General Motors hat eine gute Nachricht - der Konzern hält sowohl am Opel-Werk in Bochum als auch in Kaiserslautern fest - und eine schlechte: Dafür müssen Stellen abgebaut werden.
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Aufatmen in den Opel-Werken in Bochum und Kaiserlautern. Der neue Europa-Chef der Konzernmutter General Motors (GM), Nick Reilly, kündigte den Erhalt der bislang von Schließung bedrohten Standorte an. Allerdings dürfte es in beiden Werken zu einem spürbaren Stellenabbau kommen. Zahlen dazu nannte der Manager nicht. Doch bekräftige er, dass die Zahl der Beschäftigten in Europa insgesamt um bis zu 9.500 verringert werden müsse.
Bochum ist der zweitgrößte Opel-Standort in Deutschland. Rund 5.000 Mitarbeiter fertigen hier das Kompaktmodell Astra, den Minivan Zafira sowie Achsen und Getriebe. "Bochum wird auch in Zukunft ein wichtiger Standort für General Motors bleiben", versprach der Manager nach einem Gespräch mit dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers am Dienstagmorgen in Düsseldorf.
Die Entscheidung, Bochum langfristig weiterzuführen, basiere auf wirtschaftlichen Kriterien und sei im Interesse von General Motors, erklärte der Opel-Chef.
Rüttgers schließt Finanzhilfen nicht aus
Auch das Opel-Werk in Kaiserslautern soll Reilly zufolge weiterhin eine Rolle im GM-Verbund spielen. Allerdings werde über einen freiwilligen Stellenabbau zu sprechen sein, sagte der Manager in Mainz. Das Werk ist die größte und wichtigste Opel-Produktionsstätte für Motoren und Komponenten. Hier werden vor allem größere Benzin- und Dieselmotoren gefertigt. Das Werk beschäftigt heute rund 3.500 Mitarbeiter.
Zur Zukunft der anderen Standorte äußerte sich Reilly zunächst nicht. Die Details des kompletten Restrukturierungsprogramms würden am (morgigen) Mittwoch den Arbeitnehmervertretern vorgestellt, kündigte er an.
Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident begrüßte den Erhalt des Bochum Werkes. Wichtig für die Landesregierung sei nun, dass der absehbare Arbeitsplatzabbau sozialverträglich und ohne betriebsbedingte Kündigungen erfolge. Rüttgers schloss finanzielle Hilfen für General Motors nicht aus. Der Bochumer Opel-Betriebsratschef Rainer Einenkel betonte im Gespräch mit AP, trotz der Standortgarantie rechne er mit schwierigen Verhandlungen, wenn es um die konkrete Umsetzung der Pläne des Mutterkonzerns gehe.
Offenbar 28 Millionen Euro Zinsen
General Motors hat unterdessen den deutschen Überbrückungskredit für Opel von 1,2 Milliarden Euro komplett zurückgezahlt, wie Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin mitteilte. Die letzten Mittel von GM seien am Dienstag eingegangen. Merkel betonte, es sei richtig gewesen, für Opel eine Brücke zu bauen.
Die letzte Tranche betrug nach einem Bericht der «Süddeutschen Zeitung» 400 Millionen Euro. Mit dem Kredit war der angeschlagene Autobauer Opel an Pfingsten vor der Pleite bewahrt worden. Dafür seien 28 Millionen Euro an Zinsen fällig geworden.
Mit der Zahlung der letzten Rate könne die Opel-Treuhand aufgelöst werden, bei der 65 Prozent der Firmenanteile für einen Investor geparkt worden waren. Die Beteiligung falle nun an GM zurück. Opel gehöre damit wieder komplett dem US-Konzern.
Die Treuhand diente aber auch dazu, dass keine deutschen Staatshilfen zu GM abfließen konnten. Für mögliche neue Finanzhilfen aus öffentlichen Kassen, auf die GM hofft, entsteht somit ein zusätzliches Problem, wie die Zeitung weiter schreibt. Denn es gebe zunächst keine Institution mehr, die einen Geldabfluss in die USA verhindern könne.