1,8 Mio. Barrel täglich
Rußland sichert sich Ölfeld im Irak
Der Irak versteigert fünf seiner Ölfelder. Eine russische und eine norwegische Firma haben sofort zugeschlagen. Damit werden auch alte Schulden beglichen und Beziehungen aufgefrischt.
Der russische Energiekonzern Lukoil und die norwegische Firma Statoil haben sich als Konsortium die Lizenz für eines der großen Ölfelder im Irak gesichert. Nach Angaben aus dem Ölministerium in Bagdad erhielten die beiden Unternehmen am Samstag den Zuschlag für West-Kurna 2 im Süden des Landes.
Das Ölfeld hat eine geschätzte Förderkapazität von bis zu 1,8 Millionen Barrel pro Tag. Moskau hatte als größter Gläubiger Bagdad zuletzt Schulden von zwölf Milliarden US-Dollar (8,2 Milliarden Euro) erlassen. Die Führungen beider Länder hatten erklärt, sie wollten wieder zu engen Beziehungen wie zu Sowjetzeiten zurückkehren.
Vertrag bis 2020
Lukoil und Statoil sollen dem Zuschlag zufolge je gefördertem Barrel (159 Liter) 1,15 Dollar erhalten. Der Vertrag gilt bis 2020. Im Bieterwettstreit unterlagen neben anderen auch der Konzern Total und ein Konsortium unter Beteiligung von BP, wie russische Medien berichteten. Lukoil hatte bereits seit 1997 versucht, in West-Kurna 2 Fuß zu fassen. Allerdings verhinderten Krieg und Sanktionen die Umsetzung der Pläne. Später teilte die Führung in Bagdad mit, die Förderung neu auszuschreiben.
In West-Kurna 2 lagern laut Medien rund 6 Milliarden Barrel Öl. Vereinbart ist die Förderung von rund 4,8 Milliarden Barrel Öl sowie von 56,4 Milliarden Kubikmetern Gas. Wie Lukoil mitteilte, hält das russische Unternehmen an dem Konsortium 63,75 Prozent, Statoil 11,25 und ein irakisches Staatsunternehmen den Bedingungen der Ausschreibung zufolge 25 Prozent. Zuvor hatten russische Medien berichtet, Lukoils Anteile betrügen 85 Prozent und die der norwegischen Firma 15.
"Starkes und unabhängiges Irak"
Moskau hatte Bagdad Hilfe beim Aufbau eines "starken und unabhängigen Irak" zugesagt. Beide Seiten hatten in der ersten Jahreshälfte erklärt, Abkommen über die Beteiligung Russlands an der irakischen Öl-Förderung umzusetzen, die Moskau noch mit dem Saddam- Regime geschlossen hatte. Der im März 2003 begonnene Krieg der US-geführten "Koalition der Willigen" gegen das Saddam-Regime war von Russland scharf verurteilt worden.
(dpa, N24)
12.12.2009 18:41 Uhr





