Anschlag auf Schnellzug
Russische Polizei fahndet nach Ex-Soldat
Nach dem Anschlag auf den Schnellzug von Moskau nach St. Petersburg haben Ermittler das Versteck der Attentäter entdeckt. Einer der Täter soll ein zu Islamisten übergelaufener Ex-Soldat sein.
Nach dem Terroranschlag auf Russlands wichtigste Bahnverbindung zwischen Moskau und St. Petersburg haben die Ermittler das mutmaßliche Versteck der Attentäter entdeckt. In einem Dorf nahe des Tatortes seien auf einem Dachboden Spuren von vier Verdächtigen festgestellt worden, sagte ein Polizeisprecher nach Angaben der Agentur Interfax. Man fahnde mit Hilfe von Phantombildern nach den Tätern.
Drahtzieher sollen islamistische Terroristen sein
Moskauer Medien berichteten unter Berufung auf Ermittler, dass als Drahtzieher ein zu islamistischen Terroristen aus dem Nordkaukasus übergelaufener Ex-Soldat gesucht werde. Bei der Bluttat am Freitag starben mindestens 26 Menschen, etwa 100 wurden verletzt. In der russischen Teilrepublik Dagestan im Nordkaukasus explodierte am Montag ein Sprengsatz auf den Gleisen unmittelbar vor einem Fernzug. Bei dem Anschlag wurde niemand verletzt. Vor allem tschetschenische Untergrundkämpfer und ihnen nahestehende Extremisten aus der Konfliktregion Nordkaukasus hatten in der Vergangenheit häufig Anschläge auf zivile Ziele in Russland verübt. Russische Behörden werfen ihnen vor, die Lage im Land destabilisieren zu wollen.
Russland verurteilt die Attentate
Viele russische Zeitungen widmeten am Montag dem seit Jahren blutigsten Anschlag im Land außerhalb des Unruhegebiets Nordkaukasus zahlreiche Sonderseiten. Dabei wurde die Tat einhellig verurteilt. In der russischen Gesellschaft findet sich keine bedeutende Gruppierung, die den Terror gutheißt. Der Zivilschutz gab die Zahl der Vermissten drei Tage nach dem Anschlag mit nur noch vier an, nachdem am Sonntag die Rede von 26 Passagieren gewesen war. Die Todeszahl stieg auf 26, nachdem am Montag eine Frau in der Klinik ihren Verletzungen erlag.
Innenminister Raschid Nurgalijew sprach nach dem seit 2007 zweiten Bombenanschlag auf den Luxuszug "Newski Express" von einer Gruppe von Tätern. Als Hauptverdächtiger wird der frühere Soldat Pawel Kossolapow gesucht, wie die Zeitung "Kommersant" berichtete. Er soll auf den Zug schon im August 2007 einen Anschlag verübt haben. Damals waren zwei Tschetschenen verhaftet worden. Kossolapow gilt als Gefolgsmann des 2006 getöteten Top-Terroristen Schamil Bassajew. Er sei vermutlich auch für die Anschläge auf die Moskauer Metro 2004 verantwortlich. Bei dem Anschlag auf den mit etwa 650 Passagieren voll besetzten "Newski Express" waren am Freitag mehrere Waggons entgleist.
(dpa, N24)
30.11.2009 16:42 Uhr









