Der Großangriff von Google auf Microsoft nimmt weiter Formen an. Der US-Internetriese gab für externe Entwickler die Codes seines ersten Betriebssystems "Chrome OS" frei.
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Der Internetkonzern Google hat den Quellcode seines Betriebssystems Chrome OS veröffentlicht und die Entwickler- Gemeinde zur Mitarbeit aufgerufen. Die Software sei jedoch erst in einem Jahr marktreif, erklärte das Unternehmen am Donnerstag bei der Vorstellung in Mountain View. Beobachter werten den Schritt als Angriff auf den weltgrößten Softwarekonzern Microsoft. Chrome OS sei als "schnelles Leichtgewicht" angelegt, erklärte der Konzern. PCs mit dem System seien binnen weniger Sekunden startklar.
Daten werden verschlüsselt auf Servern gespeichert
Alle Programme arbeiten Internet-basiert. Dateien wie Textdokumente oder Videos speichert das System nicht auf der lokalen Festplatte, sondern verschlüsselt auf Servern im Internet. Google versprach einen hohen Sicherheitsstandard - beispielsweise dadurch, dass alle Anwendungen in separaten Prozessen ablaufen. "In den letzten Jahren nutzen die Menschen das Internet immer intensiver und erledigen dort immer komplexere Aufgaben mit immer anspruchsvolleren Anwendungen", sagte Google-Manager Sundar Pichai. Das Unternehmen wolle mit Chrome OS eine Umgebung schaffen, die diesen Anforderungen entspreche.
Chrome OS basiert auf Linux
Der Kern von Chrome OS basiert auf dem offenen Betriebssystem Linux, während die Benutzeroberfläche dem Google-Browser Chrome stark ähnelt. Die Software soll zunächst auf den derzeit populären Mini-Notebooks laufen, langfristig aber auf allen Geräten. Das Betriebssystem ist kostenlos. Nutzer können es jedoch nicht herunterladen und auf ihrem Rechner installieren, sondern müssen sich einen neuen Rechner mit vorinstallierter Software kaufen. Beim Vertrieb will der Konzern aus Kalifornien mit Herstellern und dem Handel zusammenarbeiten. Google hatte das Betriebssystem im Juli angekündigt, ohne viele Details zu nennen.
Angriff auf Erzrivalen Microsoft
Experten bewerten den Schritt als Angriff auf den Erzrivalen Microsoft, dessen Windows-Software auf mehr als 95 Prozent aller PCs läuft und die Haupteinnahmequelle des Herstellers ist. Chrome OS werde eines Tages auf Millionen von Rechnern laufen, sagte Google-Chef Eric Schmidt. Google kündigte zudem Neuerungen bei seinem Web-Browser Chrome an. Bis Jahresende sei das Programm auch für Mac-Computer und bald auch für Linux-Systeme erhältlich. Bislang gibt das Programm nur für IBM-PCs. Zudem sei es bald möglich, Erweiterungen - sogenannte Add-Ons - zu integrieren. Chrome hat nach Google-Angaben mittlerweile 40 Millionen Nutzer.