Schatten über Olympia

Fackel entfacht - Zweifel brennen

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Das oylmpische Feuer geht auf eine lange Reise - Boykott-Diskussionen werden es begleiten.
Griechische Polizisten führen in Olympia einen Mann ab, der gegen die Spiele in Peking protestierte.
Video: Tibet-Krise - Proteste bei Olympia-Zeremonie

Der deutsche EU-Parlamentarier Elmar Brok (CDU) rief dazu auf, die Olympischen Spiele grundsätzlich in Griechenland abzuhalten, möglichst aber bereits in diesem Jahr. Brok sagte der "Bild"-Zeitung: "Das IOC sollte die Olympiade wieder regelmäßig dort veranstalten, wo alles angefangen hat: in Griechenland. Dann hätten Diktaturen wie China keine Chance mehr, die Spiele zu Propagandazwecken zu missbrauchen."

Im Schatten des Tibet-Konflikts ist die olympische Flamme im griechischen Olympia entzündet worden. Das olympische Feuer wird bis zur Eröffnung der Spiele in Peking im August 137.000 Kilometer zurücklegen. Während der Zeremonie gab es mehrere Protestaktionen. Im olympischen Dorf übergoss sich eine tibetische Frau mit roter Farbe, während Demonstranten "Befreit Tibet" und "Schande über China" riefen.

Der Zwischenfall im antiken Stadion fand während einer Rede des Pekinger Olympiachefs Liu Qi statt. Das amtliche chinesische Fernsehen blendete die Szene aus und ersetzte sie mit vorab aufgezeichneten Bildern.

Der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Jacques Rogge, bedauerte die Proteste und verteidigte die Entscheidung, die Sommerspiele nach Peking vergeben zu haben. "Ich glaube, dass die Spiele die Agenda der Menschenrechte vorangebracht haben", sagte er. Für einen Boykott der Spiele gebe es "keinen glaubwürdigen Impuls". Er werde weder von "den wichtigen Regierungen" noch der öffentlichen Meinung unterstützt. Das Präsidium des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) schloss sich dieser Haltung an.

Zwischen 20 und 135 Tote bei Unruhen

Vor elf Tagen hatte es in Tibet die größten Proteste gegen die chinesische Herrschaft seit 20 Jahren gegeben. Nach amtlichen Pekinger Angaben wurden 20 Menschen bei Unruhen getötet; die tibetische Exilregierung sprach von 135 Toten.

Chinesische Medien schlugen harte Töne gegen den Dalai Lama an. Ziel der "Dalai-Clique" sei es, dem Ansehen Chinas vor Beginn der Olympischen Spiele zu schaden, schrieb die Zeitung Tibet Daily". "Das böse Motiv der Dalai-Clique ist es, in einer sensiblen Zeit Ärger hervorzurufen und sogar Blutvergießen zu verursachen, um Olympia in Peking zu beschädigen."

Der Dalai Lama nannte die chinesischen Vorwürfe haltlos. Er sei immer dafür gewesen, dass die Olympischen Spiele in Peking stattfinden sollten.

Dalai Lama kommt nach Deutschland

Im Mai wird der Dalai Lama für eine Woche Deutschland besuchen. Nach Angaben der Tibet Initiative Deutschland ist bisher aber kein Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel geplant. Bundesjustizministerin Brigitte Zypries kündigte an, bei einem Treffen mit ihrem chinesischen Amtskollegen Mitte April in München den deutsch-chinesischen Rechtsstaatsdialog wieder in Gang bringen zu wollen. Im September war er von chinesischer Seite gestoppt worden, weil Merkel den Dalai Lama im Kanzleramt empfangen hatte.

(AFP, N24)

24.03.2008 15:56 Uhr

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