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Super-Lichtquelle PETRA III in Hamburg eröffnet

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Im Hamburger Forschungszentrum Desy - vorne die Experimentierhalle von PETRA III - schauen Wissenschaftler tief ins Herz der Materie. Foto: Reimo Schaaf/Desy

Eines der brillantesten Lichter der Forschung leuchtet künftig in Hamburg. Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) gab am Montag den Startschuss für eine der modernsten Anlagen der Welt zur Erforschung von Biomolekülen und neuer Materialien.

Von dem besonderen Röntgenlicht von PETRA III erhoffen sich die Forscher am Deutschen Elektronen-Synchrotron (DESY) neue Einblicke in die Struktur von Eiweißmolekülen (Proteinen) und Nanomaterialien. Die Anlage biete der Wissenschaft in Hamburg «einzigartige Perspektiven», sagte Schavan.

Für PETRA III wurde in knapp zweieinhalb Jahren ein 2300 Meter langer unterirdischer Beschleunigerring modernisiert und eine rund 300 Meter lange Experimentierhalle neu gebaut. Bund und Stadt investierten insgesamt 233 Millionen Euro.

«Mit PETRA III nehmen wir bei DESY die weltbeste Synchrotronstrahlungsquelle ihrer Art in Betrieb», sagte der Vorsitzende des DESY-Direktoriums, Prof. Helmut Dosch. «Die hochenergetischen und haarfeinen Röntgenstrahlen vom PETRA III werden es Wissenschaftlern aus den unterschiedlichsten Disziplinen ermöglichen, gestochen scharfe Bilder von Nano- und Biomaterialien zu erhalten, eine unabdingbare Voraussetzung für die Medikamente und Hochleistungsmaterialien von morgen.»

PETRA III - ausgeschrieben Positron-Elektron-Tandem-Ring-Anlage - hat nach DESY-Angaben bereits im Probetrieb einen Rekord aufgestellt. Die Anlage erzeugte den feinsten Röntgenstrahl der Welt. Mit dem besonders scharf gebündelten und hellen Röntgenlicht können Biologen die Anordnung der Atome von Proteinen betrachten oder Materialforscher die Struktur von Nanomaterialien analysieren. Die Anlage erzeugt sogenannte Synchrotronstrahlung, indem sie schnelle elektrisch geladene Teilchen mit Magneten auf einen Schlingerkurs schickt. Das so entstehende Röntgenlicht ist besonders hell und scharf gebündelt - Forscher sprechen von hoher Brillanz.

In der neuen Experimentierhalle, deren Betongrundplatte von der Umwelt entkoppelt ist, damit kein Bild verwackelt, können Wissenschaftler aus aller Welt an 14 Messplätzen gleichzeitig arbeiten.

Bei der 1959 gegründeten und heute zur Helmholtz-Gemeinschaft gehörenden Forschungseinrichtung DESY arbeiten 1900 Mitarbeiter. Der zu 90 Prozent vom Bund getragenen Jahresetat beträgt 192 Millionen Euro.

(DPA)

16.11.2009 15:55 Uhr

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