Chaos im US-Luftverkehr

Computerpanne löscht Flugplandaten

Eine Computerpanne hat den US-Luftverkehr für mehr als fünf Stunden ins totale Chaos gestürzt. Sämtliche Flugplandaten mussten manuell eingegeben werden und hunderte Flüge verspäteten sich.

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Besonders betroffen war der internationale Flughafen von Atlanta, der Airport mit dem weltweit größten Flugaufkommen.
Sie galt als "Königin der Lüfte", "schönster Vogel der Welt", schnellstes und teuerstes Flugzeug, als Wunder der Technik und …
… wegen ihrer Form auch als "fliegender Bleistift". Die Rede ist von der Concorde – dem weißen Deltaflügler. Nur 20 Exemplare wurden von dem eleganten Überschallflugzeug gebaut.
Ihr erstes Markenzeichen: die Nase. Sie wurde bei Start und Landung heruntergeklappt, um den Piloten eine bessere Sicht zu ermöglichen.
Das zweite Markenzeichen: die Schallgeschwindigkeit. Die Concorde war mehr als 2.000 Stundenkilometer schnell. Die Klappnase heizte sich …
… dabei auf 127 Grad auf. Folge: Die gut 62 Meter lange Maschine dehnte sich um 14 Zentimeter. Das faszinierende Kapitel …
… der Luftfahrtgeschichte begann vor 40 Jahren. Am Nachmittag des 2. März 1969 hob in Toulouse …
… die Concorde zum ersten Mal ab. Doch nicht nur Technikfreaks waren dem Charme des Jets erlegen, sondern auch Manager und Superstars. Sting (Foto), Elton John und Topmodel Claudia Schiffer sollen darin Platz genommen haben.
Der Rest der Menschheit fieberte derweil bei den Rekordversuchen mit. Gelungen sind folgende: Vom 15. bis 17. August 1995 gelang einer Air-France-Concorde mit 31 Stunden, 27 Minuten und 49 Sekunden der schnellste Flug um die Welt.
Auf der 36.784 Kilometer langen Flugreise konnten die Passagiere je zwei Sonnenaufgänge und -untergänge miterleben.
Eine Concorde der British Airways flog am 7. Februar 1996 von New York nach London in zwei Stunden, 52 Minuten und 59 Sekunden – die halbe Reisezeit einer Boeing 747.
Und: Am 11. August 1999 flogen zwei British-Airways- und eine Air-France-Concorde während der totalen Sonnenfinsternis mit zweifacher Schallgeschwindigkeit mit dem Mondschatten über den Nordatlantik.
So konnten die Passagiere eine drei bis vier Mal längere totale Sonnenfinsternis sehen als die Beobachter am Boden.
Silvestersüchtige nutzten die Concorde, um zwei Mal Neujahr feiern zu können: Ein Mal in Paris und noch einmal in New York.
Auch unter Termindruck stehende Superstars griffen auf die Concorde zurück: So konnte Phil Collins beim Live Aid am 13. Juli 1985 beiderseits des Atlantik auftreten.
Die Concorde war ein Triumph der französisch-britischen Ingenieurskunst. Doch die Konkurrenz schlief nicht. In der Sowjetunion hatte man zur gleichen Zeit eine Maschine entwickelt, die der Concorde ähnelte – die TU 144.
Beide Maschinen verwendeten Delta-Flügel und eine senkbare Spitze. Nur der Triebswerksbau war anders. Westliche Medien witterten Industriespionage. Kurzerhand verpassten sie der TU 144 den Namen "Konkordski".
Doch bis heute konnten diese Vorwürfe nicht bestätigt werden, zumal der Jungfernflug des TU-144-Prototyps am 31. Dezember 1968 noch vor der Concorde im März 1969 stattfand.
Letztlich sollten beiden Typen das gleiche Schicksal erleiden: Die TU 144 stürzte bei der Luftfahrtausstellung 1973 vor laufenden Kameras ab.
Dabei kamen sieben Einwohner der Gemeinde Goussainville und sechs Besatzungsmitglieder ums Leben.
Bei der Flugshow "Hahn in Motion" gastierte die Concorde im Juni 2000 unter dem Kommando von Christian Mary in Deutschland, …
… dem Kapitän des Unglücksflug AF 4590. Im Juli 2000 stiegen 96 deutsche Touristen in Paris in eine Concorde. Ihr Ziel: New York. Dort wollten sie das Kreuzfahrtschiff "MS Deutschland" besteigen.
Doch die Maschine rollte beim Start über ein Metallteil, das ein kurz zuvor abgeflogenes Flugzeug verloren hatte. Es zerfetzte bei einer Geschwindigkeit von 324 Stundenkilometern …
… einen Reifen, dessen Teile gegen die linke Tragfläche geschleudert wurden. Die Schockwellen zerrissen den Tank Nummer 5 von innen, herausströmendes Kerosin entzündete sich.
Kurz darauf ging die Concorde in Flammen auf. Etwa eine Minute taumelte sie in 60 Metern Höhe, dann neigte sie sich nach links und stürzte auf ein Hotel im Pariser Vorort Gonesse.
Alle 100 Passagiere, die vier Besatzungsmitglieder und vier Menschen am Boden wurden getötet.
Es war der Anfang vom Ende. Air France stellte daraufhin den Flugbetrieb ein, die britische Flugaufsicht entzog der Concorde die Flugtauglichkeitsbescheinigung.
Dazu kam, dass der wirtschaftliche Erfolg von Anfang an ausblieb. Schuld war der hohe Kerosinverbrauch. Als der Jet zu Beginn der 70er-Jahre durchstarten sollte, …
… kam es zum ersten Ölpreisschock. Alle Fluggesellschaften bis auf Air France und British Airways stornierten damals ihre Bestellungen.
Zweiter Nachteil: Viele Länder verweigerten damals dem lärmenden Jet den Überflug mit Schallgeschwindigkeit.
Nach einem kurzen Aufbäumen fand der letzte Flug einer Air-France-Concorde am 27. Juni 2003 statt. British Airways beendete die Concorde-Flüge am 24. Oktober 2003.
Für Concorde-Fans begann damit der Run auf Andenken: Bei einer Auktion in Toulouse wurde der Jet portionsweise verkauft – von der Kloschüssel bis zum Fahrwerk.
So ging der Geschwindigkeitsmesser für 26.000 Euro weg, ein 1,5 Tonnen schweres Fahrwerk mit Reifen brachte ebenfalls 26.000 Euro ein.
Aber auch sechs Jahre nach der Ausmusterung lebt der Traum eines Überschall-Passagierflugzeugs weiter. Zurzeit gibt es mehrere Projekte in den USA und Europa. Doch vor Mitte des nächsten Jahrzehnts wird kein Modell aufsteigen.
So lange muss man sich mit den Jets im Luftfahrtmuseum in Sinsheim (Baden-Württemberg) …
… oder in Filton im Südwesten Englands begnügen.
Es ist beschlossene Sache: Die Lockheed L-1649A "Super Star", von der zwischen 1956 und 1958 nur 44 Exemplare gebaut wurden, soll spätestens ab 2011 wieder fliegen.
Die Deutsche Lufthansa-Berlin-Stiftung hat 2007 für rund 750.000 US-Dollar (588 000 Euro) drei dieser Oldtimer inklusive 13 historischer Motoren und vielen Ersatzteilen von dem amerikanischen Luftfahrtnostalgiker Maurice Roundy aus Auburn erworben.
Das Motto heißt jetzt: Aus drei mach eine.
Zwei dieser betagten Flugzeuge waren früher für die US-Airline TWA geflogen, ...
... eine als "D-ALAN" für die Lufthansa.
Bernhard Conrad, der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Lufthansa-Techniker, der viele Jahre seines Lebens in aller Welt zugebracht hat, ist der Projektleiter vor Ort.
"Am 21. Februar 2011 um 10.00 Uhr morgens ist das Flugzeug in Auburn vom Hof."
Die Kosten für die Wiedergeburt dieser "Super Star" werden alles in allem auf wenigstens 20 Millionen Euro geschätzt.
Die "Super Star" war der Höhepunkt kolbengetriebener Propeller-Flugzeuge, ehe das Düsenzeitalter begann.
Mit diesem Flugzeug eröffnete die Lufthansa weltweit den Nonstop-Langstreckenverkehr.
Die 35,42 Meter lange Lockheed L-1649A (Spannweite 45,72 Meter) hatte schon vor 50 Jahren die phänomenale Reichweite von maximal 11.300 Kilometern und ...
... konnte bei einer Reisegeschwindigkeit von 510 Stundenkilometern 21 Stunden lang fliegen.
Die "Super Star" bot 99 Passagieren Platz; in einer VIP-Version beförderte sie auf höchst komfortable Art und Weise 32 verwöhnte und umsorgte Passagiere.
Im noblen Senator Service gab es sogar Bier vom Fass.
Für einen Hamburger Lufthansa-Kapitän verwirklicht sich mit der Wiedergeburt dieses Flugzeuges ein Traum. Dieter "Didi" Kraus (Bild), Jahrgang 1936, steht den Lufthansa-Technikern in Auburn und Hamburg mit seiner großen Erfahrung zur Seite.
Für ihn war die "Super Star" das schönste Langstreckenflugzeug, das es gab, ...
... auch wenn seine empfindlichen Motoren viel Feingefühl verlangten.
Wenn die Restauration der Maschinen abgeschlossen ist, wird sie wieder in der historischen Lufthansa-Lackierung und mit der historischen Lufthansa-Kabine starten.

Eine Computerpanne hat den Luftverkehr in den USA ins Chaos gestürzt. Im ganzen Land waren hunderte Flüge verspätet oder fielen aus. Wie viele Verbindungen genau betroffen waren, konnte eine Sprecherin der Luftfahrtbehörde (FAA) zunächst nicht sagen. Der Computerausfall wurde nach etwa fünf Stunden am Nachmittag behoben, die Behinderungen dauerten aber weiter an. Nach der Ursache der Probleme bei der Verarbeitung von Flugplandaten wurde gesucht.

Flugpläne mussten manuell eingegeben werden

Wegen der Panne mussten die Flugpläne manuell eingegeben werden. Für Maschinen in der Luft bestand nach Angaben der Fluggesellschaft AirTran keine Gefahr. "In der Luft ist alles sicher", sagte ein Sprecher. Bis zum Morgen sagte AirTran mindestens 22 Flüge ab, Dutzende weitere waren verspätet. Auch Delta, American und Continental berichteten von hunderten Verspätungen.

Atlanta war besonders betroffen

Besonders betroffen war der internationale Flughafen von Atlanta, der Airport mit dem weltweit größten Flugaufkommen. Passagiere wurden aufgefordert, sich vor der Fahrt zum Flughafen online über den aktuellen Stand zu informieren. Auch die großen Flughäfen in New York, Dallas, Houston und Los Angeles meldeten Behinderungen.

Von der Panne waren beide Rechenzentren der FAA betroffen, die sich in Salt Lake City und in Atlanta befinden. Dort werden die Flugpläne für den Luftverkehr des gesamten Landes abgewickelt. Zuletzt war es im August vergangenen Jahres in dem Computerzentrum in Atlanta zu einer Panne gekommen. Damals waren mehrere hundert Flüge vor allem im Nordosten der USA verspätet.

(Harry Weber, AP, N24)

19.11.2009 19:27 Uhr

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