Anschläge in Kabul
UN ziehen Mitarbeiter aus Gefahrenzonen ab
Nach dem blutigen Anschlag auf das UN-Gästehaus in Afghanistan ziehen die Vereinten Nationen Konsequenzen. Ein großer Teil der Mitarbeiter soll umziehen - innerhalb und außerhalb des Landes.
Nach dem tödlichen Angriff auf UN-Mitarbeiter in Kabul ziehen die Vereinten Nationen mehr als die Hälfte ihres ausländischen Personals vorübergehend aus Gefahrenzonen in Afghanistan ab. UN-Sprecher Aleem Siddique sagte, bis zu 600 der rund 1000 internationalen UN-Mitarbeiter würden für einige Wochen innerhalb Afghanistans an sicherere Plätze verlegt oder ganz außer Landes gebracht. Der UN-Sondergesandte Kai Eide sagte, die Verlegung werde die Arbeit der Vereinten Nationen in Afghanistan nicht negativ beeinflussen. Eide betonte: "Wir sprechen nicht über einen Abzug und wir sprechen nicht über Evakuierung."
Teil der Aktion sei auch die Unterbringung von UN-Mitarbeitern, die in Kabul bislang auf 93 Gästehäuser verteilt gewesen seien, auf größeren gesicherten Geländen, sagte Siddique. Eide fügte hinzu, die UN verschärften mit den Maßnahmen die Sicherheitsvorkehrungen für ihre Mitarbeiter. Er sagte weiter, beim Großteil des von den Verlegungen betroffenen Personals handele es sich um unterstützende Mitarbeiter, die "nicht an vorderster Front" stünden. Er habe die Vereinten Nationen in New York um zusätzliche Mittel zum Schutz der Mitarbeiter in Afghanistan gebeten. Bei einem Besuch in Kabul am vergangenen Montag hatte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon betont, die UN würden ihre Arbeit in Afghanistan trotz des jüngsten Terroranschlags fortsetzen.
Taliban wollten Wahl torpedieren
Am Mittwoch vergangener Woche waren bei einem Angriff der Taliban auf ein UN-Gästehaus in Kabul fünf ausländische Mitarbeiter der Vereinten Nationen getötet worden. Die Taliban hatten sich zu dem Angriff bekannt, den sie als Beginn ihrer Operation gegen die inzwischen abgesagte Stichwahl um das Präsidentenamt bezeichneten. Die Mission der Vereinten Nationen in Afghanistan (UNAMA), die rund 5500 Menschen beschäftigt, unterstützte die Wahl maßgeblich. Nach dem Anschlag hatten die Behörden sechs Extremisten festgenommen. Geheimdienstchef Amrullah Saleh hatte gesagt, bei den Angreifern habe es sich um Pakistaner gehandelt. Drahtzieher der Tat sei eine afghanische Aufständischen-Gruppe mit Verbindungen zum Terrornetz El Kaida gewesen.
Zu Wochenbeginn hatten die Vereinten Nationen im benachbarten Pakistan mitgeteilt, dass sie nach Dutzenden Terroranschlägen im Nordwesten des Landes einen Teil ihres internationalen Personals aus der Unruheregion abziehen würden. Betroffen seien alle ausländischen Mitarbeiter in der Nordwest-Grenzprovinz und den Stammesgebieten an der afghanischen Grenze, die nicht für Nothilfe, humanitäre Hilfe, Sicherheitsoperationen oder andere "essenzielle" Aufgaben benötigt würden. Der Schutz der verbleibenden Mitarbeiter werde verstärkt.
(dpa, N24)
05.11.2009 13:30 Uhr









