Programm für 26 Dollar
Aufständische hacken US-Militärdrohnen
Drohnen sind die wichtigsten Spionagesysteme der US-Streitkräfte. Doch inzwischen sind die Millionenwaffen nutzlos. Mit einem kleinen Programm haben Aufständische im Irak die Daten geknackt.
Aufständischen im Irak ist es mit Hilfe eines billigen und frei erhältlichen Programms gelungen, Videoübertragungen aus Drohnen der US-Streitkräfte abzufangen. Die technisch hochgerüsteten ferngesteuerten Fluggeräte gelten als eines der wichtigsten Spionagesysteme des US-Militärs. Ein ranghoher Beamter aus dem Verteidigungsministerium bestätigte aeinen Bericht des "Wall Street Journal", wonach schiitische Aufständische die Datenübertragung der Drohnen geknackt haben.
Aufklärungsvideos konnten gesehen werden
Sie konnten die Aufklärungsvideos sehen und mitschneiden. Dem Beamten zufolge gibt es jedoch keine Hinweise darauf, dass sie die elektronischen Signale stören oder sich einer Drohne bemächtigen konnten. Es werde daran gearbeitet, die Sicherheitslücke zu schließen, sagte der Gewährsmann, der nicht namentlich genannt werden wollte, da es sich um Geheimdienstinformationen handelte.
"SkyGrabber" für 25,95 Dollar
Dem "Wall Street Journal" zufolge nutzten die vom Iran unterstützten Aufständischen regulär erhältliche Programme wie "SkyGrabber", um die Videos von einem ungesicherten Kommunikationskanal der Drohnen mitzuschneiden. Das Programm, das die mehrere Millionen teuren High-Tech-Vögel anzapfen kann, kostet im Internet ganze 25,95 Dollar (knapp 18 Euro). Die Sache sei aufgeflogen, als bei Festnahmen Drohnen-Aufnahmen auf irakischen Laptops sichergestellt worden seien, schrieb die Zeitung weiter.
Auch in Afghanistan Videodaten abgefangen
Laut "Wall Street Journal" haben Aufständische auch in Afghanistan Videodaten von Drohnen abgefangen. Die Drohnen werden sowohl zur Überwachung als auch für gezielte Raketenangriffe eingesetzt. Eine Live-Überwachung der unbemannten Flugzeuge hätte für mögliche Feinde des US-Militärs den Vorteil, die Arbeit der Aufklärer verfolgen zu können. Daraus könnten zweifelsohne Schlüsse auf bevorstehende Angriffe gezogen werden. Im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet setzen US-Militär und Geheimdienst die Drohnen regelmäßig für Luftangriffe auf mutmaßliche Topterroristen ein.
(Pauline Jelinek, APD, N24)
17.12.2009 18:12 Uhr









