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Bei Bing macht's Bang

Microsoft-Suche gewinnt Marktanteile

Microsoft will mit seiner Suchmaschine Bing dem Platzhirsch Google das Wasser abgraben. Und das scheint zu gelingen. In den USA hat Bing eine psychologisch wichtige Marke genommen.

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Bing kann bei den Nutzerzahlen zulegen, Google aber auch. Nur Yahoo hat Marktanteile verloren.
Den Posten als Chef von Microsoft hat Bill Gates bereits vor acht Jahren aufgeben und in die Hände seines Kompagnons Steve Ballmer gelegt.
Nun zieht sich der Mitbegründer von Microsoft endgültig aus dem Tagesgeschäft des Softwaregiganten zurück.
Computergenie, Sonderling, "Nerd", Visionär und Business-Stratege - es gibt viele Namen für den Mann, der in den vergangenen 30 Jahren den Alltag von vielen Millionen Menschen radikal verändert hat.
Vom 1. Juli 2008 an will er sich auf seine gemeinnützige Arbeit in der milliardenschweren Bill & Melinda Gates Foundation konzentrieren, die sich vor allem für den Kampf gegen Krankheiten engagiert.
Keine Führungspersönlichkeit der IT-Branche hat so früh daran geglaubt und so entschlossen daran gearbeitet wie Bill Gates, dass Computer einmal ganz selbstverständlich von jedermann genutzt werden können.
Die Wende kündigte sich an, als Ende 1974 die Zeitschrift "Popuplar Electronics" mit dem Mikrocomputer "Altair 8800" auf dem Titel erschien.
Bill Gates (r) und sein Studienfreund Paul Allen waren wie elektrisiert. "Wir hatten keine Ahnung, wozu so ein Personal Computer zu gebrauchen wäre, und dennoch war uns schon bald klar, dass er uns und die Welt verändern würde."
Per Zufall erhielt er 1980 den Großauftrag, ein Betriebssystem für den ersten PC von IBM zu liefern - ein System, das er zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht besaß. Gates versprach der IBM-Delegation das Blaue vom Himmel.
Gelöst wurde die prekäre Situation, indem er von der klammen Firma Seattle Computers Products (SCP) für 50.000 Dollar die Rechte an einem System mit dem Namen "Qdos" kaufte, um IBM zu bedienen.
Gates benannte das System in MS DOS ("Microsoft Disc Operating System") um und entwickelte es weiter.
Auch später sah Gates sich immer wieder dem Vorwurf ausgesetzt, Innovationen nicht selbst entwickelt, sondern bei anderen abgekupfert zu haben.
Mit DOS legte Gates nicht nur den Grundstein für den überragenden Erfolg von Microsoft und seines persönlichen Vermögens, sondern begründete die Software-Industrie.
Mit dem Büroprogrammpaket "Office" und dem Betriebssystem "Windows" wuchs das Unternehmen in den folgenden Jahrzehnten dann zu einem übergroßen Software-Imperium.
Noch heute erwirtschaftet Microsoft seinen Gewinn fast ausschließlich mit "Office" und "Windows", auch wenn die Produktpalette des Konzerns fast unüberschaubar geworden ist.
Obwohl Gates stets bereit war, den Erfolg von Microsoft mit Partnern zu teilen, schreckte er aber auch nicht davor zurück, die Marktmacht seines Unternehmens brutal einzusetzen.
Als Microsoft Anfang der neunziger Jahre die Bedeutung des Internets verschlafen hatte, zettelte Gates den "Browser-Krieg" gegen Netscape an.
Diese Episode steht stellvertretend für die wiederholt angeprangerten Geschäftspraktiken des Konzerns.
Nach dem Wahlsieg von George W. Bush gegen Al Gore im Jahr 2001entging Microsoft jedoch einer drohenden Zerschlagung.
Gates tat sich in dieser Phase schwer, die Rolle des Konzernführers auszufüllen. In endlosen Meetings musste er mit seinem Juristenstab die Abwehrstrategie für Microsoft entwerfen, anstatt sich auf neue Produkte konzentrieren zu können.
Die Unzufriedenheit von Bill Gates mit seiner eigenen Rolle dürfte auch den Ausschlag gegeben haben, dass er im Januar 2000 als Chief Executive Officer (CEO) zurücktrat, um sich auf die Rolle des "Chief Software Architects" zu fokussieren.
Die Querelen um das Kartellverfahren beeinträchtigten aber insbesondere in den USA die öffentliche Wertschätzung für Gates Lebensleistung kaum.
Wer beim Börsengang am 13. März 1986 hundert Microsoft-Aktien für insgesamt 2800 Dollar gekauft und sie bis heute behalten hätte, besäße nach den verschiedenen Aktiensplitts inzwischen 28.800 Microsoft-Aktien im Gesamtwert von knapp 830.000 Dollar.
Bill Gates wurde vom US-Wirtschaftsmagazin "Forbes" in der Zeit zwischen 1996 und 2007 dreizehn Mal als reichster Mann der Welt gelistet. In diesem Jahr rutschte er mit einem geschätzten Vermögen von 58 Milliarden Dollar auf Platz drei ab.
Die nächste Runde auf dem hart umkämpften Browser-Markt kann beginnen. Microsoft stellte diese Woche die Vorabversion des Internet Explorers 8 zum Download bereit. N24.de hat sich diese neue Version genauer angeschaut.
Es genügt ein Klick auf der Internet-Explorer-Homepage und …
… man ist beim Download-Link der "Release Candidate"-Version des IE8. Nach der Auswahl der gewünschten Sprache und des Betriebssystems startet der Download der Setup-Datei.
Nach dem Starten der Installation hat man die Möglichkeit zur Verbesserung des Internet Explorers beizutragen, indem man der Software erlaubt, Fehlermeldungen der Anwendung automatisch an Microsoft zu übertragen.
Vor der Installation muss schließlich noch ein Update installiert werden, das den Windows-Rechner vor Sicherheitsbedrohungen bösartiger Software unterstützen soll.
Aber dann kann es losgehen. Updates werden heruntergeladen und die Software installiert.
Windows-XP-Nutzer, die das Service-Pack 3 schon installiert haben sowie Windows-7-Nutzern, wird übrigens dringend von der Installation dieser Vorabversion des IE8 abgeraten, da sich diese Betriebsysteme (noch) nicht mit dem IE8 RC1 vertragen.
Nach abgeschlossener Installation und einem Neustart des Rechners hat man endlich das Vergnügen, den neuen Microsoft-Browser zu testen. Auf den ersten Blick unterscheidet sich dieser kaum von seinem Vorgänger.
Als erstes fällt das neu gestaltete Suchfenster ins Auge. Durch einen Klick auf den linken Pfeil kommt man …
… auf eine Ad-On-Seite, auf der man per Klick weitere Suchdienste hinzufügen kann.
Gibt man nach dem Hinzufügen einen Suchbegriff in das Suchfenster ein, zeigt der Internet Explorer die ersten Suchergebnisse des ausgewählten Dienstes mit (falls vorhanden) Bild in einem Drop-Down-Menü.
Ebenfalls neu im Paket: der SmartScreen-Filter. Hierdurch möchte Microsoft die Browsersicherheit verbessern.
Dabei sendet der IE8 Website-Adressen an Microsoft und vergleicht diese mit einer Liste bekannter unsicherer Webseiten. Wir testeten N24.de …
… und waren beruhigt zu erfahren, das unsere Webseite laut SmartScreen-Filter keine Bedrohung darstellt.
Der "InPrivate"-Modus, umgangssprachlich auch Porno-Modus genannt, verhindert, dass der IE8 Daten der Browsersitzung speichert.
Verläufe, Cookies und temporäre Dateien landen nicht auf der Festplatte und können von keinem anderen Nutzer entdeckt werden. Auch Symbolleisten, Erweiterungen und PlugIns sind "InPrivate" deaktiviert.
Eine weitere schöne Neuerung sind die farblich markierten Registrierkarten. So sieht man auf einen Blick, welche der geöffneten Seiten zueinander gehören.
Achtung User! Falls eine Webseite nicht wie gewohnt dargestellt wird, kann man die Funktion "Kompatibilitätsansicht" nutzen. Nach einem Klick auf den Button …
… wechselt der IE8 zur Darstellungsform des Vorgängers. Gefällt einem diese Ansicht besser, kann man diese Option auch standardmäßig für diese Webseiten einstellen.
Fazit: Die neue Version des Internet Explorers kann durchaus mit den Konkurrenzmodellen mithalten. Viele der neuen Features im IE8 haben andere Browser allerdings schon länger an Board.
Video: Windows 7 - Was der Vista-Nachfolger besser kann
Video: Bing.de - Neue Suchmaschine von Microsoft

Wachsen, wachsen, wachsen: Microsofts neue Suchmaschine Bing nähert sich in den USA nach jüngsten Erhebungen der Zehn-Prozent-Marke. Im Oktober hätten sowohl Marktführer Google als auch Microsofts Bing zugelegt, ermittelten die Marktforscher von ComScore. Das Wachstum ging allerdings auf Kosten von Yahoo.

Den Marktforschern zufolge legte Microsoft im Oktober im Vergleich zum Vormonat von 9,4 auf 9,9 Prozent Marktanteil im US-Markt zu. Der Anteil des Branchenprimus kletterte ebenfalls leicht von 64,9 auf 65,4 Prozent. Lediglich Yahoo sackte erneut leicht ab. Der Marktanteil des Branchenzweiten gab diesmal von 18,8 auf 18 Prozent nach. Seit Januar hat Yahoo damit insgesamt drei Prozentpunkte verloren.

Microsoft war vor gut einem halben Jahr mit der Suchmaschine Bing an den Start gegangen, die das nicht sehr erfolgsverwöhnte Microsoft Live Search ablöste. Kurz vor Marktstart hatte das Unternehmen mit 8 Prozent Marktanteil sein Jahrestief erreicht. Ende Juli hatte sich Microsoft zudem mit Yahoo zu einer mehrjährigen Partnerschaft im Suchgeschäft verbündet. Yahoo nutzt künftig die Suchtechnologie von Microsoft und wird im Gegenzug dazu an den Werbeeinnahmen beteiligt.

(dpa, N24)

17.11.2009 13:50 Uhr

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