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Trainer-Schelte im Netz

Luca Toni tritt nach

Die einen kränkeln, die andern motzen und mit dem Siegen will es auch nicht klappen: Van Gaal hat's nicht leicht beim FC Hollywood. Jetzt hat Stadionflüchtling Luca Toni im Internet nachgetreten.

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FC Bayern in der Schieflage: Auf seiner Homepage macht Luca Toni seinem Ärger Luft.
Nach zwei Maß Bier noch ans Steuer? Für Bayerns Ministerpräsident Günther Beckstein ist das durchaus vertretbar: "Es ist nicht das Problem, wenn einer eine Maß trinkt, oder wenn er ein paar Stunden da ist, auch zwei."
"Der liebe Gott gilt in Bayern ja als jemand, der zu Wundern fähig ist. Aber dieses Wunder, nein, das wird es nicht geben." Grünen-Chefin Claudia Roth über die Chancen einer schwarz-grünen Koalition in Bayern.
Roths "bayerischer Wahltrumpf", Spitzenkandidat Sepp Daxenberger, sieht das wohl genauso: "Beckstein ist Steinzeit."
Ähnlich kämpferisch zeigt sich FDP-Spitzenkandidat Martin Zeil. Zum Zustand der CSU sagte er: "Der bayerische Löwe legt seine dritten Zähne an, um sie dann ganz schnell wieder im Glas abzulegen."
Bayerns derzeitiger "Alleinherrscher" Beckstein sieht das natürlich anders: "Jeden anständigen Bayern schüttelt es bei dem Gedanken an eine Koalition. Nein, so können wir unser schönes, gutes Bayern nicht verhunzen!"
Und Beckstein legt in der "Passauer Neuen Presse" nach: "Ein anständiger Bayer wählt CSU."
"Huber und Beckstein werden sich im September wundern, wie unanständig die Bayern mittlerweile geworden sind. Sie besitzen die Frechheit, der CSU die vergammelte Lederhose auszuziehen", sagte Hubert Aiwanger, Landeschef der Freien Wähler zum selben Thema.
Zu Bayerns "Sonderstellung" meint der frühere CSU-Chef Theo Waigel: "Allein sich einen neunmonatigen Abschied zu leisten, wie es Stoiber getan hat - das gibt es sonst nirgendwo auf der Welt. In neun Monaten entsteht sonst neues Leben."
Gregor Gysi, Fraktionschef der Linken im Bundestag, erkennt diese "Sonderstellung" Bayerns an: "Wenn wir in einen westdeutschen Landtag einziehen, verändern wir Deutschland, wenn wir in Bayern einziehen, verändern wir die Welt."
"Ich will meine Nachfolger nicht mit ungebetenen Ratschlägen überschütten." Etwas doppeldeutige Aussage des ehemaligen Ministerpräsidenten und Parteichefs Edmund Stoiber hinsichtlich seiner Nachfolger Günther Beckstein und Erwin Huber.
Eigentlich ist Edmund Stoiber aber ein netter: "An meiner Frau schätze ich... äh....ja gut....äh....die....hm...die Attraktivität, die sie über all die Jahre behalten hat... äh.... und... äh... die absolute äh...ja, Familienorientiertheit."
Das ist die "Tatjana Gsell der CSU", wenn man...
... dem ehemaligen CSU-Generalsekretär und jetzigen Bayerischen Staatsminister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Markus Söder, glaubt.
Söder griff mit dem Tatjana-Gsell-Vergleich (im Bild) seine damalige Parteikollegin, die Fürther Landrätin, Gabriele Pauli an, die wiederum den damaligen Ministerpräsidenten Stoiber verbal attackiert hatte.
Stoibers Nachfolger als Landes- bzw. Parteichef, Beckstein und Huber, bekommen ihre Fett weg - von Franz Müntefering (SPD): "Huber und Beckstein sind nur halb so gewichtig gewesen wie Kohl - politisch meine ich. Wie Kohl werden auch sie ans Ende kommen."
Da muss sogar der Alt-Kanzler schmunzeln. (Archivbild)
Komiker Michael Mittermeier: "Was jammert ihr im Osten eigentlich immer so? Ihr habt seit 1990 eine Demokratie – das haben wir in Bayern nie kennengelernt." Dem ist nichts hinzuzufügen.
Da greift man sich an den Kopf. Der FC Bayern - selbsternannter Titelfavorit - kommt in der Rückrunde nicht in Tritt. Gegen ...
... den 1. FC Köln, Poldis künftige alte Heimat, sollten drei Punkte im Kampf um die Tabellenspitze in der 1. Fußball-Bundesliga her. Aber gejubelt haben am Spielende die Kölner. Passend zum Karneval.
Der Kölner Ehret hatte die Domstädter bereits in der ersten Halbzeit in Führung gebracht.
Ehrets Teamkollege Brosinski erhöhte noch vor dem Pausenpfiff auf 2:0. Eine Überraschung in der Allianz-Arena lag in der Luft. Zwar hatte es zu Beginn einige strittige Szenen gegeben, insgesamt hatten die Kölner mit ihrem frechen Auftreten den Sieg ...
... letzten Endes aber verdient. Närrische Zeiten für die Kölner, für die Bayern im vierten Rückrundenspiel bereits die dritte Niederlage.
Überraschungstabellenführer Hertha BSC reiste aus Wolfsburg ebenfalls mit einer Niederlage zurück in die Hauptstadt. Gegen die "Wölfe" gingen die Berliner zwar durch Cicero (l.) nach der Pause in Führung, doch ...
... VfL-Torjäger Dzeko (r.) netzte doppelt ein und sicherte ...
... so den 2:1-Sieg. Wolfsburg bleibt damit in dieser Saison im heimischen Stadion ungeschlagen.
Dzekos Berliner Pendant Woronin blieb diesmal ohne Treffer. Hertha musste damit die Tabellenspitze bereits nach einem Spieltag wieder hergeben - und zwar ...
... an das Überraschungsteam aus Hoffenheim. Im Derby beim VfB Stuttgart fing sich die TSG zwar drei Gegentore ein, ...
... VfB-Torjäger Gomez traf dabei zwei Mal, sein Sturmkollege ...
... Cacau ein Mal; auf Hoffenheimer Seite gab es aber jemanden, der gleich ...
... drei Tore erzielte: "Bam-Bam-Bam"-Ba. Salihovic verschoss in der Nachspielzeit einen Elfer und damit den sicheren Sieg. Mit dem Unentschieden übernahm der Aufsteiger trotzdem wieder die Tabellenführung.
Aufregung gab es abseits des Platzes: Die beiden TSG-Spieler Janker und Ibertsberger stehen unter Doping-Verdacht.
Das zweite Derby an diesem Wochenende fand bereits am Freitag in Gelsenkirchen statt. Schalke empfing den BVB. Kuranyi brachte die "Knappen" in Führung, aber kurz vor dem Ende schoss Zidan (im Bild) für die Dortmunder ein.
Das Remis war für die Schalker eine "gefühlte Niederlage". Die "Königsblauen" bleiben in der Tabelle hinter dem Erzrivalen.
Der darüber natürlich nicht unzufrieden ist und so feierten Torwart Weidenfeller und die ...
... Mannschaft ihren ...
... Trainer Klopp.
Auch Frankfurts Trainer Funkel hätte nach dem Spiel gegen den KSC einen Grund zum Feiern. Der erste "Dreier" in der Rückrunde dürfte bei der "Diva vom Main", Eintracht Frankfurt, wieder etwas für Ruhe sorgen, nachdem die Hessen den Abstiegsrängen ...
... zuletzt sehr nahe gekommen waren. Beim Karlsruher SC schoss Caio das entscheidende Tor.
Höhepunkt des Spiels war aber die unsportliche Rauchbomben-Attacke im Frankfurter Fanblock, die dafür sorgte das nicht nur KSC-Spieler Drpic die Hand nicht mehr vor den Augen sehen konnte.
Mit fünf Minuten Verzögerung wurde die Partie dann aber doch fortgesetzt. Der Kontrollausschuss des DFB kündigte bereits Ermittlungen an. Der KSC bleibt damit weiter im Abstiegskampf, was die Fans aber nicht davon abhält, ihren Spieler Drpic zu feiern.
Einen wichtigen Sieg im Abstiegskampf schaffte auch Borussia Mönchengladbach. Gegen Hannover 96 trafen die "Fohlen" drei Mal ins gegnerische Netz. Den ...
... Torreigen hatte dabei Baumjohann (im Bild) eröffnet. Marin und Neuville sicherten den Sieg, denn Hannover konnte nur zwei Mal ausgleichen, durch ...
... Pinto (im Bild l.) und Schulz.
DSC-Keeper Eilhoff hatte gegen das 0:1 durch Bochums Winter-Neuzugang Klimowicz keine Abwehrchance.
Arminen-Trainer Frontzeck (im Bild) war bedient. Beim späten Ausgleich durch Mijatovic ...
... hatte Bochums Trainer Koller dann den gleichen Ausdruck im Gesicht. Das Unentschieden hilft keinem der beiden Teams wirklich weiter. Bielelfeld ist 15. mit 19 Punkten, Bochum 16. mit 18 Zählern.
Einen großen Sprung in der Tabelle machte dagegen Energie Cottbus. Im Spiel gegen Werder Bremen hatte SVW-Torjäger Almeida (r.) die Gäste zwar in Führung gebracht, doch Iliev und ...
... und Rangelow kurz vor Schluss sorgten für den wichtigen "Heim-Dreier" der Lausitzer, die mit 20 Punkten nun Rang 14 in der Tabelle belegen. Werder Bremen bleibt weiter bei 27 Punkten. Die Diskussionen um Trainer Schaaf dürften wieder lauter werden.

Erst der Aufstand von Philipp Lahm, dann die Attacke von Luca Toni gegen den Trainer - der FC Bayern München kommt nicht zur Ruhe. Auf seiner Internetseite rechtfertigt der italienische Fußball-Weltmeister seine Stadion-Flucht vom vergangenen Samstag beim Bundesligaspiel gegen Schalke 04 mit der "Zermürbung von vier langen Monaten voller Entbehrungen und Unverständnis mit dem aktuellen Trainer". Bei allem Ärger mit seinen Profis droht Louis van Gaal auch sportlich weiteres Ungemach. Wegen einer erneuten Knieverletzung wird Arjen Robben im Schlagerspiel gegen Spitzenreiter Bayer Leverkusen am 22. November womöglich ausfallen.

Gelangweilt und teilnahmslos brachte Toni im Training am Donnerstag seine Meinung über den Trainer zum Ausdruck. Aber am Abend war er wieder bestens gelaunt, als er zum Start der Münchner Sixdays mit einem krachenden Pistolenschuss die Radprofis auf die Reise schickte. Zuvor hatte der Bayern-Stürmer zu seinem vorzeitigen Abgang in der Halbzeitpause des Schalke-Spiels Stellung genommen. "Ich möchte die Entschuldigung gegenüber meinen Mannschaftskameraden, dem Verein und den Fans für mein impulsives, falsches Verhalten bekräftigen, das zuvor noch nie in meiner professionellen Karriere an den Tag getreten ist", schrieb der 32-Jährige auf www.lucatoni.com.

Maulkorb-Erlass nicht zulässig?

Toni wurde zu einer Geldstrafe verdonnert. Auch Lahm muss zahlen, weil er mit seiner öffentlichen Kritik an Bayerns Personalpolitik gegen vertragliche Abmachungen verstoßen hatte. "Ich hätte mir gewünscht, dass Lahm keinen Rückzieher gemacht, sondern die Geschichte durchgezogen hätte", sagt der Berliner Medienrechtler Johannes Weberling im "Fränkischen Tag" und behauptete, der Nationalspieler hätte gute Chancen, vor Gericht die Geldstrafe seines Clubs zu kippen: "Bei jedem Arbeitsvertrag ist ein totaler Maulkorb-Erlass rechtlich unzulässig."

Der Nationalspieler hat sich inzwischen in einem Gespräch mit dem Bayern-Vorstand entschuldigt, doch Manager Uli Hoeneß kartete nach und stellte in Interviews den Sachverstand des Verteidigers in Frage. "Lahm liegt zu 90 Prozent falsch", sagte der 57-Jährige der Wochenzeitung "Die Zeit". Den Vorwurf, dem FC Bayern würde eine Strategie fehlen, wies Hoeneß als "lächerlich" zurück.

Cheftrainer van Gaal versucht in diesen Tagen, seinen Spielern wieder das "Mia-san-mia"-Gefühl zu vermitteln. Am Donnerstag gab es ein gemeinsames Mittagessen, für Freitag war ein Testspiel einer aus Profis und Amateuren gebildeten Bayern-Mannschaft gegen die U21- Junioren der Niederlande geplant. Es gehe darum, den Spielern, "die bisher noch nicht so oft zum Zug gekommen sind", Spielpraxis zu verschaffen, erklärte van Gaal. Die deutschen Nationalspieler, die nach der Absage des Chile-Länderspiels seit Donnerstag in München trainieren, kamen nicht zum Einsatz.

Im Spitzenspiel gegen Leverkusen muss der Niederländer womöglich auf seinen Landsmann Robben verzichten. Wegen Kniebeschwerden sagte der Flügelflitzer seine Teilnahme an den Testspielen der Holländer an diesem Samstag gegen Italien und am kommenden Mittwoch gegen Paraguay ab. Anfang November war der 25-Jährige am Knie operiert worden. Bangen muss van Gaal auch um den Einsatz von Miroslav Klose. Nach der Erkrankung seiner Zwillingssöhne Noah und Luan an Schweinegrippe steht der Nationalspieler mit seiner Familie unter Quarantäne.

(dpa, N24)

13.11.2009 13:28 Uhr

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