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Formel-1-Comeback

Nur alte Verletzung kann Schumi stoppen

Die Gerüchte über das Comeback von Formel-1-Ikone Michael Schumacher verdichten sich. Offenbar kann der Wechsel zu den Mercedes-Silberpfeilen nur durch gesundheitliche Gründe gestoppt werden.

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Michael Schumacher und sein "Zwilling" (Archivbild)

Hundertprozentig ist es noch nicht, aber das ersehnte Sensations-Comeback von Michael Schumacher entwickelt sich mehr und mehr zur Formsache. Nachdem sich der bald 41-Jährige Ferrari-Boss Luca di Montezemolo anvertraut hat, sind die Zweifel an der Rückkehr des Rekordweltmeisters der Formel 1 noch geringer geworden. Eigentlich könnte sich nur die Kopfverletzung, die Schumacher schon im Sommer bremste, als „Stoppschild“ erweisen. Doch die Fans hoffen auf freie Fahrt - direkt ins Silberpfeil-Cockpit. „Michael hat mir gesagt, dass es eine sehr gute Möglichkeit für ihn gibt, wieder zu fahren, und dass er diese unbedingt wahrnehmen will“, sagte di Montezemolo.

Schumacher, der zur Saison 1996 von Benetton-Renault zu Ferrari gewechselt war und 72 seiner 91 Grand-Prix-Siege sowie fünf seiner sieben WM-Titel mit der Scuderia einfuhr, will ebenso wie Mercedes zu den Offenbarungen aus Maranello nichts sagen. Solange nichts unter Dach und Fach ist, wird es wohl auch keine Statements geben. Dass man nach dem geplatzten Comeback im Sommer diesmal öffentlich vorsichtiger ist, machte der Manager des siebenmaligen Weltmeister im „Sonntag-Express“ klar: „Ja, soll ich denn sagen: Ich weiß alles. Und dann stürmen alle auf mich zu. Das wäre auch dem Michael nicht recht“, sagte Willi Weber.

Was bleibt, ist die Frage, ob die Schädelbasis-Verletzung Schumachers bei seinem Motorrad-Unfall im Februar mittlerweile vollständig ausgeheilt ist. Aus der Sportklinik in Bad Nauheim, die Schumacher seit vielen Jahren betreut, gab es dazu bislang ebenfalls keine Aussage. Ein Test im Rennwagen, möglicherweise sogar bis Anfang Januar, dürfte letztlich Klarheit bringen.

Schumis "Zwillingsbruder"

Zweifel aus dem Weg räumte di Montezemolo, wenn auch auf eigenwillig verklausuliert-ironische Weise. „Es sieht so aus, dass er einen Zwillingsbruder hat, identisch in jeder Art, der es sich wohl in den Kopf hat gesetzt hat zu gehen und Rennen in der Formel 1 mit Mercedes zu fahre“, zitiert Ferrari seinen Chef auf der Homepage.

„Der wirkliche Schumacher, der, den ich kenne, wird für immer in der Ferrari-Familie bleiben“, sagte der Ferrari-Präsident bei einem Mittagessen mit Journalisten aus aller Welt. Natürlich werde es viele Fans geben, die sehr bestürzt sein werden. Sie werden denken, Michael sei ein Verräter. „Aber ich werde Ihnen erklären, dass es nicht der wirkliche Michael ist, sondern ein anderer.“

Er kenne Schumachers „Zwillingsbruder“ zwar nicht persönlich, meinte di Montezemolo weiter. „Aber es sieht so aus, dass wir ihm nichts anbieten konnten“, befand der Italiener, dessen Marke mit „Schumi“ neben dem ohnehin vorhandenen Mythos endlich wieder Weltruhm in der Königsklasse des Motorsports erlangte. Fünf seiner sieben Titel gewann Schumacher von 2000 bis 2004 am Steuer der „Roten Göttin“. Man habe nun zwei junge Fahrer, Felipe Massa und Fernando Alonso, auf die man im kommenden Jahr baue, erklärte di Montezemolo.

Dass Schumacher, der die Weihnachtsfeiertage mit seiner Familie im Schnee in Frankreich verbringen will, wieder Gefallen an PS-Jagden auf den Pisten rund um den Globus finden konnte, hängt laut di Montezemolo mit Massas Unfall am 25. Juli in Ungarn zusammen. Schnell erklärte der Deutsche seine Bereitschaft, als Ersatzmann einzuspringen. Er versuchte ein Comeback, das er letztlich wegen einer Schädelbasis-Verletzung schweren Herzens wieder absagen musste.

Nahezu alles spricht für Schumachers Rückkehr

„Ich denke, dass er in diesem Sommer, als ich ihn gefragt habe, für Felipe einzuspringen nach diesem schrecklichen Unfall in Budapest, den Wunsch nach Rennfahren wiederentdeckt hat“, meinte di Montezemolo. Und die Tatsache, dass der als ehrgeiziger Perfektionist bekannte Schumacher damals nicht starten konnte, „hat eine Lücke hinterlassen, die wir nicht füllen konnten“. Der Versuch, ihn durch ein drittes Auto pro Team 2010 auf die Piste zu bringen, scheiterte.

Er wisse nicht, wie Schumacher sich entscheiden werde, räumte di Montezemolo zwar ein. Doch mittlerweile spricht nahezu alles für eine Rückkehr des Ende 2006 zurückgetretenen Schumacher. Zumal Dementis des Kerpeners, der am 3. Januar 41 Jahre alt wird, oder von Mercedes ausblieben.

(Jens Marx, dpa, N24)

20.12.2009 12:17 Uhr

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