Milliarden-Zahlung

AMD siegt im Chip-Krieg gegen Intel

Wettbewerbsklagen, Patentstreits - zwischen den beiden Chip-Giganten Intel und AMD ging es in der Vergangenheit hoch her. Doch nun lenkten die beiden Streithähne ein. Der wahre Gewinner heißt AMD.

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Chip für Chip: AMD und Intel legen Streitigkeiten bei.
Die zehn größten Chiphersteller der Welt machen laut Marktforschern von iSuppli einen Umsatz von etwa 120 Milliarden Dollar in diesem Jahr. Unter den Top Ten ist auch ein deutsches Unternehmen.
Der DAX-Konzern Infineon kommt 2008 auf rund 6,3 Milliarden Dollar.
Der südkoreanische Konkurrent Hynix bringt es auf 6,4 Milliarden Dollar. Ein Rückgang von fast 30 Prozent zum Vorjahr für den Produzenten sogenannter NANO-Flash-Chips.
Qualcomm-Chips finden sich unter anderem in Handys. Das US-Unternehmen erwirtschaftet so 6,7 Milliarden Dollar.
Auf Platz sieben der weltgrößten Chiphersteller landet Sony. Der japanische Elektronikriese setzt in diesem Bereich 7,1 Milliarden Dollar um.
Renesas Technology ist ein in der breiten Öffentlichkeit noch relativ unbekanntes Unternehmen. Die Produkte des japanischen Konzerns finden vor allem in der Automobilindustrie Verwendung. Umsatz 2008: 7,9 Milliarden Dollar.
STMicroelectronics (Umsatz 2008: 10,7 Milliarden Dollar) ist vor allem Konsolenspielern ein Begriff. Die Chips im Bewegungssensor der Ninrendo Wii - im Bild auf einem US-Penny - stammen von STM.
Mit 11,46 Milliarden Dollar landet Toshiba auf Rang vier der größten Chiphersteller. Dass man bei Toshiba mit "kleinen" Dingen umgehen kann, zeigt diese Festplatte im Mini-Format.
Jack Kilby gilt als "Vater des Mikrochips". Der Erfinder der integrierten Schaltung arbeitete für den US-Konzern Texas Instruments. TI kommt 2008 auf 11,5 Milliarden Dollar Umsatz. (Archivbild 1958)
Mit 17,9 Milliarden Dollar landet Samsung auf Rang zwei.
Nach wie vor ist Intel der Platzhirsch in der Chipszene: 34,1 Milliarden Dollar Umsatz.

Die beiden größten Computerchip-Hersteller Intel und Advanced Micro Devices (AMD) schließen nach jahrelangen erbitterten Konflikten Frieden. Sie hätten sich geeinigt, alle Streitigkeiten beizulegen, darunter Wettbewerbsklagen und einen Patentstreit, teilten Intel und AMD mit. Intel zahle dem viel kleineren Konkurrenten im Rahmen der Einigung 1,25 Milliarden US-Dollar. Die AMD-Aktie schoss in New York um mehr als 22 Prozent nach oben auf 6,50 Dollar. Das Intel-Papier kletterte um 0,45 Prozent auf 19,93 Dollar.

AMD warf Intel unter anderem vor, Computerhersteller und Händler auf unfaire Weise an sich gebunden zu haben. Die Vorwürfe hatten zu internationalen Untersuchungen geführt. Intel hatte AMD im Zusammenhang mit der Auslagerung der Chip-Produktion Verstöße gegen Patentlizenzen vorgeworfen. Intel war zuletzt in dem Wettbewerbsstreit immer stärker unter Druck geraten. Anfang November erhob die New Yorker Staatsanwaltschaft eine Klage gegen den weltgrößten Chiphersteller mit dem Vorwurf milliardenschwerer illegaler Rabatte und Bestechungszahlungen. Mitte Mai hatte die Europäische Kommission gegen Intel wegen illegaler Zahlungen in der Computerbranche ein Rekord-Bußgeld von 1,06 Milliarden Euro verhängt. Der Konzern bestritt die Vorwürfe und wehrt sich rechtlich dagegen.

Für AMD bringt die Einigung einen dringend benötigten Geldregen. Das Unternehmen kämpft seit der Übernahme des Grafikkarten-Spezialisten ATI mit hohen Verlusten. Zuletzt hatte es im dritten Quartal wieder ein Minus von 128 Millionen Dollar (86 Mio Euro) gegeben. Der Konzern hatte beschlossen, die Chip-Fertigung, zu der auch der Standort Dresden gehört, abzuspalten. Hier schoss aber Intel gegen und machte geltend, dass einige Patente zwar AMD, aber nicht den neuen Betreibern der Chip-Fabriken zugänglich gemacht worden seien. Als Teil der jetzigen Einigung gewähren sich die Unternehmen auch gegenseitig Patente für einen Zeitraum von fünf Jahren.

(dpa, N24)

12.11.2009 17:08 Uhr

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