenschirm über dem Opel-Logo: Fans haben sinnbildlich ihren Rettungsschirm aufgespannt.
In Rüsselsheim fanden sich 3.500 Menschen ein. Der "Rettungsschirm" schützte auch gleichzeitig vor dem starken Regen.
Es erübrigt sich die Frage, wie die Opelaner anreisten. Vom Kleinwagen bis zum Oldtimer versammelten ...
... sie sich auf dem Parkplatz des Adam-Opel-Hauses und protzten mit dicken Spoilern oder ...
…mit getunten Pferdestärken Marke Eigenbau: In diesem Manta (Bj. 1986) ist eine drei-Liter-Maschine eines Opel Senators versteckt.
Ein Oldtimer-Liebhaber zeigte die Innenansichten seines Opel-Rekords oder …
… einen alten Opel-Blitz.
Es scheint, als ob dieser Fan wusste, dass Opel irgendwann mal viel Glück braucht.
Apropos Glück: Ein frisch vermähltes Pärchen ist nach der Trauung zur Solidaritätskundgebung gefahren und hat dort den Hochzeitskuss nachgeholt. Hoffentlich steht die Ehe unter einem guten Stern.
"Wir sind Opel" war an diesem Tag, …
... hundertfach auf den T-Shirts der Markenanhänger zu lesen.
Den Kindern wurde kurzerhand auch ein Shirt verpasst.
Eine besondere Showeinlage für die Opel-Fans: Der Solidaritätssong "Seht das Zeichen" wird bestimmt zum "Opel-Nummer-1-Hit“. Der wurde im übrigen von Mitarbeiter-Kindern gesungen.
Die Opel-Fans zeigten trotz schlechtem Wetter Durchhaltevermögen.
Kinder von Opel-Fans fahren natürlich kein einfaches Bobby-Car, sondern die Corsa-Variante mit dem Blitz.
Für die Kundgebung wurden manches Vehikel passend umgestylt: Ein Opel-Blitz als "Katastrophenkommando" oder …
… ein anderer Blitz mit der Aufschrift "Opel Rettung - Es brennt".
Die Fans zeigten viel Kreativität: Hier wurde kurzerhand das Haupthaar genutzt.
Auch bei den Opel-Mitarbeitern haben sich in den letzten Wochen bei den zahlreichen Kundgebungen einige kreative Highlights heraus kristallisiert.
Der Kinofilm "Free Willy" wurde in "Free Opel" umgetauft.
"Yes we can", der Leitspruch von US-Präsident Barack Obama wurde ebenfalls verwendet und etwas umfunktioniert.
Und ganz traditionell wurde in die Reimkiste gegriffen: "Der Enkel und der Opa woll'n Opel für Europa".
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GM-Chef Fritz Henderson: "Nach großen Anstrengungen, um offene Fragen zu klären und Details des deutschen Finanzierungspakets auszuarbeiten, haben sich GM und sein Verwaltungsrat dazu entschieden, Magna/Sberbank als Investor zu empfehlen."
Opel-Betriebsratsvorsitzender Klaus Franz: "Ich weiß, dass dies keine leichte Entscheidung für General Motors war, aber ich freue mich, dass Opel nun eine Zukunft hat."
Opel-Treuhand-Chef Fred Irwin: "Das bedeutet nicht, dass Adam Opel gerettet ist."
Bundeskanzlerin Angela Merkel: "Ich weiß, dass vor Opel noch ein schwieriger Weg liegt."
Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier: "Ich bin froh, dass General Motors sich für die Investorenlösung entschieden hat."
FDP-Chef Guido Westerwelle: "Ob Opel wirklich schon über den Berg ist, wird man erst wissen, wenn alle Einzelheiten der GM-Beschlüsse belastbar geklärt sind."
Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer: "Das ist eine große Entscheidung, wenn sie wirklich so umgesetzt wird."
Hessens Ministerpräsident Roland Koch: "Insbesondere aber danke ich Bundeskanzlerin Angela Merkel, deren Klugheit und Nervenstärke sich nach Monaten des harten Ringens nunmehr ausgezahlt haben."
Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers: "Das ist eine gute Nachricht für die Mitarbeiter von Opel, für ihre Familien und für Nordrhein-Westfalen."
IG-Metall-Chef Berthold Huber: "Ich hoffe, dass jetzt der Knoten gelöst wurde, und dass niemand neue Hindernisse aufbaut."
Opel-Betriebsratschef Rainer Einenkel: "Auf dieser Grundlage können wir endlich anders planen als mit der Drohung, dass Standorte geschlossen werden."
Eisenacher Betriebsratsvorsitzender Harald Lieske: "Man muss aber noch sehen, ob Magna Wort hält."
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Die vier Opel-Brüder mit dem "Quintuplet". Vier Jahre nach dem Tod des Vaters Adam Opel bauten die Söhne Carl und Wilhelm im Jahr 1899 den ersten Opel-Patent-Motorwagen.
Lange bevor Autos vom Band rollten, stellte die Firma Fahrräder her.
Als erster Opel rollt der "Lutzmann" im Jahre 1899 aus der Opel-Fabrik. 4 PS, Einzylinder-Heckmotor mit Wasserkühlung, nach den Plänen des Dessauer Hofwagenbaumeisters Friedrich Lutzmann ähnelt er einer Pferdekutsche.
Der "Opel Doktorwagen" vom Typ Torpedo aus dem Jahr 1911.
Ein Opel Laubfrosch aus dem Jahr 1924 läuft immer noch. Passend zum Namen ist auch die Farbe gewählt.
Fließbandproduktion im Jahr 1924 bei der Adam Opel AG.
Heute übernehmen Präzisionsroboter viele Aufgaben in der Autoproduktion.
Aus den Jahren 1933 und 1939 stammen das 1,2 Liter-Fahrzeug (links) und der "Admiral" mit 3,6 l-Motor (rechts).
Mit ihrem "Opel Super 6 Cabriolet" aus dem Jahre 1937 nehmen die Besitzer an Rallyes teil, die oft weit über 2000 km reichen.
Auf Ausstellungen immer ein Hingucker sind die Opel mit jeder Menge Chrom.
Mit seinem Opel Rekord aus dem Jahr 1956 fährt Hilmar Born vom Opel-Museum Herne am 18.10.2004 am Opel-Werk I in Bochum vorbei. Er brachte Brötchen und Getränke für die Mitarbeiter. Die Opelaner streiken gegen betriebsbedingte Kündigungen.
Der Opel Olympia aus dem Jahre 1964 im Gespann mit einem aufklappbaren historischen Wohnwagen Heiser-Austermann "Knospe".
Ohne Höhenangst - die sogenannte Hydra-Matic verbesserte auch die Bergsteigfähigkeit des Opel-Kapitän.
Mehr als nur ein Name: In den 60ern spiegelten die Modellbezeichnungen auch den sozialen Aufstieg wieder. Dem Opel-Modell Kadett etwa folgten in der Hierarchie der Kapitän, Commodore und Admiral.
Generationstreffen - vom Vorkriegskadett bis zum Opel Kadett E.
Große Klappe beim Kadett A.
Wagen wie der von 1972 bis 1977 gebaute Opel Commodore B GS/E wecken heute nostalgische Gefühle.
Den Commodore GS gab es auch mit verbreiterten Kotflügeln, das Auge fährt schließlich mit.
Der Auftritt des Opel Admiral wurde von dem mächtigen, chrombeladenen Kühlergrill bestimmt.
Up, and down. Der Admiral als Lowrider. Ein fast amerikanisches Auto.
Den Opel Ascona B in verschiedenen Motorisierungen für den Normalfahrer und . . .
. . . auf Basis des Ascona 400 als erfolgreiche Rallye-Version. Mit dem Wettbewerbsmodell gewann Walter Röhrl für Opel die Rallye-Weltmeisterschaft.
Der Manta in der Mitte - die Opel Coupe-Familie vom Rekord bis zum Tigra.
Der Manta mit "Kriegsbemalung" - für Fahrer, die es rasant mochten, gab es die stärkeren Versionen mit der schwarzen Kühlerhaube.
Gerade der Manta wurde gern “verbastelt“ und geriet dadurch eine Zeitlang zum Witz.
Wie hier beim Kadett älteren Baujahrs sind breite Schlappen und schickes Räderwerk oft die ersten Tuning-Maßnahmen.
Der Astra hat den Kadett abgelöst und war gerade als Cabrio-Version sehr begehrt.
Markante Schweller und Schürzen - den neuen Opel Astra OPC kennzeichnet eine im Vergleich zum Basis-Astra dynamischere Optik.
Zur Zeiten der Finanzkrise sitzt das Geld nicht so locker. Ob sich das Fahrzeug, ein Opel-Corsa mit 25.000 Kilometern, jedoch verkaufen lässt, ist fraglich.
Der Opel Corsa B lief in den Jahren 1993 bis 2000 vom Band.
Ein beliebtes Fahrzeug der Mittelklasse, der Opel Vectra in der zweiten Generation
Der Vectra in der Deutschen Supertourenwagen-Meisterschaft. Opel hat dort viele Erfolge erzielen können.
Auf Basis der Lotus Elise baut Opel den Speedster. Eine Hommage an den Opel GT.
Bei Bedarf auch oben ohne ist der TwinTop mit seinem faltbaren Metalldach.
Der Opel Insignia ist Auto des Jahres 2009 und . . .
. . . hat wie sein Vorgänger Vectra viel Platz für Familien.
Wem der kleine Corsa zu langsam ist, greift zum Corsa OPC und tief ins Portemonnaie.
So könnte die Zukunft aussehen. Eine Studie, angetrieben mit Brennstoffzellen, . . .
. . . damit unsere Kinder in einer sauberen Umwelt noch Spaß mit sauberen Autos haben.
Video: Opel Astra - Der Hoffnungträger der Rüsselsheimer
GM rudert zurück: Opel bleibt Teil des Konzerns.

Die überraschende Absage des Opel-Verkaufs durch den US-Mutterkonzern General Motors (GM) stößt in Deutschland auf massive Kritik. In den Werken wächst die Angst vor Entlassungen. Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz sieht die Opel-Standorte in Bochum, Kaiserslautern und Antwerpen "akut gefährdet". Den Plan von GM, Opel zu behalten und aus eigener Kraft zu sanieren, halten Betriebsräte für unrealistisch. Werkschließungen und Massenentlassungen würden die Folge sein, lauten die Befürchtungen. Autoexperten sind gespalten, einige halten auch eine Insolvenz für möglich. Zugleich mehrt sich Kritik an der Bundesregierung, die sich schon sehr früh auf den Zulieferer Magna als Käufer festgelegt hatte.

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) reagierte mit scharfer Kritik auf die Entscheidung von GM. "Das Verhalten von General Motors ist völlig inakzeptabel" sowohl den Arbeitnehmern als auch Deutschland gegenüber, sagte Brüderle vor einer Kabinettssitzung in Berlin. Er forderte von GM und Opel die rasche Vorlage eines Konzepts zur Restrukturierung. Bislang kann über die konkreten Pläne der Amerikaner nur spekuliert werden.

Merkel will Obama einschalten

Die Bundesregierung will nach der Absage des Opel-Verkaufs mit der US-Regierung sprechen. "Ich kann mir vorstellen, dass es im Verlaufe der nächsten Tage noch einmal zu einem Kontakt der Bundeskanzlerin mit dem amerikanischen Präsidenten kommt", sagte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm. Dabei wolle die deutsche Seite die Erwartung deutlich machen, dass General Motors (GM) den Brückenkredit von 1,5 Milliarden Euro zurückzahlt. Die Entscheidung von GM ist nach Wilhelms Einschätzung endgültig. Die US-Regierung sei nach eigenen Aussagen nicht daran beteiligt gewesen.

Wilhelm sagte, die Bundesregierung sei enttäuscht und verwundert über das Vorgehen von GM. Nach seinen Worten machte GM deutlich, dass der Konzern selbst die finanzielle Verantwortung für Opel tragen könne. Wie eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums sagte, kündigte GM an, bald ein Restrukturierungsmodell für Opel vorlegen zu wollen. Auf die Frage, ob GM dann unter bestimmten Bedingungen auf staatliche Hilfen Deutschlands zurückgreifen könnte, sagte sie, im Falle eines solchen Wunsches werde dieser geprüft. Letztlich könnten Fragen der Finanzierung aber erst beantwortet werden, wenn das Konzept vorliege.

Betriebsrat beharrt auf Staatshilfen

Der Betriebsrat sieht die Bundesregierung weiter in der Pflicht, Opel mit Geldern zu unterstützen. "Ich glaube, aus dieser Zusage kann die Bundesregierung nicht heraus. Und ich glaube, das darf sie auch nicht", sagte der Bochumer Betriebsratschef Rainer Einenkel bei WDR 5. Bund und Länder wollten die Sanierung von Opel mit insgesamt 4,5 Milliarden Euro Staatshilfen fördern. In Deutschland hat Opel vier Standorte mit insgesamt etwas mehr als 25.500 Beschäftigten, europaweit sind es knapp 55.000 Mitarbeiter.

Aus Sicht der EU-Kommission muss die Bundesregierung GM aber nicht automatisch die gleichen Staatshilfen anbieten wie dem Zulieferer Magna. "Das muss jetzt die deutsche Regierung entscheiden", sagte der Sprecher von EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes. "Wir können den Mitgliedstaaten nicht vorschreiben, Staatshilfen anzubieten. Wir können und werden Staatshilfen aber darauf abklopfen, ob sie den EU-Staatshilfe- und Binnenmarktregeln entsprechen."

Arbeitnehmer auf Konfrontationskurs

Der Betriebsrat geht unterdessen auf Konfrontationskurs zum Mutterkonzern. Es werde keinen Beitrag der Beschäftigten zur Sanierung von Opel geben, teilte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Franz in Rüsselsheim mit. Der Betriebsrat verlangt die sofortige Auszahlung von gestundeten Tariferhöhungen und hat seine Zusage zurückgenommen, dass die Belegschaft durch den Verzicht auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld insgesamt 265 Millionen Euro jährlich einsparen könnte.

Aus Protest gegen den abgesagten Verkauf von Opel rufen Betriebsräte und Gewerkschaften die Opel-Mitarbeiter von diesem Donnerstag an zu Warnstreiks auf. "Die Veranstaltungen beginnen in Deutschland und werden sich auf ganz Europa ausdehnen", sagte der Franz der dpa. Die Arbeitsniederlegungen seien eine Reaktion auf die "völlig unverständliche Entscheidung" von GM, Opel zu behalten. Franz sprach von "einem schwarzen Tag für Opel".

GM warnt vor Insolvenz

General Motors (GM) hat Gewerkschaften und Betriebsräte bei Opel vor den Gefahren ihres angedrohten Widerstands gegen eine Sanierung unter der Regie des Mutterkonzerns gewarnt. "Wenn wir uns nicht auf die nötige Restrukturierung einigen können, hätte dies die Opel-Insolvenz zur Folge", mahnte GM Europe. Das sei unnötig und von keinem der Beteiligten erwünscht. Nach Überzeugung des US-Autobauers ist auch im Interesse der Gewerkschaften, mit GM genauso zu kooperieren wie zuvor mit den Bietern.

Die Entscheidung aus Detroit löste in Deutschland überwiegend Unverständnis und Entsetzen aus. SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier sprach von einer "Unverschämtheit". Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) schimpfte: "Dieses Verhalten von General Motors zeigt das hässliche Gesicht des Turbokapitalismus." Hingegen wurde der Beschluss in anderen europäischen Ländern mit Opel-Standorten wie Polen oder Großbritannien positiv aufgenommen. Dort war wegen der Staatshilfen befürchtet worden, Magna könne die lokalen Standorte gegenüber den deutschen benachteiligen.

Rettung oder Aus auf Raten?

Experten sind über die Zukunftsaussichten von Opel gespaltener Meinung. Von einem "langsamen Sterben in den nächsten Jahren" sprach der Branchenkenner Ferdinand Dudenhöffer. "Das ist eine Entscheidung, bei der General Motors mit dem höchst denkbaren Risiko in die Zukunft geht", sagte er. Für Opel sei ein Verbleib bei GM "sehr, sehr schlecht". Dudenhöffer schließt nicht aus, dass Opel keine Zukunft mehr hat. "Bei einer Insolvenz wären Werksschließungen in Bochum, Kaiserslautern, Antwerpen und Eisenach ein denkbares Szenario."

Nach Ansicht des Autoexperten Willi Diez hingegen ist Opel unter dem Dach des US-Mutterkonzerns General Motors (GM) am besten aufgehoben. "GM wird Opel in eine gute Zukunft führen", sagte Diez vom Institut für Automobilwirtschaft (Geislingen). Er könne den weit verbreiteten Pessimismus nicht verstehen. "Ohne GM kann Opel nicht leben." Der Rüsselsheimer Autobauer sei alleine zu klein und brauche einen starken Partner. "Das kann nur General Motors sein - nachdem man Fiat einen Korb gegeben hat."

Ohne General Motors zu klein

Der Rüsselsheimer Autobauer sei alleine zu klein und brauche einen starken Partner, so Diez. "Das kann nur General Motors sein - nachdem man Fiat einen Korb gegeben hat." Der italienische Autobauer hatte sich ebenfalls an dem Bieterverfahren um Opel beteiligt, war aber bereits im Frühjahr ausgeschieden. Als weiterer Käufer war zeitweise der belgische Finanzinvestor RHJI im Rennen. Die Vorteile des GM-Verbundes liegen laut Diez auf der Hand. "GM und Opel können auf einer gemeinsamen Plattform Autos bauen, die sie gemeinsam in Asien, den USA und Europa vertreiben können." Damit würden enorme Kosten eingespart.

Zudem entwickelten GM und Opel gemeinsam das Elektroauto Volt. "In diesem Bereich können GM und Opel eine Vorreiterrolle übernehmen." Der GM-Hoffnungsträger Volt wird allein von einem Elektromotor angetrieben und soll 2010 in den USA starten. Opel will ein Jahr später eine eigene Variante unter dem Namen Ampera auf den Markt bringen. "Andere Hersteller werden erst 2013 mit eigenen Elektrofahrzeugen so weit sein", sagte Diez. Der geplante Verkauf an den Autozulieferer Magna und die russische Sberbank habe gravierende Schwächen gehabt. "Die Absatzchancen auf dem russischen Markt wurden vollkommen überschätzt", kritisierte der Branchenkenner.

Jobabbau kommt in jedem Fall

Wie viele andere Experten auch erwartet Diez nun einen massiven Stellenabbau bei Opel. "An diesem Thema kommt man nicht vorbei, aber auch im Manga-Konzept war ja der Verlust von 10.000 Jobs vorgesehen." Das von deutschen Politikern befürchtete große Werkssterben werde es aber nicht geben. Ein Problem sieht Diez aber: Nach 80 Jahren unter einem Dach, vielen Fehlentscheidungen aus den USA zum Nachteil von Opel und dem Gezerre um den Opel-Verkauf lägen die Nerven blank. "Da ist viel Porzellan zerschlagen worden. Es wird dauern, bis sich die Wogen glätten."

(dpa, AP, N24)

04.11.2009 15:08 Uhr

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