Zum ersten Mal ist in Deutschland ein Schwein mit Schweinegrippe aufgetaucht. Die Experten gehen davon aus, dass sich das Tier bei einem Menschen angesteckt hat.
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In Deutschland ist erstmals ein Fall von Schweinegrippe bei einem Hausschwein bekanntgeworden. Das Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfalz habe das neue H1N1-Influenzavirus bei dem Tier nachgewiesen, teilte das Gesundheitsministerium in Mainz mit. "Es besteht kein Grund zur Aufregung", betonte Ministerin Margit Conrad (SPD). Menschen können sich nicht durch Schweinefleisch-Produkte infizieren.
Die Zahl der Schweinegrippe-Erkrankungen bei Menschen in Deutschland bleibt weiterhin auf hohem Niveau. Zwar habe es in der vergangenen Woche weniger neue Fälle gegeben, teilte die Arbeitsgemeinschaft Influenza des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin mit. Ob damit der Höhepunkt der aktuellen Grippewelle bereits überschritten sei, könne aber erst im Verlauf der nächsten Wochen bewertet werden.
Das kranke Schwein in Rheinland-Pfalz hat sich laut Ministerium vermutlich bei einem Menschen angesteckt. Forscher vom Friedrich-Loeffler-Institut auf der Insel Riems hatten bereits bei Versuchen festgestellt, dass auch Schweine anfällig sind für das Virus. Die Laborschweine entwickelten milde Grippesymptome. Der rheinland-pfälzische Hof wurde für kurze Zeit geschlossen, um die Weiterverbreitung zu verhindern. Meldungen über H1N1-Infektionen bei Schweinen gab es bislang unter anderem aus den USA, wo das Virus bei einem Tier auf einem Jahrmarkt im Bundesstaat Minnesota entdeckt wurde. Zuvor war die Krankheit bereits in Argentinien und Kanada auf Schweine übergesprungen.
Bis zu 5,8 Millionen Dosen verimpft
In Deutschland starben bislang mehr als 60 Menschen im Zusammenhang mit der Schweinegrippe. Dem Bundesinstitut für Impfstoffe sind zudem bislang 658 Verdachtsfälle von Reaktionen nach einer Schweinegrippe-Impfung gemeldet worden, darunter 15 Todesfälle. Bei keinem der gestorbenen Patienten sei jedoch ein Zusammenhang zwischen Impfung und Tod festgestellt worden, sagte eine Sprecherin des Paul-Ehrlich-Instituts in Langen. Nach PEI-Angaben wurden bundesweit 4 bis 5,8 Millionen Dosen Pandemrix verimpft.
Nach aktuellen Empfehlungen der Experten reicht eine einmalige Impfung in allen Altersgruppen für einen Schutz aus, wie die Ständige Impfkommission (STIKO) des RKI mitteilte. In Abhängigkeit von der Verfügbarkeit der Impfstoffe soll nun stufenweise die gesamte Bevölkerung geimpft werden. Dabei sollen zunächst Kontaktpersonen ungeimpfter Risikopersonen (zum Beispiel Eltern von Kindern unter sechs Monaten, die nicht geimpft werden können) sowie Kinder und junge Erwachsene im Alter bis 24 Jahre die Spritze bekommen.