Anschlag in Kabul
Rakete trifft Luxushotel
Das "Serena" ist das einzige 5-Sterne-Hotel Afghanistans – und deshalb regelmäßig Angriffsziel der Taliban. Die Regierung will ihre Sicherheitskräfte erheblich aufstocken: um über 200.000 Mann.
Ein Luxushotel in der afghanischen Hauptstadt Kabul ist am Samstag bei einem Raketenangriff beschädigt worden. Nach ersten Medienberichten gab es sieben Verletzte. Die Polizei bestätigte, dass eine Wand des Hotelkomplexes eingestürzt sei, sprach aber von nur zwei Verletzten. Augenzeugen berichteten von massiver Rauchentwicklung in der Nähe des einzigen Fünf-Sterne-Hotels der Stadt.
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Das Auswärtige Amt in Berlin bestätigte die Explosion, die sich etwa einen Kilometer entfernt von der Deutschen Botschaft ereignete. Ein Sprecher sagte, kein Botschaftsangehöriger sei zu Schaden gekommen. Außenminister Guido Westerwelle habe sich darüber in einem Telefonat erleichtert gezeigt. Er danke den Botschaftsmitarbeitern für ihren mutigen Einsatz. Westerwelle war erst am Donnerstag in Kabul gewesen, um an der Amtseinführung von Präsident Hamid Karsai teilzunehmen.
Anschläge bereits in der Vergangenheit
Das Serena-Hotel, Anlaufpunkt für zahlreiche ausländische Journalisten und Diplomaten, war bereits im Januar Ziel eines schweren Anschlags der radikalislamischen Taliban gewesen. Damals kamen sieben Menschen ums Leben. Im Oktober landeten zwei Raketen im Garten des Hotels, es gab keine Verletzten.
"Wir haben eine laute Explosion außerhalb des Hotels gehört und es dringt noch immer Rauch aus einem Areal in der Nähe des Hotels", sagte einer der ausländischen Hotelgäste. Am Tag vor dem Anschlag auf das Hotel war ein prominenter afghanischer Parlamentarier nur knapp dem Tod durch einen am Straßenrand versteckten Sprengsatz entgangen. Fünf seiner Leibwächter starben.
Kräfte sollen aufgestockt werden
Die Regierung in Kabul gab unterdessen bekannt, dass sie die afghanischen Polizei- und Militärkräfte auf zusammen 400 000 Mann ausbauen will - mehr als doppelt so stark wie bisher angestrebt. Damit sollen die Vorgaben der USA und der NATO erfüllt werden, die mehr Verantwortung in die Hände der afghanischen Sicherheitskräfte legen wollen.
Verteidigungsminister Abdul Rahim Wardak sagte am Samstag in Kabul, die Stärke der Armee solle auf 240 000 Mann steigen; derzeit stehen rund 93 000 Soldaten unter Waffen. Dieses Ziel wird nach Ansicht von Beobachtern nur durch jahrelange massive Investitionen in die Ausbildung erreicht werden können.
(dpa, N24)
21.11.2009 18:34 Uhr









