Neuer Millionen-Vertrag

Hoeneß will Befreiungsschlag

Während es sportlich beim FC Bayern kriselt, ist der Verein finanziell gut aufgestellt. Was den Münchnern zum Glück fehlt, ist ein Befreiungsschlag. Den erhofft man sich am Sonntag gegen Leverkusen.

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Finanziell schwebt Bayern-Manager Hoeneß auf Wolke sieben, sportlich verlangt er von seinem Verein einen Befreiungsschlag.
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Deutschland qualifiziert sich als klarer Gruppensieger, ungeschlagen für die Fußball WM 2010. Russland spielt in der Relegation.
Aus Europa haben sich zudem bisher folgende Mannschaften direkt qualifiziert: Dänemark, Schweiz, Slowakei, Deutschland, der Europameister Spanien, England, Serbien, WM-Titelverteidiger Italien und auch die Niederlande sind dabei.
Aus Afrika haben sich qualifiziert: Gastgeber Südafrika sowie Ghana und die Elfenbeinküste.
Aus der Nord- und Mittelamerika-Gruppe spielen die USA, Mexiko und Honduras sicher in Südafrika. Costa Rica als Viertplatzierter muß noch in die Play-Offs. Gegner ist dort der Fünftplatzierte Südamerika Vertreter Uruguay.
Die Play-off-Spiele in Europa für die WM-Qualifikation bestreiten: Portugal, Griechenland, Slowenien, Russland, Bosnien-Herzegowina, Ukraine, Frankreich und Irland.
Aus Südamerika haben sich vier Mannschaften bereits qualifiziert: Rekordweltmeister Brasilien, Chile, Paraguay und auf dem letzten Drücker Argentinien.
Aus Asien fahren die "Socceroos" aus Australien sowie Japan, Südkorea und dessen Nachbar Nordkorea nach Südafrika.
Sie sind die "Königlichen" und sie gehen standesgemäß einkaufen: Real Madrid hat für die teuersten Transfers in der Fußballgeschichte gesorgt. Die Wirtschaftskrise scheint spurlos am Verein vorüberzugehen, denn ...
... seit Manuel Pellegrini (im Bild) als neuer Trainer und der steinreiche Bauunternehmer Florentino Perez als zurückgekehrter Präsident bei Real das Sagen haben, heißt die Devise: Einkaufen bis der Arzt kommt.
Nur die besten Spieler sollen es sein: Gerade haben die Madrilenen mit dem Rekordangebot von 94 Millionen Euro für Cristiano Ronaldo seinen Verein Manchester United und die übrige Fußballwelt geschockt. Wenn ManU da mal nicht schwach wird.
Auch auf Bayern-Star Franck Ribéry haben die Spanier mehr als ein Auge geworfen. Doch schon in den vergangenen Jahren haben sie die Maßstäbe in Sachen Transfersummen gesetzt. Hier die Top Ten der teuersten Einkäufe (Ablösesummen zum Teil geschätzt): ...
... Platz 10 für Juan Verón. Der Argentinier wechselte 2001 für 43,7 Millionen Euro von Lazio Rom zu Manchester United.
Auf Platz 9: Ronaldo. Als er sich noch in physischer Hochform befand (2002), legte Real Madrid 45 Millionen Euro bei Inter Mailand auf den Tisch.
Rang 8 für Andrej Schewtschenko. Er ging 2006 für 46 Millionen Euro vom AC Milan zum FC Chelsea.
Auf Rang 7 findet sich Christian Vieri wieder. 1999 kaufte ihn Inter bei Lazio für 46,5 Millionen Euro.
Einen Innenverteidiger ließ sich ManU 2002 46,7 Millionen Euro kosten. Rio Ferdinand kam von Leeds United und landet mit dieser Summe auf Platz 6.
Rang 5 für den Spanier Gaizka Mendieta (M.). Für 48 Millionen Euro kaufte ihn Lazio Rom 2001 beim FC Valencia ein.
Platz vier und 50-Millionen-Grenze geknackt: Hernan Crespo kostete im Jahr 2000 Lazio Rom 56,2 Millionen Euro. Ligakonkurrent AC Parma freute sich über das Geld.
Platz drei für diesen Transfer, der in der spanischen Liga im selben Jahr für Aufruhr sorgte: Portugals Mittelfeld-Genie Luís Figo ging für ...
... 61,4 Millionen Euro vom FC Barcelona zu Real Madrid.
Erst vor wenigen Tagen wurde dieser Hammertransfer bekannt, der damit den 2. Platz besetzt: Real Madrid - wer sonst - holte sich den Brasilianer Kaká ...
... für schlappe 65 Millionen Euro. Das Konto des AC Mailand machte einen gehörigen Sprung.
Bislang unerreicht bleibt aber er: Frankreichs Ballzauberer Zinedine Zidane ist der teuerste Transfer aller Zeiten. Wiederum die "Königlichen" schlugen ...
... 2001 bei Juventus Turin zu und holten ihn für 71,6 Millionen Euro. Inzwischen ist auch Zidane wieder für Real aktiv: Er steht dem neuen Präsidenten als Berater zur Seite. Vielleicht flüstert er ihm ja noch mehr spektakuläre Transfers ein.
Hier noch der teuertste Torwarttransfer: Er ging 2001 in Italien über die Bühne. Juve überwies für Gianluigi Buffon 38,3 Millionen Euro nach Parma.
Von Rekordsummen ist die Bundesliga weit entfernt, doch auch hier ging gerade der teuerste Transfer über die Bühne. Für 30 Millionen Euro lotste sich der FC Bayern Stürmer Mario Gomez vom VfB Stuttgart ins Haus.

Wirtschaftlich bleibt der FC Bayern München eine Klasse für sich, sportlich mahnt die Clubführung nach dem schwachen Saisonstart aber fast schon ultimativ die Kehrtwende zum Besseren an. "Wir brauchen jetzt irgendwann den Befreiungsschlag, damit wir wieder Ruhe reinbringen", forderte Manager Uli Hoeneß in München von Trainer Louis van Gaal und dessen hoch bezahlten Profis. Nur finanziell können Hoeneß, Karl-Heinz Rummenigge und Co. derzeit zufrieden nach vorne schauen: Der bis 2013 verlängerte Vertrag mit dem Hauptsponsor Deutsche Telekom lässt beim deutschen Branchenführer erneut die Kassen klingeln, zudem soll schon in Kürze der schätzungsweise 100 Millionen Euro schwere Deal mit Audi unter Dach und Fach gebracht werden.

Spiel gegen Bayer Leverkusen kommt gerade recht

Nach den Turbulenzen der vergangenen Wochen kommt das Heimspiel an diesem Sonntag gegen Bundesliga-Spitzenreiter Bayer Leverkusen den angeschlagenen Bayern offenbar gerade recht. "Alle bei uns sind sehr fokussiert auf das Spiel. Das ist jetzt das Spiel der Spiele in der Vorrunde", sagte Hoeneß. "Optimal" wäre der Befreiungsschlag schon am Sonntag, konkretisierte der Manager seine Wünsche an Trainer und Mannschaft. "Dann hätten wir wirklich mal eine ruhige Woche." Der FC Bayern rangiert in der Bundesliga nur im Mittelfeld, in der Champions League droht zudem das unerwartet frühe Aus in der Vorrunde.

Sportlich liegt vieles im Argen

Sportlich liegt in der Saison Nummer eins unter van Gaal noch vieles im Argen, wirtschaftlich strotzt der FC Bayern auch inmitten der weltweiten Finanzkrise weiter vor Kraft. "Im Sponsoring sind wir in Europa Nummer eins", betonte Manager Hoeneß und durfte sich über die Verlängerung des Vertrages mit der Deutschen Telekom AG gleich bis 2013 freuen. Auch in Zeiten sportlicher Schwächen sei der FC Bayern für Sponsoren interessant, betonte Hoeneß. "Gefährlich wäre so etwas nur, wenn das Interesse am FC Bayern stark nachlässt."

Dass dies selbst im titellosen Klinsmann-Jahr nicht der Fall war, konnte Henning Stiegenroth, Sportmarketing-Leiter bei der Deutschen Telekom, beweisen: So habe es in der vergangenen Spielzeit im Fernsehen satte 1900 Stunden Berichterstattung über den Rekordmeister gegeben. "Der FC Bayern ist nun einmal der erfolgreichste Club in Deutschland", erklärte Stiegenroth. "Ich bin stolz, dass wir einen Partner wie die Deutsche Telekom auch für die weiteren Jahre bis 2013 gewinnen konnten", sagte Hoeneß.

Stillschweigen über finanzielle Details

Über finanzielle Details vereinbarten beide Seiten, die bereits seit 2002 zusammenarbeiten, Stillschweigen. Zuletzt hatte die Deutsche Telekom jährlich bis zu 20 Millionen Euro gezahlt. Laut Schätzungen soll der nach monatelangen Verhandlungen zustande gekommene neue Kontrakt bis zu 25 Millionen Euro jährlich vorsehen. "Wir haben einen guten Vertrag", ließ sich Hoeneß lediglich entlocken.

Allerdings sei der Vertrag leistungsbezogen und mache für den Verein das Erreichen der europäischen Wettbewerbe notwendig. "Wir müssen international spielen." Schon in den kommenden Tagen dürfte nun auch der Einstieg von Audi beim FC Bayern verkündet werden. Der Deal könnte dem deutschen Rekordmeister schätzungsweise rund 100 Millionen Euro in die Kassen spülen und damit für eine deutlich frühere Abzahlung der Kredite für die Allianz Arena sorgen.

(Michael Fox, dpa, N24)

17.11.2009 14:17 Uhr

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