Brüderle in der Kritik

Opel gehört wieder vollständig GM

GM hat alle staatlichen Brückenkredite zurückgezahlt und ist wieder im Besitz von Opel. Angesichts der drohenden Stellenstreichungen regt sich in den Ländern Unmut über die Bundespolitik.

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GM lenkt wieder zu 100 Prozent die Geschicke von Opel. Im Bild der neue Europa-Chef von General Motors (GM), Nic Reilly, in einem Opel Insignia.
Jetzt ist es amtlich: Opel bleibt Teil von General Motors
Mit drei Milliarden Euro will GM die deutsche Marke sanieren
GM-Boss Fritz Henderson: "Wir sichern die langfristige Zukunft von Opel"
Neue Modelle wie der Astra und der Ampera sollen Geld in die Kassen bringen
Tradition: Autos wie der Kadett A von 1962 machten Opel populär
Ein Opel ohne Blitz: Lexmaul verpasst dem neuen Astra unter anderem einen neuen Grill
Das Highlight unter den Auspuffvarianten ist die mit vier Rohren
Zum Vergleich der Serien-Astra - von vorn ...
... und von hinten
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Die vier Opel-Brüder mit dem "Quintuplet". Vier Jahre nach dem Tod des Vaters Adam Opel bauten die Söhne Carl und Wilhelm im Jahr 1899 den ersten Opel-Patent-Motorwagen.
Lange bevor Autos vom Band rollten, stellte die Firma Fahrräder her.
Als erster Opel rollt der "Lutzmann" im Jahre 1899 aus der Opel-Fabrik. 4 PS, Einzylinder-Heckmotor mit Wasserkühlung, nach den Plänen des Dessauer Hofwagenbaumeisters Friedrich Lutzmann ähnelt er einer Pferdekutsche.
Der "Opel Doktorwagen" vom Typ Torpedo aus dem Jahr 1911.
Ein Opel Laubfrosch aus dem Jahr 1924 läuft immer noch. Passend zum Namen ist auch die Farbe gewählt.
Fließbandproduktion im Jahr 1924 bei der Adam Opel AG.
Heute übernehmen Präzisionsroboter viele Aufgaben in der Autoproduktion.
Aus den Jahren 1933 und 1939 stammen das 1,2 Liter-Fahrzeug (links) und der "Admiral" mit 3,6 l-Motor (rechts).
Mit ihrem "Opel Super 6 Cabriolet" aus dem Jahre 1937 nehmen die Besitzer an Rallyes teil, die oft weit über 2000 km reichen.
Auf Ausstellungen immer ein Hingucker sind die Opel mit jeder Menge Chrom.
Mit seinem Opel Rekord aus dem Jahr 1956 fährt Hilmar Born vom Opel-Museum Herne am 18.10.2004 am Opel-Werk I in Bochum vorbei. Er brachte Brötchen und Getränke für die Mitarbeiter. Die Opelaner streiken gegen betriebsbedingte Kündigungen.
Der Opel Olympia aus dem Jahre 1964 im Gespann mit einem aufklappbaren historischen Wohnwagen Heiser-Austermann "Knospe".
Ohne Höhenangst - die sogenannte Hydra-Matic verbesserte auch die Bergsteigfähigkeit des Opel-Kapitän.
Mehr als nur ein Name: In den 60ern spiegelten die Modellbezeichnungen auch den sozialen Aufstieg wieder. Dem Opel-Modell Kadett etwa folgten in der Hierarchie der Kapitän, Commodore und Admiral.
Generationstreffen - vom Vorkriegskadett bis zum Opel Kadett E.
Große Klappe beim Kadett A.
Wagen wie der von 1972 bis 1977 gebaute Opel Commodore B GS/E wecken heute nostalgische Gefühle.
Den Commodore GS gab es auch mit verbreiterten Kotflügeln, das Auge fährt schließlich mit.
Der Auftritt des Opel Admiral wurde von dem mächtigen, chrombeladenen Kühlergrill bestimmt.
Up, and down. Der Admiral als Lowrider. Ein fast amerikanisches Auto.
Den Opel Ascona B in verschiedenen Motorisierungen für den Normalfahrer und . . .
. . . auf Basis des Ascona 400 als erfolgreiche Rallye-Version. Mit dem Wettbewerbsmodell gewann Walter Röhrl für Opel die Rallye-Weltmeisterschaft.
Der Manta in der Mitte - die Opel Coupe-Familie vom Rekord bis zum Tigra.
Der Manta mit "Kriegsbemalung" - für Fahrer, die es rasant mochten, gab es die stärkeren Versionen mit der schwarzen Kühlerhaube.
Gerade der Manta wurde gern “verbastelt“ und geriet dadurch eine Zeitlang zum Witz.
Wie hier beim Kadett älteren Baujahrs sind breite Schlappen und schickes Räderwerk oft die ersten Tuning-Maßnahmen.
Der Astra hat den Kadett abgelöst und war gerade als Cabrio-Version sehr begehrt.
Markante Schweller und Schürzen - den neuen Opel Astra OPC kennzeichnet eine im Vergleich zum Basis-Astra dynamischere Optik.
Zur Zeiten der Finanzkrise sitzt das Geld nicht so locker. Ob sich das Fahrzeug, ein Opel-Corsa mit 25.000 Kilometern, jedoch verkaufen lässt, ist fraglich.
Der Opel Corsa B lief in den Jahren 1993 bis 2000 vom Band.
Ein beliebtes Fahrzeug der Mittelklasse, der Opel Vectra in der zweiten Generation
Der Vectra in der Deutschen Supertourenwagen-Meisterschaft. Opel hat dort viele Erfolge erzielen können.
Auf Basis der Lotus Elise baut Opel den Speedster. Eine Hommage an den Opel GT.
Bei Bedarf auch oben ohne ist der TwinTop mit seinem faltbaren Metalldach.
Der Opel Insignia ist Auto des Jahres 2009 und . . .
. . . hat wie sein Vorgänger Vectra viel Platz für Familien.
Wem der kleine Corsa zu langsam ist, greift zum Corsa OPC und tief ins Portemonnaie.
So könnte die Zukunft aussehen. Eine Studie, angetrieben mit Brennstoffzellen, . . .
. . . damit unsere Kinder in einer sauberen Umwelt noch Spaß mit sauberen Autos haben.
Irmscher bietet für den neuen Opel Astra ein umfangreiches Tuningprogramm an
Ein Bodykit und 18-Zoll-Aluräder sorgen für einen sportlichen Auftritt
Das Heck ist durch einen Dachspoiler, einen Diffusoreinsatz und Doppelendrohre gekennzeichnet
Auch den Insignia tunt Opel-Spezialist Irmscher
Die Limousine bekommt sogar zwei Heckspoiler - einen am Dach und einen auf dem Kofferraumdeckel
Auch für die Kombiversion des Insignia bietet der Tuner ein Bodykit an
20-Zoll-Räder stellen den Kontakt zur Straße her
In auffälligem Giftgrün ist dieser Astra GTC 1.6 Turbo gehalten
Neben dem Karosserie-Tuning hat Irmscher das Fahrzeug auf Autogas-Antrieb umgerüstet
Opel bringt nun auch den Insignia Sports Tourer als ecoFlex-Variante
Die Karosserie bleibt äußerlich bis auf minimale Details unverändert
Unter der Haube arbeitet der 2.0 CDTI mit 160 PS
Die Bezeichnung am Heck kennzeichnet den Spar-Insignia

Der Autobauer Opel gehört wieder vollständig General Motors. Wie das Bundeswirtschaftsministerium mitteilte, wurde die Opel-Treuhand mit notariellem Vertrag aufgelöst. Zuvor sei der staatliche Brückenkredit samt Zinsen und Nebenkosten von GM zurückgezahlt worden. Unterdessen wird der Ton zwischen CDU und FDP in Sachen Opel-Rettung schärfer. Nachdem Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) sich erneut skeptisch zu möglichen Staatshilfen für Opel äußerte, forderte die thüringische Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) von Brüderle mehr Engagement.

Brüderle sagte dem "Handelsblatt", die Verantwortung für die Sanierung des deutschen Autobauers liege beim Mutterkonzern General Motors. "Ich habe den Eindruck, dass GM inzwischen finanziell besser dasteht". Der Wirtschaftsminister verwies darauf, dass GM problemlos den Brückenkredit von Bund und Ländern zurückzahlen konnte. Auch die Tatsache, dass GM sich mit der Vorlage des Restrukturierungsplans Zeit lasse, spreche für eine verbesserte finanzielle Situation des Unternehmens. Der hessische FDP-Fraktionschef Florian Rentsch sagte ebenfalls, es gebe derzeit keine Grundlage für Staatshilfen. Es gebe keinen Anlass für eine «vorauseilende Diskussion» über mögliche Hilfen von Bund und Ländern.

"In Deutschland geht es um tausende Arbeitsplätze"

Dagegen mahnte Lieberknecht ein stärkeres Engagement Brüderles für Opel an: "In Deutschland geht es um tausende Arbeitsplätze. Da wird es langsam Zeit, dass auch der Wirtschaftsminister sich in angemessener Weise seiner Rolle bewusst wird", sagte sie dem "Handelsblatt". Lieberknecht kritisierte, dass Brüderle nicht persönlich am Brüsseler Opel-Gipfel in der vergangenen Woche teilnahm. Dies sei "kein gutes Signal" gewesen.

Im Bundeswirtschaftsministerium wurde dies zurückgewiesen. Kein einziges EU-Mitgliedsland mit Opel-Standorten sei auf der Konferenz durch einen Minister vertreten gewesen, hieß es aus dem Ressort. Uterdessen begannen an den großen Standorten von Opel und Vauxhall die Verhandlungen über den bevorstehenden Personalabbau. Nach Angaben von General Motors sollen unter anderem im britischen Werk Luton bei London rund 350 Jobs wegfallen. GM will europaweit rund 9000 Stellen abbauen, davon bis zu 5400 in Deutschland.

Schweden wollen Saab noch retten

Für die vom Untergang bedrohte Automarke Saab gibt es möglicherweise doch noch Kaufinteressenten. Eine Unternehmenssprecherin sagte am Montag, Saab-Chef Jan Ake Jonsson wolle sich in Detroit mit GM-Managern und potenziellen neuen Investoren treffen. Zur Identität möglicher Bieter machte sie keine Angaben. Der GM-Verwaltungsrat soll die Zukunft von Saab am Dienstag beraten, nachdem in der vergangenen Woche der Investor Koenigsegg aus den Verkaufsverhandlungen ausgestiegen war. Gemeinsam mit Koenigsegg wollte auch der chinesische Autohersteller BAIC bei Saab einsteigen. Die Chinesen wollen die Lage nach dem Ausstieg des Sportwagenbauers neu bewerten. Nach Medienberichten sind die US-Investmentgesellschaften Merbanco und Renco Group weiterhin an einem Einstieg bei Saab interessiert.

(AP, N24)

30.11.2009 18:14 Uhr

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