Prognose leicht erhöht
Eon trotzt der Wirtschaftskrise
Besitzer von Aktien des größten Energiekonzerns Deutschlands können sich freuen. Eon konnte die Ergebnisausfälle aus Kraftwerksverkäufen wettmachen.
Der größte deutsche Energiekonzern Eon trotzt weiterhin der Wirtschaftskrise. In den ersten neun Monaten blieb das Ergebnis praktisch stabil, wie das Unternehmen am Mittwoch in Düsseldorf mitteilte. Ein erfolgreiches Handelsgeschäft, Absicherungsgeschäfte gegen Preisschwankungen und das eingeleitete Effizienzprogramm konnten den Angaben zufolge Einbrüche in der Gassparte sowie die weiterhin schwache Entwicklung in Großbritannien und Skandinavien ausgleichen. Der Vorstand erhöhte daraufhin seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr. Anleger reagierten erfreut. Die Aktie legte zum Handelsauftakt an der Dax-Spitze um 2,41 Prozent auf 27,58 Euro zu.
Der bereinigte operative Gewinn (adjusted EBIT) sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um ein Prozent auf 7,658 Milliarden Euro und lag damit leicht über den Schätzungen der 15 von der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX befragten Analysten. Der Umsatz sank wegen krisenbedingter Rückgänge beim Gasabsatz und negativer Währungseffekten um zwei Prozent auf 59,3 Milliarden Euro. Der Überschuss stieg um satte 87 Prozent auf 6,3 Milliarden Euro. Das Vorjahresergebnis war allerdings durch Wertberichtigungen besonders belastet. Um diese Sondereffekte bereinigt, stieg das Nettoergebnis um ein Prozent auf 4,5 Milliarden Euro. Dieser Wert ist für die Berechnung der Dividende entscheidend. Börsianer sprachen von guten Ergebnissen.
Probleme im Gasgeschäft
Der Konzern erhöhte überraschend seine erst im Sommer leicht angehobene Prognose erneut. Nun geht der Vorstand davon aus, dass der bereinigte Konzernüberschuss nur noch um 3 bis 5 Prozent unter dem Vorjahresergebnis von 5,6 Milliarden Euro liegen wird. Eon will davon 50 bis 60 Prozent als Dividende ausschütten. Beim bereinigten EBIT will Eon weiter das gleiche Niveau wie im Vorjahr (9,9 Mrd Euro) erreichen.
Große Schwierigkeiten bereitet dem Konzern das Geschäft von Eon Ruhrgas. Die Tochtergesellschaft musste einen Absatzeinbruch von 15 Prozent verkraften. Hinzu kommt der steigende Wettbewerb, der die Margen unter Druck setzt. Im britischen Geschäft leidet Eon unter der Abwertung des Pfunds und gesunkenen Strompreisen. Auch in Skandinavien machten sich Währungseffekte negativ bemerkbar, ebenso der geplante Stillstand von Atomkraftwerken.
Ergebnisausfälle wettgemacht
Im Geschäftsbereich Central Europe, zu dem auch das Stromgeschäft in Deutschland gehört, wirkten sich Effizienzsteigerungen und höhere Preise für die Durchleitung von Strom durch die Übertragungsnetze positiv aus. Hinzu kamen erstmalige Ergebnisbeiträge aus den neuen Engagements in Frankreich und Rumänien. So konnte der Konzern auch die durch die Abgabe von Kraftwerken in Deutschland entfallenden Ergebnisbeiträge wettmachen.
Eon hatte sich im vergangenen Jahr in einem Kartellverfahren der Europäischen Kommission dazu verpflichtet, sich von 5.000 Megawatt Kraftwerkskapazitäten in Deutschland sowie vom Übertragungsnetz zu trennen. Dieses Ziel hat der Konzern inzwischen fast erreicht. Am Dienstag hatte der Vorstand den Verkauf des Hochspannungsstromnetzes an den niederländischen Netzbetreiber Tennet für eine Milliarde Euro bekannt gegeben. Zudem hat sich Eon inzwischen von 4.800 Megawatt Kraftwerkskapazitäten getrennt. Dafür kassierte der Konzern rund zwei Milliarden Euro und erhielt Anteile an Kraftwerken in Belgien und Frankreich.
Schuldentilgung kommt voran
Die Nettoverschuldung sank von Ende Juni bis Ende September um knapp eine Milliarde auf 46,2 Milliarden Euro. Für die Schuldentilgung will der Konzern bis Ende des kommenden Jahres durch den Verkauf von Beteiligungen zehn Milliarden Euro einnehmen. Zusammen mit dem Verkauf der Stadtwerke-Holding Thüga für 2,9 Milliarden Euro und des Stromnetzes sowie der Abgabe von Kraftwerken hat Eon nun bereits mehr als Hälfte dieses Ziels erreicht.
(dpa, N24)
11.11.2009 11:23 Uhr





