Neue Energie-Labels

EU plant Verbraucher-Verwirrung

A+, A++ oder A+++? Die EU will die Elektrogeräte-Kennzeichnung neu regeln. Welches Gerät tatsächlich besonders energiesparend ist, könnte sich dem Verbraucher dann aber noch schwerer erschließen.

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Für Kühlschränke wird es künftig das Dreifach-"+" geben. Bei anderen Geräten wird hingegen bereits nach einem "+" Schluss sein.

Beim Kauf von Elektrogeräten müssen Verbraucher sich künftig an vier verschiedenen Energie-Labels orientieren. Auf dieses neue Kennzeichnungssystem für den Stromverbrauch von Haushaltsgeräten und Fernsehern einigten sich Vertreter von Europaparlament und EU-Regierungen in Brüssel. Grüne und Verbraucherschützer kritisierten die Pläne als unzureichend. Sie müssen noch vom Parlamentsplenum und dem EU-Ministerrat bestätigt werden. Die bekannten Energie-Labels mit den Energieeffizienzklassen A bis G soll es künftig auch in den Varianten A+ bis F, A++ bis E und A+++ bis D geben. Bei der Farbskala von dunkelgrün für die jeweils beste bis rot für die niedrigste Effizienzklasse soll es bleiben.

Der Grund für die Umgestaltung der Energie-Labels: Seit ihrer Einführung in den 90er Jahren hat sich der allgemeine Geräte-Standard so verbessert, dass mittlerweile fast alle Kühlschränke, Wasch- und Spülmaschinen der A-Klasse angehören. Zugleich werden die Unterschiede innerhalb dieser Kategorie immer größer. Als Notbehelf wurden die Zusatzklassen A+ bis A++ eingeführt. Nach der bereits beschlossenen Anhebung der Effizienzstandards für die A-Klasse hätten nun eigentlich alle Geräte, die die neuen Vorgaben nicht erfüllen, herabgestuft werden müssen. Dagegen liefen aber die Hersteller Sturm.

Verbraucherschützer sind enttäuscht

Die nun vereinbarte Lösung stellt einen Kompromiss dar. Der von der Industrie gewünschten Differenzierung innerhalb der A-Klasse werden Grenzen gesetzt. Denn wenn erst einmal genug Geräte eingeführt sind, die die Bestnote A+++ übertreffen, muss das System angepasst werden - dann wird eine Herabstufung weniger effizienter Produkte notwendig. Gleichzeitig ist das vorgeschlagene System aber sehr verwirrend, weil künftig verschiedene Skalen nebeneinander existieren werden. Der Grund dafür ist, dass die EU die Energie-Kennzeichnung auf Fernseher ausweiten will. Erfasst werden sollen überdies auch Produkte, die nur indirekt zum Energieverbrauch beitragen, so wie Fenster und Dämmstoffe. Da diese Produkte nun erstmals in das System einbezogen werden, wird es für sie zunächst nur die alte Skala A bis G geben.

"Wir sind äußerst unglücklich mit dem Kompromiss, weil viele verschiedene Labels nebeneinander existieren", erklärte der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv). "Das neue System führt nicht mehr dazu, dass dem Verbraucher eine Orientierungshilfe gegeben wird", sagte die vzbv-Referentin für energie-effiziente Produkte, Frauke Rogalla. Die Grünen im Europaparlament kritisierten, die Differenzierung der A-Klasse komme dem Versuch gleich, "die Gold-, Silber- und Bronze-Medaille durch Gold+, Gold++ und Gold+++ zu ersetzen".

(AP, N24)

18.11.2009 17:24 Uhr

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