"Der Alptraum ist vorbei"

China verkündet Ende der Aufstände

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Tibetische Mönche demonstrierten vergangene Woche in der Provinz Qinghai. Die chinesische Regierung erklärte heute die Unruhen für eingedämmt.
Video: Tibet-Krise - Taiwan erwägt Olympia-Boykott

Die chinesische Regierung hat am Sonntag die Unruhen in Tibet und angrenzenden Regionen für eingedämmt erklärt. Die meisten dieser Gebiete waren von der Außenwelt abgeschnitten, ein massives Militäraufgebot war im Einsatz. Eine unabhängige Bestätigung der Bericht war nicht möglich.

Die staatliche Nachrichtenagentur meldete am Sonntag, in den betroffenen Gebieten kehre wieder Normalität ein. Im Bezirk Aba in der Provinz Sichuan hätten mehr als die Hälfte der Geschäfte wieder geöffnet. Der Chef der Kommunistischen Partei in dem Bezirk, Kang Qingwei, wurde mit den Worten zitiert, alle Regierungseinrichtungen und wichtigen Unternehmen arbeiteten normal, die Schulen würden am Montag wieder öffnen. Xinhua hatte aus Aba berichtet, dass Polizisten in Notwehr vier Gewalttäter erschossen hätten. Es war das einzige Mal, dass die chinesischen Behörden überhaupt Schüsse auf Demonstranten einräumten.

Auch in Xiahe in der Provinz Gansu kehre nach Unruhen in der vergangenen Woche wieder Ruhe ein, meldete Xinhua. "Der Albtraum ist vorbei. Alles scheint Vergangenheit zu sein", wurde ein örtlicher Händler zitiert, Jiang Fuxing. Auch in Maqu in Gansu habe die Regierung wieder die Kontrolle wiederübernonmmen. 70 Prozent der Läden in der Stadt seien von Gewalttätern zerstört worden, hieß es.

Die Proteste begannen am 10. März in Tibet. China gibt die Zahl der Toten bei den Unruhen offiziell mit 22 an. Nach Angaben der tibetischen Exilregierung in Indien wurden 99 Menschen getötet, 80 in Lhasa und 19 in Gansu.

China verstärkt Drohungen gegen Dalai Lama

China hat nach den gewalttätigen Protesten in Tibet seine Drohungen gegen den Dalai Lama am Sonntag erneuert. Die "Clique des Dalai Lama" werde unweigerlich besiegt werden, schrieb die staatliche "Volkszeitung". "Es spielt keine Rolle, ob der Dalai Lama und seine Anhänger sich mit dem Deckmantel von 'Frieden' und 'Gewaltlosigkeit' verkleiden, ihre spalterischen Sabotage-Aktivitäten sind zum Scheitern verurteilt", hieß es in dem Kommentar, der auch von anderen staatlichen Zeitungen gedruckt wurde. Der Artikel listete gewalttätige Zwischenfälle der vergangenen 50 Jahre auf und nannte den Anspruch der Gewaltfreiheit des geistlichen Oberhaupts der Tibeter "nichts als Lüge".

Andere staatliche Medien kritisierten die westliche Berichterstattung über die Unruhen in Lhasa und anderen chinesischen Provinzen. Zehntausende chinesische Internetnutzer hätten sich über die ungerechte Berichterstattung beschwert, meldete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua.

Bei den Protesten in Lhasa in der vergangenen Woche waren Peking zufolge 19 Menschen getötet worden, davon 18 Zivilisten und ein Polizist. Die tibetische Exilregierung in der indischen Stadt Dharamsala spricht von fast hundert Toten. Die chinesischen Sicherheitskräfte griffen gegen die Demonstranten hart durch und veröffentlichten am Freitag Fotos von 19 Menschen, die sie im Zusammenhang mit den Protesten suchen.

(AP, dpa, N24)

23.03.2008 09:17 Uhr

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