Opels Überlebenskampf
Brüderle lehnt Staatshilfen weiter ab
Die Zusagen für Staatshilfen in Milliardenhöhe hätten sich auf den Verkauf von Opel an Magna bezogen, sagte der neue Bundeswirtschaftsminister. GM hofft auf 3,3 Milliarden Euro Staatshilfe.
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"Ich habe mit Interesse die Einschätzung von GM-Chef Henderson und GM-Verwaltungsratschef Whitacre gelesen, der Mutterkonzern könne das alleine stemmen", sagte Brüderle.
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GM-Chef Fritz Henderson: "Nach großen Anstrengungen, um offene Fragen zu klären und Details des deutschen Finanzierungspakets auszuarbeiten, haben sich GM und sein Verwaltungsrat dazu entschieden, Magna/Sberbank als Investor zu empfehlen."
Opel-Betriebsratsvorsitzender Klaus Franz: "Ich weiß, dass dies keine leichte Entscheidung für General Motors war, aber ich freue mich, dass Opel nun eine Zukunft hat."
Opel-Treuhand-Chef Fred Irwin: "Das bedeutet nicht, dass Adam Opel gerettet ist."
Bundeskanzlerin Angela Merkel: "Ich weiß, dass vor Opel noch ein schwieriger Weg liegt."
Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier: "Ich bin froh, dass General Motors sich für die Investorenlösung entschieden hat."
FDP-Chef Guido Westerwelle: "Ob Opel wirklich schon über den Berg ist, wird man erst wissen, wenn alle Einzelheiten der GM-Beschlüsse belastbar geklärt sind."
Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer: "Das ist eine große Entscheidung, wenn sie wirklich so umgesetzt wird."
Hessens Ministerpräsident Roland Koch: "Insbesondere aber danke ich Bundeskanzlerin Angela Merkel, deren Klugheit und Nervenstärke sich nach Monaten des harten Ringens nunmehr ausgezahlt haben."
Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers: "Das ist eine gute Nachricht für die Mitarbeiter von Opel, für ihre Familien und für Nordrhein-Westfalen."
IG-Metall-Chef Berthold Huber: "Ich hoffe, dass jetzt der Knoten gelöst wurde, und dass niemand neue Hindernisse aufbaut."
Opel-Betriebsratschef Rainer Einenkel: "Auf dieser Grundlage können wir endlich anders planen als mit der Drohung, dass Standorte geschlossen werden."
Eisenacher Betriebsratsvorsitzender Harald Lieske: "Man muss aber noch sehen, ob Magna Wort hält."
Solidarität für Opel zeigen nicht nur die Mitarbeiter. Jetzt sind auch die Anhänger des angeschlagenen Autobauers auf die Straße gegangen.
Ein aufgespannter Regenschirm über dem Opel-Logo: Fans haben sinnbildlich ihren Rettungsschirm aufgespannt.
In Rüsselsheim fanden sich 3.500 Menschen ein. Der "Rettungsschirm" schützte auch gleichzeitig vor dem starken Regen.
Es erübrigt sich die Frage, wie die Opelaner anreisten. Vom Kleinwagen bis zum Oldtimer versammelten ...
... sie sich auf dem Parkplatz des Adam-Opel-Hauses und protzten mit dicken Spoilern oder ...
…mit getunten Pferdestärken Marke Eigenbau: In diesem Manta (Bj. 1986) ist eine drei-Liter-Maschine eines Opel Senators versteckt.
Ein Oldtimer-Liebhaber zeigte die Innenansichten seines Opel-Rekords oder …
… einen alten Opel-Blitz.
Es scheint, als ob dieser Fan wusste, dass Opel irgendwann mal viel Glück braucht.
Apropos Glück: Ein frisch vermähltes Pärchen ist nach der Trauung zur Solidaritätskundgebung gefahren und hat dort den Hochzeitskuss nachgeholt. Hoffentlich steht die Ehe unter einem guten Stern.
"Wir sind Opel" war an diesem Tag, …
... hundertfach auf den T-Shirts der Markenanhänger zu lesen.
Den Kindern wurde kurzerhand auch ein Shirt verpasst.
Eine besondere Showeinlage für die Opel-Fans: Der Solidaritätssong "Seht das Zeichen" wird bestimmt zum "Opel-Nummer-1-Hit“. Der wurde im übrigen von Mitarbeiter-Kindern gesungen.
Die Opel-Fans zeigten trotz schlechtem Wetter Durchhaltevermögen.
Kinder von Opel-Fans fahren natürlich kein einfaches Bobby-Car, sondern die Corsa-Variante mit dem Blitz.
Für die Kundgebung wurden manches Vehikel passend umgestylt: Ein Opel-Blitz als "Katastrophenkommando" oder …
… ein anderer Blitz mit der Aufschrift "Opel Rettung - Es brennt".
Die Fans zeigten viel Kreativität: Hier wurde kurzerhand das Haupthaar genutzt.
Auch bei den Opel-Mitarbeitern haben sich in den letzten Wochen bei den zahlreichen Kundgebungen einige kreative Highlights heraus kristallisiert.
Der Kinofilm "Free Willy" wurde in "Free Opel" umgetauft.
"Yes we can", der Leitspruch von US-Präsident Barack Obama wurde ebenfalls verwendet und etwas umfunktioniert.
Und ganz traditionell wurde in die Reimkiste gegriffen: "Der Enkel und der Opa woll'n Opel für Europa".
Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) lehnt staatliche Hilfen für den angeschlagenen Autobauer Opel weiterhin ab. "Ich habe mit Interesse die Einschätzung von GM-Chef Henderson und GM-Verwaltungsratschef Whitacre gelesen, der Mutterkonzern könne das alleine stemmen. Ich hielte das auch für geboten", sagte Brüderle dem "Hamburger Abendblatt". "Wir sollten allmählich in die normalen Bahnen der sozialen Marktwirtschaft zurückkehren."
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Die Rettung eines Unternehmens durch den Staat bedürfe einer sorgfältigen Begründung, fügte Brüderle hinzu. "General Motors hat sich entschieden, Opel doch zu behalten. Damit sind alle Zusagen des Bundes, die mit einem Verkauf an Magna verbunden waren, hinfällig."
Die US-Konzernmutter General Motors (GM) hofft nach Angaben des neuen GM-Europachefs Nick Reilly auf staatliche Finanzhilfe in Höhe von 3,3 Milliarden Euro für die Sanierung von Opel in Europa. Eine Absage des Bundes für Staatshilfe gibt es seiner Einschätzung nach nicht. "Der Bund ist sehr interessiert daran, dass Opel eine Zukunft hat", sagte der GM-Manager der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".
(AFP, N24)
22.11.2009 13:32 Uhr
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