Explosive Stimmung
Venezuela sprengt Brücken nach Kolumbien
Die USA will in Kolumbien Truppen stationieren. Das ist dem Nachbarn Venezuela ein Dorn im Auge. Seit Monaten gibt es deshalb politische Spannungen und Sticheleien. Jetzt eskalierte die Situation.
Die Krise zwischen den südamerikanischen Nachbarländern Venezuela und Kolumbien spitzt sich zu. Das venezolanische Militär sprengte am Donnerstag zwei Fußgängerbrücken nach Kolumbien und löste damit heftige Proteste der Regierung in Bogotá aus, die von einem "schwerwiegenden Vorfall" sprach und die Vereinten Nationen und die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) informieren will.
Kampf gegen Drogenschmuggel?
Die venezolanische Regierung bestätigte die Sprengung, betonte aber, es habe sich nicht um Brücken, sondern lediglich um provisorische Fußgängerüberwege gehandelt, die von rechten kolumbianischen Paramilitärs sowie für den Schmuggel von Drogen, Benzin und Lebensmittel missbraucht worden seien. Die Sprengung sei Sache des venezolanischen Staates und habe auf eigenem Territorium stattgefunden. Kolumbien wolle den Vorfall missbrauchen, um Venezuela als "Aggressor" darzustellen.
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Auf Bildern war eine der zerstörten Brücken im westlichen Bundesstaat Táchira, der an Kolumbien grenzt, zu sehen. Es handelt sich um eine schmale Hängebrücke, die an Holzpflöcken am Ufer des gleichnamigen Grenzflusses Táchira befestigt ist. Kolumbiens Verteidigungsministers Gabriel Silva wertete die Zerstörung der Brücken als Verletzung des internationalen Rechts und des Menschenrechts, denn die Brücken seien von der Zivilbevölkerung beider Länder genutzt worden.
Chávez befürchtet US-Militärschlag
Schon seit einiger Zeit gibt es extreme Spannungen zwischen den beiden Nachbarländern. Hauptgrund ist ein kürzlich unterzeichnetes Militärabkommen zwischen Bogotá und Washington, das der US-Armee Zugang zu kolumbianischen Stützpunkten gewährt. Während die USA und Kolumbiens konservativer Staatschef Álvaro Uribe die Kooperation mit dem Kampf gegen die Drogenhandel und den marxistischen FARC-Rebellen in Kolumbien begründen, sieht Venezuelas linksgerichteter Staatschef Hugo Chávez darin die Vorbereitung auf einen Angriffskrieg gegen sein Land. Er rief die Bevölkerung und das Militär Venezuelas bereits mehrfach dazu auf, sich auf einen Krieg vorzubereiten.
Venezuela und Kolumbien teilen eine mehr als 2000 Kilometer lange Grenze. Im venezolanischen Grenzstaat Táchira kommt es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen kolumbianischen Paramilitärs, Drogenbanden und venezolanischen Militärs. Erst kürzlich wurden zwei venezolanische Nationalgardisten in der Region erschossen. Im Oktober wurde zudem ein Gruppe kolumbianischer Straßenhändler, die zu einem Fußballspiel in Venezuela war, entführt und ermordet.
(dpa, N24)
20.11.2009 17:11 Uhr








