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WM-Quali: Relegation

Favoriten demonstrieren Selbstsicherheit

Frankreich, Portugal, Russland, Griechenland - die Namen der Fußballnationen, die noch in der Relegation ein WM-Ticket ergattern wollen, klingen. Alle sind sich sicher: Wir packen das.

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Wer im kommenden Sommer die holden Klänge der Vuvuzelas hören will, muss sich jetzt noch einmal richtig reinhängen.
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Deutschland qualifiziert sich als klarer Gruppensieger, ungeschlagen für die Fußball WM 2010. Russland spielt in der Relegation.
Aus Europa haben sich zudem bisher folgende Mannschaften direkt qualifiziert: Dänemark, Schweiz, Slowakei, Deutschland, der Europameister Spanien, England, Serbien, WM-Titelverteidiger Italien und auch die Niederlande sind dabei.
Aus Afrika haben sich qualifiziert: Gastgeber Südafrika sowie Ghana und die Elfenbeinküste.
Aus der Nord- und Mittelamerika-Gruppe spielen die USA, Mexiko und Honduras sicher in Südafrika. Costa Rica als Viertplatzierter muß noch in die Play-Offs. Gegner ist dort der Fünftplatzierte Südamerika Vertreter Uruguay.
Die Play-off-Spiele in Europa für die WM-Qualifikation bestreiten: Portugal, Griechenland, Slowenien, Russland, Bosnien-Herzegowina, Ukraine, Frankreich und Irland.
Aus Südamerika haben sich vier Mannschaften bereits qualifiziert: Rekordweltmeister Brasilien, Chile, Paraguay und auf dem letzten Drücker Argentinien.
Aus Asien fahren die "Socceroos" aus Australien sowie Japan, Südkorea und dessen Nachbar Nordkorea nach Südafrika.
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Fußball ist in Südafrika äußerst populär - bei Jung und Alt.
Historisch bedingt ist die Sportart gerade in der schwarzen Bevölkerung Südafrikas am beliebtesten, ...
... da Fußball weniger stark von den ethnischen Abgrenzungen der Apartheid betroffen war als beispielsweise Rugby oder Cricket.
Schulkinder spielen mit einem selbstgebastelten Fußball.
Fans feuern ihre "Bafana Bafana" an, der Spitzname der südafrikanischen Nationalmannschaft. Der Zulu-Ausdruck bedeutet ...
... "Grüne Jungs" und spielt auf die Unerfahrenheit des südafrikanischen Teams zu seinen Anfangszeiten an.
Sie dürfen in keinem Stadion fehlen - die Vuvuzelas. Das Blasinstrument ist das Symbol des südafrikanischen Fußballs. Frei nach dem afrikanischen Sprichwort "Der Affe wird durch viel Krach erlegt" machen sie einen immensen Lärm, ...
... so dass sie ins Blickfeld einiger Spieler und Trainer geraten sind. Diese fordern ein Verbot der Vuvuzelas während der Fußball-WM 2010. Von FIFA-Präsident Blatter gab's dazu aber eine klare Absage.
Noch herrscht Ruhe im Free State Stadion in Bloemfontein, eines der Spielstadien der Fußball-WM. Nach umfangreichen Modernisierungen konnte es während des Confed Cups `09 seine Spieltauglichkeit beweisen.
Das offizielle Maskottchen der Fußball-WM 2010 ist dieser knuffige Leopard. Der Name "Zakumi" ist zusammengesetzt aus den zwei Buchstaben "ZA", die für Südafrika stehen, und "kumi", was in vielen afrikanischen Sprachen "zehn" bedeutet.
Neben Fußball ist Rugby die beliebteste Sportart in Südafrika. Sie wurde anfänglich aus Rassentrennungsgründen nur von Weißen gespielt, ist aber mittlerweile über jede ethnische Grenzen hinweg populär.
Südafrika ist der amtierende Rugby-Weltmeister und bezwang England 2007 im Finale der Rugby Union Weltmeisterschaft.
Die Küste Südafrikas umfasst eine Länge von 2.500 km und ...
... erstreckt sich über zwei Weltmeere, der Atlantische Ozean im Westen und der Indische Ozean im Osten.
Südafrikas Küstenstreifen lädt jede Menge weitere Sportbegeisterte ein: ...
Angefangen bei den Surfern vor Kapstadt, ...
... über die Kiteboarder, ...
... hin zu den Basejumpern und ...
... den Seglern des Volvo Ocean Race, die auf ihrer Segelregatta um die ganze Welt auch das Kap der Guten Hoffnung umrunden.
Auch die possierlichen Pinguine finden in drei Brutkolonien an der Küste Südafrikas ein Zuhause.
Von Ende Juli bis Anfang Dezember können an der Küste Südafrikas regelmäßig Wale beobachtet werden.
Ihr vermehrtes Auftreten führt hier auf der sogenannten "Whale Route" zu einem regelrechten Touristenboom.
Neben den Walen bietet der Kruger National Park die Gelegenheit weitere Vertreter der "Big Six", der sechs großen Säugetiere Afrikas, zu erleben.
Das größte Wildschutzgebiet Südafrikas umfasst mehr als 20.000 Quadratkilometer Fläche ...
... und lockt jährlich über vier Millionen Besucher an. Sie können hier zum Beispiel Elefanten sehen.
In kaum einem anderen Land der Welt werden jedoch Wildtiere wie die Elefanten derart kommerziell ausgeschlachtet wie in Südafrika.
So ist der Abschuss von Elefanten selbst im Kruger National Park offiziell erlaubt. Als Grund wird ihre Überpopulation angegeben, die angeblich die Artenvielfalt im National Park gefährdet.
Weniger gefährlich leben die weiteren tierischen Attraktionen wie die Löwen, ...
... Zebras, ...
... Kolibris und ...
.... Strauße.
Die Unterkünfte im Kruger National Park im Rahmen der Fußball-WM 2010 waren übrigens innerhalb von zwei Stunden nach Öffnung des Reservierungsbüros ausgebucht.
Das "Big Hole" in der südafrikanischen Stadt Kimberley ist ein riesiges von Menschenhand geschaffenes Erdloch. Es liegt mitten in der Stadt und ist wegen seiner Dimensionen und wegen der …
…Diamantengewinnung bekannt. In Kimberley und Umgebung waren im Jahr 1870 50.000 Menschen mit der Diamantengewinnung beschäftigt. Seit 1914 ist das "Big Hole" geschlossen.
Neben den industriellen Wirtschaftseinkünften wird in Südafrika vermehrt der Weinanbau betrieben.
Diese Tradition ist in Südafrika bereits über 300 Jahre alt, auch wenn südafrikanische Weine erst am Ende der 1980er Jahre in Europa populär wurden.
Neben Wein zählt der Tee zu einem wichtigen Exportgut. So ist Südafrika das einzige Land, das auf natürliche Weise die Teesorte Rotbusch (Rooibos) anbaut.
Der Rooibos-Strauch kommt ausschließlich am Westkap vor und der aus ihm gewonnene Tee ist wegen seiner wohltuenden Wirkung bekannt und beliebt.
Die größte Stadt Südafrikas ist Johannesburg mit mehr als drei Millionen Einwohnern.
Landeshauptstadt ist allerdings das rund 50 Kilometer nördlich gelegene Pretoria.
Trotzdem befindet sich hier die größte Börse Afrikas, die Johannesburg Securities Exchange.
Mit über 532 Bussen und täglich 90.000 Passagieren bietet die Johannesburg Metropolitan Bus Service, kurz Metrobus, die beste Möglichkeit durch die Stadt zu kommen - und sie nebenbei auch noch anzuschauen.
Von den Afrikanern gerne als "Mutterstadt" bezeichnet: Kapstadt ist die drittgrößte Stadt im Land.
Der Begriff "Mutterstadt" ist darauf zurückzuführen, dass Kapstadt die erste Stadtgründung in der südafrikanischen Kolonialzeit war.
Den Namen Kapstadt erhielt sie jedoch in Anlehnung an das 45 Kilometer südlich gelegene "Kap der Guten Hoffnung".
In Kapstadt befindet sich der Sitz des südafrikanischen Parlaments.
Seit 1994 ist dies die offizielle Flagge Südafrikas. Die unterschiedlichen Farben repräsentieren die verschiedenen Bevölkerungsgruppen des Landes. Rot, weiß und blau sind die Farben der weißen Bevölkerung, ...
... schwarz, grün und gelb die Farben der afrikanischen Bewegungen. Der zentrale zusammenlaufende grüne Streifen in Form eines liegenden "Y" symbolisiert die neugefundene Einheit des Landes nach dem Ende der Apartheid.
Die offizielle Währung in Südafrika ist der "Rand". Auf dem Foto ist der Krugerrand abgebildet, ebenfalls ein offizielles Zahlungsmittel Südafrikas, welches aber praktisch nicht genutzt wird.
Südafrika ist eine der weltweit am schwersten von der HIV-Epidemie betroffenen Regionen. Statistiken der Organisation UNAIDS gehen davon aus, dass jeder fünfte Erwachsene in Südafrika mit dem HIV-Erreger infiziert ist.
Als bedeutendster Kämpfer in der Anti-Apartheid-Bewegung Südafrikas gilt Nelson Mandela. Er war nach 27-jähriger politischer Gefangenschaft der erste schwarze Präsident des Landes. 1999 trat er als Präsident zurück.
Zu Zeiten der Apartheid eingeführt, sind Townships gigantische Wohngebiete, die die Größe von Städten erreichen können. Die hohe Bevölkerungsdichte und vorherrschende Armut verursachen eine hohe Kriminalität, die sich auch in Straßenkämpfen niederschlägt.
Im Mai 2008 erlebte Südafrika eine Welle der Fremdenfeindlichkeit (Xenophobie), die sich von den Townships in Johannesburg und anderen Städten ausbreitete. Das Elend der armen Slumbewohner hat sich in regelrechte Pogrome gegen ...
... Flüchtlinge und Einwanderer aus anderen afrikanischen Staaten, insbesondere Simbabwe und Mosambik, entladen – die Gewalt Armer gegen Ärmere.
Die Zulus sind die größte ethnische Gruppe in Südafrika. Sie umfassen heute ca. elf Millionen Menschen.
Dem kann sich auch das globale Social Network "Facebook" nicht verschließen - nach Kisuaheli wird es die Facebook-Seiten bald auch auf isiZulu, der Sprache der Zulus, geben. Der derzeit mächtigste Zulu ist …
… Jacob Zuma, der amtierende Staatspräsident Südafrikas. Er gilt als schillerndster Politiker des südlichen Afrikas. Der polygam lebende Zuma musste sich bereits Korruptions- und Vergewaltigungsvorwürfen stellen, die er jedoch unbeschadet abweisen konnte.
Die Wege der Prinzen William und Harry von Wales führten auch durch Südafrika. Sie haben an der Enduro Afrika teilgenommen, eine Rallye, deren Erlöse für einen wohltätigen Zweck gespendet wurden.
Harrys langjährige Freundin Chelsy hat ebenfalls einige Jahre in Südafrika gelebt. Geboren in Simbabwe, studierte sie in Kapstadt Wirtschaftswissenschaften. Seit Januar 2009 gehen beide getrennte Wege.

Die großen Fußball-Nationen bemühen ebenso große Worte, um das Undenkbare möglichst glaubhaft auszuschließen: Vor den Relegations-Hinspielen zur Fußball-Weltmeisterschaft 2010 geben sich die Favoriten aus Frankreich und Portugal selbstsicher. Allein der Gedanke an ein Ausscheiden gegen Irland steht für die "Équipe tricolore" ebenso wenig zur Debatte wie für die Portugiesen im Duell mit Underdog Bosnien-Herzegowina.

Russlands Trainer Guus Hiddink gibt sich vor der "Pflichtaufgabe" gegen Slowenien als Euphoriedämpfer, Otto Rehhagels Griechen wollen gegen die Ukraine Großes erreichen. Außerhalb Europas streiten Ozeanien-Sieger Neuseeland und Asien-Vertreter Bahrain sowie der Südamerika-Fünfte Uruguay und Costa Rica als Vierter der Nord- und Mittelamerika-Zone um die Fahrkarte zur Endrunde nach Südafrika.

Iren wollen zu Hause mauern

"Eine Niederlage kommt für uns nicht infrage", machte Frankreichs Spielgestalter Yoann Gourcuff vorab deutlich. Der Regisseur von Girondins Bordeaux soll für die Kreativität hinter den beiden Spitzen Thierry Henry und Nicolas Anelka sorgen. Auch der französische Verbandspräsident Jean-Pierre Escalettes stellte klar, dass "wir uns qualifizieren werden". Alles andere wäre "ein Skandal", sagte Patrice Evra von Manchester United.

Giovanni Trapattoni, ein Italiener in irischen Diensten, setzt gegen den Favoriten selbst in Dublin auf geballte Defensivpower: "Wir sollten zu Hause kein Tor kassieren, weil das dem Gegner einen großen Vorteil fürs Rückspiel geben würde", sagte der Coach. Abwehrspieler Richard Dunne versprach "einen Kampf bis zum letzten".

Bosnien-Coach fordert vollen Einsatz

Ähnlich schwer wie Frankreichs erzwungener Verzicht auf Franck Ribéry (Knieprobleme) wiegt in Portugal der Ausfall von Weltstar Cristiano Ronaldo (Sprunggelenksblessur). Ohne den Madrilenen setzt Trainer Carlos Queiroz in Lissabon auf eine verstärkte Defensive - und erstmals seit drei Jahren auch wieder auf den Wolfsburger Ricardo Costa in der Abwehr. "Seine Hilfe wird besonders wertvoll sein. Er spielt mit zwei der besten Bosnier im Verein", sagte Queiroz.

In Portugal seien die Offensivkräfte Edin Dzeko und Zvjezdan Misimovic "nicht bekannt - und ich hoffe, dass sich das nach den Playoffs nicht ändert. Unterm Strich habe ich keine Zweifel, dass wir uns qualifizieren", betonte Queiroz. Die Osteuropäer schöpfen ihre Zuversicht aus der Tatsache, dass sie im Rückspiel Heimrecht haben. "Das könnte ein kleiner Vorteil für uns sein", sagte Misimovic. Allerdings sind gleich neun Bosnier mit einer Gelben Karte vorbelastet. "Aber wer sich aus Angst vor einer Sperre zurückhält, fliegt zum Rückspiel raus", kündigte Coach Miroslav Blazevic an.

Ukraine schon oft in Playoffs gescheitert

Für Bosnien wäre es die erste WM-Teilnahme - allerdings war auch Griechenland bisher nur 1994 vertreten. "Nun haben wir das Ende unseres Weges erreicht", sagte Trainer Otto Rehhagel. "Wir müssen in Athen beweisen, dass wir den Preis verdienen." Die Ukraine setzte im Vorfeld auf ausführliches Videostudium, wertete die letzten elf griechischen Länderspiele penibel aus. Das Team um Stürmer Andrej Schewtschenko war bereits in der Relegation zu den Weltmeisterschaften 1998 und 2002 sowie zur EM 2000 gescheitert.

Auch Slowenien verfügt über jede Menge Playoff-Erfahrung, zeigte sich aber wesentlich erfolgreicher und schaffte bei drei Anläufen zweimal die Qualifikation für ein großes Turnier. In Moskau habe Russland "den Vorteil, die Kälte gewohnt zu sein", sagte Verteidiger Marko Suler. Die Russen sehen sich sowieso als klarer Favorit, entsprechend groß ist die Euphorie. Trainer Hiddink wollte bremsen - und stellte seinen Spielern die Slowenien gar als unbezwingbares Team vor, "das perfekt verteidigt und vorne jede Chance nutzt".

(Michael Brehme, dpa, N24)

13.11.2009 13:21 Uhr

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