Bessere Bildung

Bundespräsident sieht Lehrer in der Pflicht

Bei der Stärkung des Bildungssystems sieht Horst Köhler die Lehrer in der Pflicht.Sie müssten den Unterricht ansprechender gestalten,so der Bundespräsident. Nur so könne Begeisterung entfacht werden.

Sie benötigen einen Flashplayer, mindestens in Version 8 sowie aktiviertes JavaScript.

Alternativ können Sie sich die Medien-Inhalte (Bilder und Videos) über folgende Links direkt ansehen:

Bundespräsident Horst Köhler hat Änderungen am deutschen Bildungssystem gefordert. Dabei müssten auch die Lehrer stärker in die Pflicht genommen werden, so das deutsche Staatsoberhaupt.

Bundespräsident Horst Köhler hat eine deutliche Stärkung des deutschen Bildungssystems angemahnt. Dieses sei derzeit "ein Schwachpunkt der deutschen Innovationsfähigkeit", sagte Köhler in München bei der Eröffnung des "Zentrums Neue Technologien" im Deutschen Museum. Diese Schwachstelle sei gerade erst wieder durch den Innovationsindikator des Deutschen Instituts für Wirtschaft (DIW) bestätigt worden. An alle Lehrer appellierte Köhler, nicht nachzulassen im Bemühen, Neugier und Begeisterung bei den Schülern zu wecken. Da seien manche Lehrer "Helden des Alltags", auch wenn die Gesellschaft ihre Arbeit oft nicht genügend anerkenne.

Unterricht soll begeistern

"Leider sieht der Schulalltag manchmal anders aus: Immer wieder höre ich von trockenen Physikstunden und theorielastigen Chemiekursen", sagte Köhler. Da heiße es bei den Schülern schnell: Naturwissenschaften, nein danke! "Immer noch sind wir allenfalls durchschnittlich darin, jungen Menschen Bildungsbegeisterung zu vermitteln", beklagte der Bundespräsident. "Mit Mittelmaß aber werden wir das ehrgeizige Ziel nicht erreichen, dass wir uns gemeinsam mit unseren Partnern in der EU gesteckt haben: zur weltweit innovativsten, wettbewerbsfähigsten Region zu werden."

Umso erfreuter höre er aber auch von neuen Wegen etwa in der Lehrerfortbildung, betonte der Bundespräsident. "Wir müssen mehr tun für den Nachwuchs. Und damit können wir gar nicht früh genug anfangen." Deshalb müsse man die aktuellen Proteste der Schüler und Studenten sehr ernst nehmen, sofern sie Argumente präsentierten und nicht Krawall machten.

Wissenschaft darf nicht alles

Köhler hob die Bedeutung der Forschung sowie neuer Technologien für den gesellschaftlichen Fortschritt hervor. Dabei dürfe man aber nicht nur die Chancen sehen, sondern müsse sich auch offen einer Debatte über Risiken stellen. "Dürfen wir in der Wissenschaft alles, was wir können? Frommt alles, was dem Fortschritt nutzt, tatsächlich auch dem Menschen", fragte Köhler. "Denn er, der Mensch - das ihm Gemäße und ihm Dienende - muss doch am Ende das Maß aller Wissenschaft sein." Die Gesellschaft müsse insgesamt technikmündiger werden - "also weder verbohrt forschungsskeptisch noch blind dem Fortschritt verschrieben".

Das Deutsche Museum gehört nach den Worten von Köhler zu den wichtigen außerschulischen Orten für technische "Erweckungserlebnisse". Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) betonte, die Münchner Einrichtung sei das bundesweit meistbesuchte Museum und damit "die Königin der Museen". Mit der neuen Ausstellung zur Nano- und Biotechnologie bekomme diese Königin "ein neues Kronjuwel". Seehofer hob ausdrücklich die Bedeutung der Gentechnologie für die Landwirtschaft hervor. "Wir stehen auch zur Forschung in grüner Gentechnologie", betonte der CSU-Chef. "Auch die wird in Bayern stattfinden."

(dpa, N24)

19.11.2009 15:56 Uhr

N24 in den Sozialen Netzwerken:

N24 auf Facebook N24 auf Twitter N24 auf Google+
SchließenSchließen Artikel versenden

Name des Absenders*:

E-Mail-Adresse des Empfängers*:


Ihre Mitteilung an den Empfänger:

Es gelten unsere Allgemeinen Nutzungsbedingungen

Sie befinden sich in: Nachrichten » Politik