Kulturschock im Amazonas
Schweinegrippe erreicht Yanomami-Indianer
Die Yanomami leben zurückgezogen, nahezu ohne Kontakt zur Zivilisation, und sind eines der größten indigenen Völker im Amazonas. Nun bedroht sie eine Zivilisationskrankheit, die Schweinegrippe.
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Ein Yanomami blockiert, um auf Missstände aufmerksam zu machen, eine Straße in Brasilien (Archivbild). Das indigene Volk wird derzeit von der Schweinegrippe heimgesucht.
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Backstreet-Boys-Fans aufgepasst: Brian Littrell hat sich im Oktober mit dem Schweinegrippe-Virus infiziert. Die Boyband musste einige Termine absagen. Das komplette Gegenteil des Mädchenschwarms: ...
... der Skandal-Rocker Marilyn Manson hatte sie auch, im September erkrankte er an der "Neuen Grippe". Sein Kommentar in seinem Blog: "Alle werden denken, dass ich an der Grippe erkrankt bin, weil ich ...
... mit einem Schwein geschlafen habe." Sein Arzt beruhigte ihn, die Wahl seiner Frauen hätte nicht zu dem "mysteriösen Virus" geführt. Sein scherzhaftes Fazit: Leider werde er die Krankheit überstehen.
Vielleicht war die Niederlage im Halbfinale in Wimbledon schon ein erstes Anzeichen bei Tommy Haas für die Schweinegrippe, ...
... der Tennis-Profi Haas war der erste deutsche Promi, der an dem Virus erkrankte. Der 31-Jährige zeigte sich nach dem ersten Schock aber zuversichtlich, es bald überstanden zu haben.
Filmstar Kevin Costner trägt vorsorglich schonmal einen Schal. Der Promi sei sehr besorgt, sich mit der Schweinegrippe anzustecken, blieb bisher aber verschont. Schwein gehabt!
Die Ehefrau des Ex-Premierministers Tony Blair, Cherie, infizierte sich im Juli. Ihre Familie war nicht betroffen und blieb gesund. Cherie Blair wurde mit Tamiflu behandelt und erholte sich bald.
Wegen einer Grippe sagte Popsänger Elton John mehrere Konzerte ab. Hoffentlich ist es nicht die Influenza-Erkrankung?? Als ...
... Miley Cyrus ein Konzert in Utah vorzeitig abbrach, weil sie an einer Halsentzündung litt, wurden sogleich Gerüchte laut, der Hannah-Montana-Star hätte die Schweinegrippe - war aber falscher Alarm.
Micah Richards, der englische Fußball-Nationalspieler, infizierte sich im Sommerurlaub auf Zypern mit dem Virus. Der 21-Jährige handelte sofort und isolierte sich noch im Hotel für einige Tage. Er wäre sogar zu schwach zum Essen gewesen, hieße es.
Kaum zu glauben: Der Skandal-Sänger Pete Doherty ist auf diesem Bild noch gesund. Doch auch vor ihm machte das H1N1-Virus nicht Halt. Bei ...
... Model Katie Price sah es anders aus. Sie klagte über Zahnschmerzen und kurz darauf Grippesymptome. Der Verdacht auf Schweinegrippe kommt in diesen Tagen natürlich schnell auf, aber ...
... sie pflegte strikte Bettruhe und hatte vielleicht auch einfach noch an der Scheidung von Peter Andre zu knabbern.
Auch der 25-Jährige Dominik Klein, Handball-Nationalspieler des THW Kiel, hatte sich das Schweinegrippe-Virus eingefangen, erholte sich aber schnell. Aus Vorsichtsmaßnahmen wurde er drei Tage isoliert. Die ...
... Kollegen beim Turnen sind auch nicht vor der Pandemie gefeit. Traurige Tatsache: Weil er sich mit der Schweinegrippe infizierte, musste Philipp Boy seine Teilnahme an der WM-Qualifikation des Deutschen Turnerbundes (DTB) absagen.
Sogar Queen Elisabeth II. muss Vorsicht walten lassen. Drei Angestellte der Queen hatten sich im Juli mit dem H1N1-Virus angesteckt. Sie wurden sofort isoliert, ihre Arbeitsbereiche, darunter die Küche, gründlich desinfiziert.
Der Freund von Harry Potter "Ron Weasley" alias Rupert Grint erkrankte im Sommer an der Schweinegrippe, so dass er ...
... gezwungen war, seine Dreharbeiten zu unterbrechen. Er hat die Krankheit schon überstanden und ist wieder kerngesund und bereit für die nächste Autogrammstunde.
Der Schweizer Eiskunstläufer, Stephane Lambiel, schwächelte auch schon. Er erkrankte an der Influenza, wie es im Sommer auch ...
... zwei der Sugababes erwischte. Amelle Berrabah (m) und Heidi Range (l) wurden unter Quarantäne gestellt, damit ...
... sich die Dritte im Bunde, Keisha Buchanan (r), nicht auch noch das Virus einfängt. Wär doch schade, wenn diese Schönheit das Bett hüten und nicht den Fans einheizen würde.
Die rosigen Zeiten sind vorbei. Vom Glücksbringer ...
... mutiert das Borstentier zum armen Schwein. Die weltweite Panik vor einem ...
... mysteriösen Erreger treibt skurrile Blüten. So müssen die Abgeordneten im saarländischen Landtag sich von einer ...
... beliebten Umgangsform verabschieden. In einer Rundverfügung macht die Verwaltung des hohen Hauses Mitarbeiter und Politiker darauf aufmerksam, dass auf das gewohnte Begrüßungsküsschen (auch über Parteigrenzen hinweg) ...
… verzichtet werden müsse. „Beugen Sie einer Ansteckung vor, indem Sie nach Möglichkeit Abstand zu anderen halten. Verzichten Sie beispielsweise auf Händeschütteln oder Küsschen zur Begrüßung.“
Überhaupt geht der Mensch in Zeiten schweinischer Panik gern auf Abstand. Bitte bei Grippeverdacht dreimal hupen und vor der Klinik im Auto warten - das ist der neueste Rat der neuseeländischen Gesundheitsbehörden.
Der Kampf gegen die Schweinegrippe macht auch vor dem Internet nicht Halt: Im Spiel „Swinefighter“ müssen Spieler innerhalb weniger Sekunden so viele grüne Schweine wie möglich impfen. Virtuelle Viren ...
... machen japanischen Internetnutzern zu schaffen. Dort ist zwar noch kein Mensch an der Schweinegrippe erkrankt - aber die Computer kämpfen dort mit einem Virus gleichen Namens.
Helfenberg sucht das Superschwein: Mit Pig Brother (www.pigbrother.at) kann kann man via Livecam am Leben von vier kleinen Schweinderln teilhaben. Das Online Spe(c)ktakel soll das angeschlagene ...
... Image der Tiere aufbessern. Keine leichte Aufgabe, denn die Angst vor der Schweinegrippe ist ein panmedialer Gassenhauer.
Dabei haben Experten gleich mehrere Begriffe für die Virus-Erkrankung ins Spiel gebracht. Das Spektrum der Vorschläge reicht von „Mexiko-Grippe“ bis „Neue Grippe“. In Israel und der arabischen Welt wird die Namensfindung gar zum ...
... Politikum. Um den Namen eines „unreinen“ Tiers nicht in den Mund nehmen zu müssen, hat ein israelischer Regierungsvertreter kurzerhand den Begriff „Schweinegrippe“ aus dem offiziellen Wortschatz verbannt.
Der ägyptische Gesundheitsminister Hatem al-Gabali rät seinen Landsleuten derweil, als Vorsichtsmaßnahme gegen die Schweinegrippe auf der kleinen Wallfahrt nach Mekka nur auf dem eigenen Gebetsteppich zu beten.
Afghanistans einziges Schwein musste die Kehrseite des Ruhms kennenlernen. Der Star im Kabuler Zoo muss in Quarantäne. Es darf damit vorerst auch nicht mehr ...
... mit seiner besten Freundin, einer Ziege, durchs Gehege streifen. Seelische Grausamkeit, denn „es hat sich mit der Ziege angefreundet und ist immer glücklich, seine Zeit mit ihr zu verbringen“, so Zoodirektor Asis Gul Saqib.
Auch auf dem Fußballplatz wird in Sachen Grippe die Sau rausgelassen. Die südamerikanische Fußball-Konföderation CONMEBOL bestrafte ...
... Hector Reynoso (vorne im Bild) mit einer Sperre. Der Mexikaner hatte seinem Gegenspieler mit einer simulierter Spuck- und Nies-Attacke gestenreich ...
... die Ansteckung mit dem Schweinegrippe-Virus angedroht.
Dabei sind Schweine echte Sportsfreunde (im Bild: Schweineolympiade 2004 in Moskau).
Die armen Schweine werden völlig zu unrecht stigmatisiert, meint ein australischer Schweinezüchter. "Es ist sicherer ...
... ein Schwein zu küssen als eine Frau", weiß Ean Pollard. Er sei deshalb nach den ersten Grippemeldungen in den Stall marschiert und habe einige seiner Schweine abgeknutscht, berichtet der Mann aus der südwestaustralischen Stadt Young.
Auch wenn der Verzehr von Schweinefleisch kein gesundheitliches Risiko bergen soll, droht ...
... ganzen Wirtschaftszweigen der Bankrott. Auch emanzipierte ...
... Männer sehen ihr jahrelang gepflegtes Image bedroht.
Für Schweineliebhaber heißt es aber: Gute Miene zum bösen Spiel machen und die Krise aussitzen. Schließlich ...
... ist die mediale Sau bald durchs ganze Weltdorf getrieben. Dann kann man selbige auch endlich wieder ...
... im Mexiko-Urlaub raus lassen. Schwein gehabt. Und für all die Sauereien kommen jetzt erst mal fünf Euro ins Phrasenschwein.
Isoliert, aber nicht isoliert genug: Die Schweinegrippe hat nach Angaben von Ärzten eines der größten im Amazonas lebenden indigenen Völker, die Yanomami-Indianer, erreicht. In Dörfern an der venezolanisch-brasilianischen Grenze sei eine 35-jährige schwangere Frau an der Viruserkrankung gestorben, teilte der venezolanische Arzt Raidan Bernade der in Caracas mit.
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Zudem bestehe der Verdacht, dass sechs Kleinkinder - das älteste ein Jahr alt - an der Krankheit gestorben seien. Sie hätten Symptome der Schweinegrippe gezeigt. Es seien bei ihnen nicht rechtzeitig Proben unternommen worden, mit denen das H1N1-Virus nachgewiesen hätte werden können, sagte der Arzt. Bernade, der telefonisch in dem am Amazonas gelegenen Ort La Esmeralda erreicht wurde, gehört zu einem Ärzteteam, das zum Schutz der Ureinwohner in das Gebiet entsandt wurde.
Die mutmaßlichen sieben Todesfälle durch Schweinegrippe waren zunächst von einer in London ansässigen Organisation gemeldet worden, die sich für die rechte indigener Völker einsetzt, Survival International. Sie warnte vor einem Ausbruch mit schwerwiegenden Folgen für eine weitgehend isolierte Bevölkerung, die deshalb besonders anfällig für das Virus sei. Der venezolanische Präsident Hugo Chavez bestätigte, dass die Schweinegrippe "die indigene Gemeinschaft" erreicht habe. Die Lage sei unter Kontrolle, fügte er hinzu.
110 Verdachtsfälle Die stellvertretende venezolanische Ministerin für die Indigene Bevölkerung, Yamilet Mirabal, sagte, sie sei über sechs an Schweinegrippe gestorbenen Yanomami informiert worden. In drei Dörfer seien in Kuba ausgebildete Ärzteteams der sogenannten Brigade 51 entsandt worden, um Kranke zu behandeln und Erkrankungen zu diagnostizieren. Bernade sagte, in dem gebiet seien 2.000 Menschen (richtig) mit Atemwegserkrankungen diagnostiziert worden. Rund 110 würden darauf untersucht, ob sie Schweinegrippe haben. In dem Gebiet an der venezolanisch-brasilianischen Grenze leben nach Schätzungen rund 28.000 Yanomami.
Die Gesundheitsbehörden in Caracas gaben im vergangenen Monat die Zahl der Schweinegrippe-Erkrankungen in dem südamerikanischen Land mit 1.910 an. 90 Menschen seien daran gestorben.
(AP, N24)
05.11.2009 10:09 Uhr
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