Eisenbahn-Bundesamt

Jeder Fünfte Güterwagen hat Mängel

Nach dem S-Bahn-Chaos in Berlin steht die Deutsche Bahn erneut in der Kritik. Nach einer Untersuchung von 4500 Güterwaggons wurden bei jedem Fünften "sicherheitsrelevante" Mängel festgestellt.

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In dem Bericht heißt es, dass an den Güterwagen Schleifspuren, Kerben und Korrosionsschäden entdeckt wurden.

Das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) hat bei einer Untersuchung von rund 4500 Güterwaggons im vorigen Sommer bei knapp einem Fünftel Mängel an den Achsen festgestellt. Nur ein Teil davon sei "unmittelbar sicherheitsrelevant" gewesen, sagte EBA-Sprecher Ralph Fischer in Bonn. Waggons mit solchen Schäden seien sofort aus dem Verkehr gezogen worden. Ein Sprecher der Deutschen Bahn konnte nicht sagen, wie viele Waggons der Tochter DB Schenker Rail betroffen waren. Wartung und Instandhaltung der Güterbahn-Tochter könne sich aber "im europäischen Vergleich sehen lassen". Auf dem europäischen Schienennetz sind auch Güterwaggons anderer deutscher Eisenbahnunternehmen unterwegs.    

Schleifspuren, Kerben und Korrosionsschäden

Die ARD hatte am Montagabend in einer Dokumentation über die Deutsche Bahn berichtet, bei Güterwagen seien Schleifspuren, Kerben und Korrosionsschäden entdeckt worden. Fischer sagte, die europaweiten Probleme mit den Fahrzeugen seien seit längerem bekannt. Seit 2004 habe das EBA jährlich etwa 15.000 Waggons mit Gefahrgut kontrolliert. Die Aufsichtsbehörde hatte zuletzt nach dem Unglück im italienischen Viareggio die Eisenbahnen aufgefordert, die Achsen ihrer Wagen auf Risse zu überprüfen. In Viareggio war am 29. Juni ein Flüssiggas-Waggon wegen einer gebrochenen Achse entgleist und explodiert. 24 Menschen kamen ums Leben.    

Bahn verlängerte Wartungsfristen bei der Berliner S-Bahn

Bei der Berliner S-Bahn könnten nach Informationen der ARD Wartungsmängel und Technikprobleme auch zu Unfällen in den vergangenen Jahren beigetragen haben. So seien Fristen verlängert worden, zu denen an Wagenrädern Sand als Bremsverstärker nachgefüllt werde, hieß es in dem Fernsehbericht. Dies könne in Zusammenhang mit der Kollision einer S-Bahn mit einem Werkstattzug im November 2006 im Bahnhof Berlin-Südkreuz gestanden haben. Nach dem Unfall hatte sich herausgestellt, dass viel zu wenig Bremssand in dem System war.

In seinem Untersuchungsbericht stellte das EBA fest, dass die Frist von maximal 21 Tagen für die Kontrolle des Füllstandes nicht überschritten wurde. EBA-Sprecher Fischer sagte am Dienstag, unabhängig davon sei nach dem Unglück festgestellt worden, dass die Bremsen der S-Bahn-Baureihe 481/482 zu schwach ausgelegt seien. Seitdem dürften diese Züge nur noch mit maximal Tempo 80 statt zuvor 100 km/h fahren.    

Ein Bahnsprecher sagte, die internen Ermittlungen und die der Staatsanwaltschaft zu dem Unfall liefen noch. Dabei werde auch geprüft, ob der Hersteller Bombardier nur Fahrzeuge mit einer gültigen Zulassung geliefert habe. Wegen der technischen Schwierigkeiten und zusätzlicher Überprüfungen kann die S-Bahn der Hauptstadt seit Monaten nur mit einem Teil seine Züge fahren.

(dpa, N24)

17.11.2009 16:10 Uhr

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