Tieropfer in Nepal

Blutiges Spektakel für die Götter

Zweifelhafte Tradition: 20.000 Büffel und 300.000 Vögel, Ziegen und Schafe müssen für die "Göttin der Macht" in Nepal ihr Leben lassen. Tierschützer laufen Sturm.

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Erlösung als Lohn: Die ehrenamtlichen Schlachter versprechen sich von ihren Taten höhere Gaben.
Es ist ein schmerzhaftes und ...
... blutiges Ritual, das ...
... auf den Philippinen inzwischen Tradition hat:...
In einigen Dörfen lassen sich jedes Jahr am Karfreitag ...
... in Erinnerung an den Tod und ...
... die Auferstehung von Jesus Christus ...
... Männer und auch Frauen ...
...kreuzigen.
Seit vielen Jahren gibt es diese Veranstaltung, ...
... die ein Spektakel für die Massen geworden ist: ...
Tausende Schaulustige kommen dazu ...
... in die Provinzen nahe der Hauptstadt Manila.
Zehn Zentimeter lange Nägel...
... werden den Gläubigen ...
... ohne jegliche Betäubung durch die Handflächen ...
... und die Füße geschlagen, um sie so am Kreuz zu befestigen.
Sie setzen sich dabei ...
... Höllenqualen aus - wohlgemerkt: freiwillig. Viele wollen die Schmerzen sogar mehrmals ...
... in ihrem Leben erleiden, einige haben schon über 20 Mal teilgenommen.
Die Freiwilligen müssen mindestens fünf Minuten lang am Kreuz hängen, ...
... bevor sie erlöst werden. Die Nägel werden gelöst, dann dürfen sie ihre Wunden versorgen lassen.
Die komplette Zeremonie beginnt mit der Selbstgeißelung: ...
... Freiwillige schlagen sich mit Bambusstöcken und Peitschen, an deren Enden zum Teil auch Glasscherben gebunden sind, den Rücken blutig.
Oder sie lassen sich ...
... schlagen ...
... - etwa von Kindern.
Dabei fließt ...
... jede Menge Blut - und die Schaulustigen sind natürlich dabei.
Dann werden Jesus' Gefangennahme und seine Verurteilung in einer Aufführung nachgespielt. Die Gläubigen tragen schließlich ihr Kreuz auf einen Hügel.
Ein florierendes Geschäft ist aus der Veranstaltung geworden: Für zahlungskräftige Touristen gibt es Kreuzigungstouren, sogar mit ...
... VIP-Plätzen - mit bester Aussicht auf das Spektakel also.Die örtlichen Behörden subventionieren die Veranstaltung - sie freuen sich, wenn sie damit viele Touristen anlocken.
Zwar hat die Kirche die Prozession schon oft kritisiert, ...
... aber nach Meinung von Kritikern bislang auch zu wenig dagegen getan.
Die Teilnehmer betrachten die Rituale als eine Form von Buße für Sünden, ...
... als Opfergabe für erhoffte Erlösung oder Danksagung.
Wenn sie vom Kreuz genommen werden, fühlen sie sich gereinigt und - zumindest vorübergehend - von ihren Sünden befreit.

Rund eine Million hinduistische Gläubige haben sich in einem nepalesischen Dorf zum größten Tieropfer-Fest der Welt versammelt. Von weither waren Pilger bis aus dem benachbarten Indien angereist, um der Hindu-Göttin der Macht, Gadhimai, die Ehre zu erweisen. Bei der alle fünf Jahre stattfindenden zweitägigen Feier sollten etwa 20.000 Büffel und 300.000 Vögel, Ziegen und Schafe geschlachtet werden.

"Lang lebe Gadhimai!" riefen die Gläubigen, als Oberpriester Mangal Chaudhary Tharu das Fest in Bariyapur mit der rituellen Opferung von zwei Ratten, zwei Tauben, einem Hahn, einem Lamm und einem Schwein eröffnete. Auf einem nahegelegenen Feld begannen 250 Schlachter mit Schwertern dann mit der Massentötung der von den Gläubigen mitgebrachten Büffel.

Viele Gläubige waren aus Indien angereist, wo mehrere Bundesstaaten das Opfern von Tieren verboten haben. "Wir sind hier, um die Geburt meines Enkelsohns zu feiern", sagte Bauer Chanchal Shah aus dem nordindischen Bundesstaat Bihar, der mit dutzenden Angehörigen per Traktor nach Bariyapur gepilgert war. "Meine Tochter hat vor zwei Jahren geheiratet und ich hatte versprochen, ein Tier zu opfern, wenn sie ihr erstes Kind bekommt. Ich weiß, dass Opferungen keine gute Idee sind. Aber ich habe Angst, dass die Göttin böse wird, wenn ich mein Versprechen nicht halte."

Opfer sollen Glück und Wohlstand sichern

Tierschützer laufen Sturm gegen das Fest, das einer jahrhundertealten Tradition folgt. Die Tieropfer sollen den Gläubigen nach deren Überzeugung Glück und Wohlstand sichern. Unter anderem hatte die französische Filmdiva und Tierschützerin Brigitte Bardot in einem offenen Brief an die nepalesische Regierung gefordert, der Tradition ein Ende zu setzen.

Die Tiere werden bei dem Fest von freiwilligen Helfern geschlachtet. Er arbeite schon zum zweiten Mal beim Opferfest von Gadhimai, sagte Friseur Jaya Lal Thakur: "Ich bekomme kein Geld dafür, aber ich glaube, dass es mir Erlösung bringen wird."

(AFP, N24)

24.11.2009 21:39 Uhr

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