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Motorsport: Formel 1

Silberpfeile fahren 2010 für Petronas

Der malaysische Ölkonzern Petronas sponsert 2010 den Formel-1-Rennstall von Mercedes. Der finanzstarke Partner könnte dem Team auch bei der möglichen Verpflichtung Michael Schumachers helfen.

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Auf den Silberpfeilen prangt in der Formel-1-Saison 2010 das Logo des Mineralölkonzerns Petronas.
Alles auf Sieg - das war Ayrton Sennas Leitspruch, die Rennstrecken dieser Welt sein Zuhause. Vor 15 Jahren, am 1. Mai, wurde eine bis dahin unglaubliche Rennfahrerkarriere jäh beendet.
Der brasilianische Williams-Renault-Pilot ...
… und dreifache Weltmeister Senna …
… starb nur wenige Stunden nach seinem Unfall während des Grand Prix von San Marino in Imola.
In der 6. Runde kam Sennas Williams-Renault-Rennwagen in der Hochgeschwindigkeitskurve "Tamburello" von der Strecke ab und prallte mit rund 210 km/h auf eine Betonmauer.
Eine abgebrochene Fahrwerkstrebe durchschlug das Helmvisier und fügte ihm schwere Kopfverletzungen zu, denen er laut offiziellen Angaben um 18:40 Uhr erlag. Klinisch tot war Senna laut Rennarzt Watkins aber bereits am Unfallort.
Die Unfallursache ist bis heute nicht genau geklärt.
Nach dem tödlichen Trainungscrash des Österreichers Roland Ratzenberger kam damit bereits der zweite Formel-1-Fahrer an diesem Rennwochenende ums Leben - eine der größten Tragödien in der Königsklasse. Allerdings: Der Mythos Senna ...
… lebt noch heute - und das hat Gründe: ...
Der charismatische Brasilianer gilt als einer der besten Formel 1-Fahrer aller Zeiten. Die größten Erfolge und alle WM-Titel errang er dabei für McLaren-Honda - das Team mit den markanten Farben weiß-rot.
Nachdem er bereits die britische Formel Ford und die britische Formel 3 gewonnen hatte, stieg Senna 1984 in die Formel 1 ein. Dort fuhr er unter anderem mehrere Jahre für das Lotus-Team. 1987 landete er mit zwei Siegen in den gelben Rennern auf dem ...
... dritten Platz der Weltmeisterschaft. Bereits ein Jahr später ging er als Teamkollege von Alain Prost zu McLaren und holte sich im gleichen Jahr seinen ersten WM-Titel.
Dem Vize-WM-Titel 1990 folgten 1991 und 1992 noch zwei weitere WM-Titel. Insgesamt brachte es Senna in mehr als 160 Rennen auf 41 Siege, 65 Pole Positions und 12 schnellste Runden.
Den Rekord von 65 Pole-Positions hielt er zwölf Jahre lang, bevor er 2006 von Michael Schumacher überboten wurde, der dafür allerdings 74 Grand Prix mehr benötigte. Kein Wunder also, dass Senna …
… im April 2004 von einer 77-köpfigen Jury, bestehend aus Formel-1-Piloten, Teamchefs, Ingenieuren und Journalisten, zum "schnellsten Formel-1-Fahrer der Geschichte" gewählt wurde. Nicht nur seine Schwester Viviane kann stolz auf ihn sein.
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Ferrari-Pilot Felipe Massa ist im zweiten Qualifikations-Durchgang zum Großen Preis von Ungarn schwer verunglückt. Ursache dafür war eine aufgewirbelte Stahlfeder.
Das Teil hatte sich aus bislang ungeklärter Ursache vom dritten Dämpfer an der Hinterradaufhängung an Rubens Barrichellos Brawn-Mercedes gelöst. Es prallte auf Massas Helm, der mehrere Zentimeter eingedrückt wurde.
Massa verlor offenbar das Bewusstsein und die Kontrolle über seinen Rennboliden. Dieser raste mit fast 200 Stundenkilometern in die Reifenstapel.
Der Rettungswagen fuhr nach dem heftigen Unfall sofort an die Unglücksstelle.
Auf der Trage bewegte sich Massa. Zuvor hatte der Brasilianer keinerlei Reaktionen gezeigt.
Er wurde vom Medical Center an der Strecke aus...
... mit dem Helikopter ...
... in ein Krankenhaus gebracht.
Massa erlitt einen Schnitt an der Stirn, einen Knochenbruch am Schädel und eine Gehirnverletzung. Er wurde operiert und liegt auf der Intensivstation.
Massas Wagen wurde aus den Reifen befreit und ...
... mit Totalschaden ...
... von der Strecke transportiert.
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Nun also doch: BMW zieht sich aus der Königsklasse des Motorsports, der Formel 1, zurück. Nach dieser Saison ist Schluss für den bayerischen Autohersteller, der sein Motorsportengagement "neu ausrichten" will.
"Premium wird immer stärker auch über Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit definiert. Wir wollen hier eine Vorbildrolle einnehmen", sagte BMW-Chef Norbert Reithofer zur Begründung. Die freiwerdenden Ressourcen sollen nun in die Entwicklung ...
... von Antriebstechnologien sowie in "Projekte im Bereich Nachhaltigkeit fließen". Damit endet eine Ära: BMW war seit den 80er Jahren in der Formel 1 vertreten - von 1982 bis 1987 als Motorenlieferant von Brabham, Arrows und Benetton. Nelson ...
... Piquet gewann 1983 mit einem Turbo-Motor aus dem Haus BMW ausgestatteten Boliden den Fahrer-WM-Titel. 2000 kehrte BMW als Motorenlieferant von Williams in die Formel 1 zurück und feierte mit den Briten insgesamt zehn Siege.
2005 kaufte BMW das Schweizer Sauber-Team und war ab 2006 als eigenständiges Team BMW-Sauber in der Formel 1 unterwegs. Allerdings gelang nur ein einziger Grand-Prix-Sieg. 2008 gelang Platz 3 der Konstrukteurs-WM - auch dank Nick Heidfeld. Was nun ...
... aus Heidfeld und seinem Teamkollegen Robert Kubica wird, ist noch völlig offen. Der BMW-Ausstieg kommt zudem zu einem unglücklichen Zeitpunkt. Erst kürzlich hatten mehrere Teams mit dem Ausstieg und der Gründung einer eigenen Rennserie gedroht.
Lange Zeit sah es so aus, als würde nur noch ein Haufen Scherben von der Königsklasse des Rennsports übrigbleiben. Doch wie kam es ...
... zu diesem Crash? Die Steithähne sind FIA und FOTA. Die FIA (Fédération Internationale de l'Automobile) ist der Dachverband des internationalen Motorsports, 219 nationale Organisationen aus 130 Ländern sind darin vereint.
Ihr Präsident ist Max Mosley. Aufgabe der FIA ist es, für die unterschiedlichen Motorsport-Klassen das Reglement zu erstellen. Für die Formel 1 genauso ...
... wie für die Rallye-WM oder die Tourenwagen-Weltmeisterschaft. Gegründet wurde die FIA 1904, Hauptsitz ist Paris.
Gegenspieler ist die FOTA (Formula One Teams Association), ein Zusammenschluss der acht Formel-1-Rennställe Ferrari, McLaren-Mercedes, BMW-Sauber, Brawn GP, Toyota, Red Bull, Toro Rosso und Renault.
Präsident der FOTA ist Ferrari-Chef Luca di Montezemolo. Die Teamvereinigung gründete sich im September 2008 in Monza.
Ihr Ziel ist es, den Teams Mitsprache bei Regeländerungen, bei der Vermarktung der Rennserie und bei der Verteilung der Einnahmen zu ermöglichen.
Ursprünglich gehörten auch Williams (im Bild) und Force India zu den FOTA-Mitgliedern, da sie mit den Plänen der FIA aber konform gingen, wurden sie ausgeschlossen.
Knackpunkt des Streits sind zwei wesentliche Änderungen im Formel-1-Reglement. Zum einen eine freiwillige Budgetobergrenze für die neue Saison: Die Teams sollen gezwungen werden, …
… nicht mehr als rund 45 Millionen Euro pro Saison auszugeben. Das ausufernde finanzielle Wettrüsten in der Formel 1 sollte nach FIA-Willen damit unterbunden werden.
Zum anderen soll der Weltmeister - ursprünglich schon in dieser Saison - anhand der Anzal der Siege ermittelt werden, und nicht wie bisher nach Punkten. Diese Regeländerung wurde nach diversen Protesten auf 2010 verschoben.
Gegen diese geplanten Maßnahmen protestierte die FOTA erstmals im März 2009. Die Änderungen seien "schlecht für die Glaubwürdigkeit" der Königsklasse, wetterte Montezemolo. Im Mai drohte dann Ferrari ...
... erstmals mit dem Rückzug aus der Formel 1. Auch Red Bull/Torro Rosso hatte das bereits angekündigt, Renault schloss sich an.
Auch gerichtlich versuchte Ferrari gegen die Regelreform vorzugehen. Ein Pariser Gericht weist den Antrag auf eine einstweilige Verfügung allerdings ab.
Es kommt zu diversen Krisengipfeln, die ohne konkrete Einigung enden. Die FOTA-Rennställe beharren auf ihrer Position, nur mit den bislang gültigen Regeln in der kommenden Saion an den Start gehen zu wollen. Immer öfter ...
... steht die Drohung der FOTA-Teams, sich in eine eigene "Piratenserie" abspalten zu wollen, im Raum.
Am 12 Juni 2009 gibt die FIA die Startliste für die neue Saison bekannt. Alle Rebellenteams sind darauf vertreten. Einige unter Vorbehalt - sie sollen noch einmal zu Gesprächen gebeten werden.
Ferrari, Red Bull und Toro Rosso tauchen allerdings gegen ihren Willen auf der Startliste auf. Die Scuderia betont, dass sie das nicht akzeptieren wird.
Die FIA echauffiert sich darüber und greift Ferrari scharf an: "Es gibt eindeutig ein Element in der FOTA, das entschlossen ist, jegliche Einigung zu verhindern, ohne Rücksicht auf den Schaden, den dies auf den Sport haben könnte", ...
... heißt es in einer Mitteilung. Ein Ende der Auseinandersetzung ist nicht in Sicht, obwohl es weitere Treffen und Briefwechsel zwischen den Streithähnen gibt. Die FOTA reicht eigene Vorschläge zur Kostenreduzierung ein, doch ...
.. diese werden von der FIA abgebügelt. Es kommt vor dem Großen Preis von Silverstone zum finalen Treffen, das wiederum ergebnislos endet. Der FOTA reicht's, sie zieht die Konsequenzen und ...
... kündigt am 19. Juni an, die Formel 1 zu verlassen. BMW-Sauber, Brawn, Ferrari, McLaren-Mercedes, Red Bull, Renault, Toro Rosso und Toyota wollen ihre eigene Rennserie gründen.
Damit wäre die Königsklasse ausgerechnet am Ort des ersten Formel-1-Rennens, das am 13. Mai 1950 in Silverstone stattfand, auseinandergebrochen.
Auch die Fahrer hatten vom Dauerclinch gehörig die Nase voll. BMW-Pilot Nick Heidfeld sagte dazu: “Ich habe langsam das Gefühl, dass es der Formel 1 wirklich schadet...
... Es dauert einfach zu lange. Im Moment fängt es an, den Leuten auf den Geist zu gehen, die sich nicht sonderlich stark für die Formel 1 interessieren.“
Am 24 Juni dann doch die Rettung: Mosley und die Teams einigen sich auf eine Kostenreduzierung. Der Brite tritt zudem nicht mehr zur Wiederwahl an. "Nun haben wir Frieden", sagte er.
Damit geht der unsäglich lange Streit zu Ende - nun kann der Sport wieder im Vordergrund stehen.

Der Fahrer-Coup mit Michael Schumacher lässt weiter auf sich warten, dafür hat Mercedes Grand Prix die Formel 1 mit einem neuen Hauptsponsor überrascht: Die Silberpfeile werden im kommenden Jahr das Logo des staatlichen Öl- und Gasunternehmens Petronas aus Malaysia tragen. "Damit wollen wir unser Ziel erreichen, in der Formel 1 auf Topniveau zu fahren und an die Erfolge von 2009 anzuknüpfen, als wir die Konstrukteurs- und die Fahrer-WM gewannen", erklärte Teamchef Ross Brawn zu dem "langfristigen" Vertrag. "Wir werden alle hart und effizient für den Erfolg in der Zukunft arbeiten", versprach Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug.

Theoretisch könnte der Deal, über dessen finanziellen Rahmen wie üblich nichts bekanntgegeben wurde, auch hilfreich bei einer Verpflichtung Schumachers sein. Der siebenmalige Weltmeister und zigfachen Millionär aus Kerpen soll allerdings noch einen Exklusivvertrag mit einem Petronas-Konkurrenten aus seiner erfolgreichen Ferrari-Zeit haben.

Lauda: Schumi schnell wieder fit

Sollte es aber zum aufsehenerregenden Comeback des einstigen Regenten kommen, ist Ex-Weltmeister Niki Lauda davon überzeugt, dass sich Schumacher schnell wieder im alten Metier zurechtfindet und mit den teilweise fast 20 Jahre jüngeren Rivalen mithalten kann. "Sein Level ist der eines siebenmaligen Weltmeisters", sagte Lauda im "kicker". "Wenn Schumacher wieder fährt, ist er schnell drin und sofort konkurrenzfähig. Weil er der beste war und von einem anderen Niveau kommt", meinte der Österreicher. Weitere Siege des bereits 91-maligen Grand-Prix-Gewinners würden nur davon abhängen, "wie gut sein Auto ist".

Und am neuen Silberpfeil wird weiter mit Hochdruck gearbeitet. Teamchef Brawn versicherte, dass die Vorbereitungen auch für die Entwicklung des neuen Rennwagens gut vorankommen würden. Fest steht seit längerem ja, dass Nico Rosberg aus Wiesbaden einen der beiden Boliden steuern wird. Auf die Strecke geht es erstmals bei den offiziellen Testfahrten Anfang Februar in Valencia.

Saisonstart am 14. März

Saisonauftakt ist am 14. März, als drittes Rennen steht dann auch gleich mit dem Malaysia-Grand-Prix ein Heimspiel für das Mercedes-Team an. Petronas hat seinen Sitz in Kuala Lumpur und bleibt auch Titelsponsor des Rennens am 4. April 2010 auf dem Sepang International Circuit. Das 1974 gegründete Unternehmen ist seit vielen Jahren in der Königsklasse des Motorsports engagiert, zuletzt als Sponsor von BMW-Sauber. Es war auch als möglicher Sponsor beim neuen malaysischen Team Lotus im Gespräch.

(dpa, N24)

21.12.2009 12:06 Uhr

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