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Die Jecken sind los

Närrisch trotz Schweinegrippe

Am 11.11.2009 um 11:11 Uhr hieß es für zehntausende Narren wieder "Helau"! Der Start in die fünfte Jahreszeit wurde von den Karnevalisten trotz Influenza-Pandemie gewohnt ausgelassen gefeiert.

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Die Narren sind los und trotzen selbst der Schweinegrippe. Da wird kurzerhand ...
... die H1N1-Pandemie zur topaktuellen Kostüm-Idee beim Karneval 2009.
Pünktlich um 11:11 Uhr am 11.11.2009 begann in den rheinischen Karnevalshochburgen die fünfte Jahreszeit.
Die Eröffnung der Fastnachtssaison wurde unter anderem in Mainz von den so genannten "Schwellkoeppen" gefeiert. Mit dreifach donnerndem Helau und Narhallamarsch ...
... leiteten die Narren die Saison ein. Dazu wurde das "naerrische Grundgesetz" verlesen und ...
... natürlich das Rathaus gestürmt (im Bild: Kölner Dom). Das Rathaus im Berliner Charlottenburg eroberten etwa 200 Karnevalisten, die sich ...
... nach der Übergabe des Rathaus-Schlüssels, hier an den Berliner Prinzen der Session 2009/2010, Andreas II. (l), mit der närrischen Ratssitzung auf die neue Karnevalssaison einstimmen konnten.
Nicht viel anders ging es im historischen Ratssaal in Erfurt zu.
Da durften natürlich auch die tanzenden Funken nicht fehlen.
Man sieht es ihnen an: Die Jecken wollen Spaß haben, verrückt aussehen und ...
... mal so richtig aus der Reihe tanzen, so wie hier auf dem Düsseldorfer Rathausplatz, wo 2009 unter dem Motto: "Jeck - we can" geschunkelt wurde.
Auch überall sonst haben die zum Teil "teuflischen" Jecken gefeiert, ...
... "gebützt" (geküsst), wenn auch mit Schutzmaske, und ...
... schließlich mitten in der Altstadt geschlafen.
Sogar dem King of Pop konnte man vermeintlich über den Weg laufen, wenn man sich ins närrische Treiben stürzte.
Auch die ganz kleinen Jecken müssen frühzeitig an Karneval herangeführt werden, ob ...
... es ihnen passt oder nicht.
Und wem diese Narren dann doch zu schrill und ausgeflippt sind, ...
... der geht einfach nach Hause. Am Aschermittwoch, dem 17. Februar 2010, ist das Ganze auch wieder vorbei.
Huaaargh! Ja ist denn schon wieder Karneval?
Vor dem großen Wettstreit der Sambaschulen in ...
... Rio, wärmen sich die Mädels ...
... in Sao Paulo schon mal auf, wobei ...
... man bei 30 Grad im Schatten und ...
... derart heißen Einblicken ...
... eher eine kleine Abkühlung bräuchte.
Noch knapper, noch glamouröser, noch ...
... aufregender sollen dann die Outfits für den Showdown ...
... ausfallen. Dafür wird in der "Cidade Maravilhosa" seit Tagen ...
... gewerkelt, was das Zeug hält. Denn nicht nur die ...
... Tänzerinnen und Tänzer sollen sich von ihrer schönsten ...
... Seite zeigen. Die Prachtwagen gelten als Aushängeschild ...
... der konkurrierenden Sambaschulen. Aber nicht nur die makellosen ....
... Jungs und Mädels dürfen in den Straßen der "wundervollen Stadt" feiern, denn ...
... der Karneval in Rio hat viele Gesichter.
Ob Fidel Castro ...
... oder Barack Obama. Ob ...
... Männlein, Weiblein oder ...
... noch nicht so ganz entschlossen: Die Menschenmassen, die zum Feiern die Straßen der brasilianischen Karnevalshochburg stürmen ...
... sind wirklich bunt gemischt. Während die ...
... Sambaköniginnen (Foto 2008) ...
... auf möglichst (Foto 2008) ...
... wenig Kleidung (Foto 2008) ...
... setzen (Foto 2008) und stattdessen ...
... nicht mit Reizen ...
... scharfen Kurven oder ...
... anderen augenfälligen Argumenten geizen, gibt es für ...
... weniger offenherzige Karnevalisten ...
... farbenfrohe Alternativen. Denn ...
... mit wilden Farben, die das .
... ganze Spektrum des Regenbogens abdecken, kann man ...
... durchaus punkten.
Wenn König Momo alias ...
... Milton Junior von Rios Bürgermeister Eduardo Paes symbolisch ...
... die Herrschaft über die Stadt übergeben wird, dann strahlt nicht nur ...
... seine schöne Königin Maia, sondern auch die zahlreichen ...
... Gäste aus aller Welt.
Zum Auftakt des wilden Treibens ...
... gaben sich die Schönheiten der ...
... "Moulin Rouge"-Truppe die Ehre. Und ein paar ...
... knackige Jungs haben die Mädels auch mitgebracht. Da ...
... fliegen nicht nur die Fetzen, sondern auch die Rüschen.
Kleiner Trost für die Herrenwelt: Was man nicht im Ausschnitt hat, ...
... hat man eben im, ähhh, am Kopf.
In Samba City wird eben auch im Jahr 2009 ...
... in jeglicher Hinsicht der Marsch geblasen.
Video: Karneval in Rio - Brasilien ist im Samba-Fieber
Karneval, Fastnacht, Fasching – so wird sie allgemein genannt, die "fünfte Jahreszeit" mit ihren närrischen Bräuchen und Protagonisten.
Sind die Närrinnen, Narren und Jecken erstmal losgelassen, sind sie so schnell nicht mehr zu bändigen.
Besonders in den Karnevalshochburgen im Rheinland, in Hessen und in Franken geht es dann drüber und drunter. Albernheit und ausgelassene Stimmung werden dann für Groß und Klein zur Pflicht.
Und vor den Verulkungen der feiernden Karnevalisten sind noch nicht einmal die ernsthaftesten Politiker sicher.
Die Bezeichnungen Fastnacht, Fasching und Karneval (carne: lateinisch für Fleisch) machen den Ursprung des närrischen Brauchs bereits deutlich.
In der christlich-katholischen Tradition wird vor dem Osterfest (ab Aschermittwoch) 40 Tage lang gefastet, um Buße zu tun und Jesu Christi zu gedenken. Dann heißt es Schluss mit lustig und vor allem mit so manchen Leckereien.
Kurz zuvor, an Fasching, wird deshalb noch einmal richtig gefeiert und geschlemmt. In vergangen Zeiten wurden dann auch all jene Vorräte aufgebraucht, die in den nächsten Wochen tabu sind und womöglich verdorben wären.
Eigentlich beginnt die Faschingszeit erst am Neujahrstag (1. Januar) oder dem Dreikönigstag (6. Januar). Dann fängt das eigentliche närrische Treiben an, das sich zumeist jedoch hinter geschlossenen Türen abspielt.
Höhepunkt und Ende des Karnevals sind der Rosenmontag und der Faschingsdienstag, an denen dann ganze Städte zur närrischen Bühne werden und Faschingsumzüge durch die Straßen ziehen.
Als Karnevalsauftakt gilt heute der 11.11. Um punkt 11:11 Uhr fliegen Konfetti und Luftschlangen und es schallt erstmals "Helau" und "Alaaf".
An diesem Tag werden traditionell auch so manche Krawatten dem närrischen Treiben geopfert. Als Spielverderber gilt, wer dann mit Fliege unterwegs ist.
Eigentlich hat der 11. November jedoch gar nichts mit dem „echten“ Karneval zu tun. Er geht auf eine andere christliche Tradition zurück, eine zweite Fastenzeit vor der Geburt von Jesus Christus an Weihnachten.
Auch hier soll vor der Zeit des Verzichts noch einmal richtig gefeiert, gegessen und getrunken werden. Was heute als Beginn der fünften Jahreszeit gilt, ist daher eigentlich ein zweiter, kleinerer Karneval.
Zwischen dem 12. November und dem Neujahrstag pausieren die Karnevalisten daher, obwohl die fünfte Jahreszeit eigentlich erst begonnen hat.
Die nächsten karnevalistischen Höhepunkte gibt es erst wieder in der eigentlichen Fastnachtswoche, die am Donnerstag mit der Weiberfastnacht beginnt.
Am Nelkensamstag und Tulpensonntag wird besonders in den Vereinen gefeiert und es gibt erste Faschingsumzüge.
In den Faschingshochburgen finden die jedoch hauptsächlich am Rosenmontag und Fastnachtsdienstag statt, wenn teilweise tausende kostümierte Narren mit Faschingswagen durch die Straßen ziehen.
Als wichtigste Karnevalshochburgen mit traditionellen und besonders großen Karnevalsumzügen gelten im Rheinland: Düsseldorf, Köln, Mönchengladbach, Bonn und Aachen.
In Hessen wird besonders in Mainz (Bild), Frankfurt, Offenbach, Mühlheim, Hanau und Darmstadt gefeiert.
In Norddeutschland sind besonders in Braunschweig, Osnabrück und Hannover die Jecken unterwegs.
In Bayern und Franken wird hauptsächlich in München, Würzburg (Bild), Nürnberg und Coburg gefeiert.
Darüber hinaus gibt es auch in Ostdeutschland vereinzelte karnevalistische Hochburgen, etwa in Leipzig, in Cottbus, in Radeburg, Wasungen (Bild) und in Dessau.
Karneval wird natürlich nicht nur in Deutschland gefeiert. Fast in allen Kulturen kennt man ähnliche Feste, die häufig auch in den gleichen Zeitraum wie der deutsche Fasching fallen.
Weltweit bekannt für die zugleich prunkvollen wie freizügigen Kostüme ist etwa der Karneval in Rio mit Hunderttausenden Besuchern und Tausenden Mitwirkenden.
In Italien wurde seit dem 19. Jahrhundert besonders der Karneval in Venedig mit seinen maskierten Harlekinen und anderen klassischen Figuren weltbekannt.
In Luzern (Bild), Basel, Bern und Zürich wird nach Schweizer Tradition Fastnacht gefeiert.
Und in den USA gibt es den Fasching unter dem Namen „Mardi Gras“ insbesondere in den Südstaaten, etwa in New Orleans (Louisiana) oder Mobile (Alabama).
Immer wieder begeistern sich auch Promis für das bunte Treiben. Ob Politiker wie die Bundeskanzlerin und Unionsfrontfrau Angela Merkel
ihr Vorgänger als Regierungschef Gerhard Schröder
oder SPD-Chef Franz Müntefering,
ob der brandenburgische Landesfürst Matthias Platzeck
oder Linke-Chef Gregor Gysi: Auch bei den Politikern steht die fünfte Jahreszeit bisweilen hoch im Kurs.
Dies zeigen auch ihre ausländischen Kollegen, etwa der kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger, der hier zu Gast in Rio ist
oder die Staatschefs Hugo Chavez (Venezuela) und Evo Morales beim Karneval in dessen Heimat Bolivien.
Auch viele Promis vergnügen sich immer wieder gerne mit den Jecken und Närrinnen, so etwa der Fußballmanager Rainer Calmund,
der US-Schauspieler John Goodman
oder die Supermodels Gisele Bündchen und Heidi Klum.
Letztere scheint sich in dem bunten Treiben besonders wohl zu fühlen.
Auch ihrem Ehemann, dem Sänger Seal, scheint es sichtlich Spaß zu bereiten.
Doch auch ganz ohne Promis sind Fasching, Fastnacht und Karneval für jeden Jecken garantiert ein Vergnügen.
Besonders mit dem Alkohol sollte man es dabei aber nicht übertreiben, sonst wird aus dem bunten ganz schnell ein verschwommenes Treiben
und aus der Partylaune ein ganz böser Kater.
"Volo dell'angelo" - Auf dem Markusplatz von Venedig eröffnet der traditionelle Engelsflug den Karnevalsreigen in der Welthauptstadt der Romantik.
In diesem Jahr verwandelten die Organisatoren den Platz in einen fantastischen Zaubergarten.
Vor historischer Kulisse präsentieren die Venzianer ihre fantasievollen Kostüme.
Das Sahnehäubchen dabei: Das Wetter spielt mit und ...
... die Verkleidungen erstrahlen in den schillerndsten Farben.
Typisch für den venezianischen Karneval sind ...
... die detailreich gefertigten Masken.
Dazu die Kostüme - in kaum einer anderen ...
... Karnevalstradition wird so viel Aufwand betrieben.
Die Ergebnisse können sich wirklich sehen lassen.
Die Feierlichkeiten stehen unter dem Motto "Sensation - 6 Sinne für 6 Stadtviertel".
Gemeint ist: Das vom künstlerischen Leiter Marco Balich entworfene Programm bezieht ...
... alle Stadtviertel (italienisch "sestiere") mit ein.
Mit dem 6. Sinn, der Vorstellungskraft des Geistes, wird auf das Herz Venedigs Bezug genommen - ...
... dem "sestiere" San Marco rund um den weltbekannten Platz.
Andere Viertel, andere Sinne: So ist dem Stadtteil Dorsoduro der Tastsinn zugeordnet.
Dort steigt der "Carnevale al Buio". Die Besucher können einen abgedunkelten Parcours ablaufen und müssen sich hier ganz auf ihren Tastsinn verlassen.
Die Geschichte des Karnevals in Venedig ist wechselvoll. Zu Lebzeiten von Giacomo Casanova im 18. Jahrhundert ...
... erblühte die Tradition zu voller Pracht. Die Feste waren bekannt für ihre Ausschweifungen.
Als die Adelsrepublik 1797 ihre Selbstständigkeit verlor und später an Österreich angegliedert wurde, starb die Tradition.
Das Fest wurde verboten. Erst 200 Jahre später, im Jahr 1980 ...
... wurde der Karneval zu neuem Leben erweckt. Er sollte vor allem Touristen anziehen.
Und das gelingt bis heute sehr gut. In diesem Jahr ist von rund 100.000 Besuchern die Rede.
Wer neben den Venezianern nicht so blass aussehen möchte, findet an den vielen Verkaufsständen sicher die richtige Gesichtsverkleidung.
Im frisch erworbenen Gewand noch schnell ein Erinnerungsfoto an einem der typischen Kanäle - ...
... mit solchen Souvenirs kann man sich getrost wieder zuhause blicken lassen.
Doch dann müssen sich die italienischen "Narren" auch erst einmal stärken - das Fest verlangt Kondition: Es dauert zehn Tage.
Rote Kameruner Teufel, gruselige Skelette und dazwischen farbenfroh und sexy gekleidete Tänzerinnen: Bei strahlend blauem Himmel und sommerlichen Temperaturen feiern viele Schaulustige den Karneval der Kulturen in Berlin.
Rund 4000 Teilnehmer aus mehr als 80 Ländern zogen durch Kreuzberg und präsentierten sich in fantasievollen Kostümen.
Der Fantasie bei der Kostümgestaltung sind dabei keine Grenzen gesetzt ...
... Hauptsache schrill und farbenfroh.
Den Schaulustigen gefällt es. Im vergangenen Jahr verfolgten, trotz starker Regenschauer, rund 600.000 Menschen das bunte Treiben.
Der Karneval der Kulturen: Ein schrilles, buntes und wunderschönes Fest in einer liebenswerten Stadt.

(N24)

11.11.2009 17:13 Uhr

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