Schnee und Eisregen haben den Auto- und den Luftverkehr in ganz Europa behindert. Tausende Passagiere waren zeitweilig gestrandet. Viele Autofahrer mussten sich in kilometerlange Staus einreihen.
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Chaos in Europas vorweihnachtlichem Flugverkehr: Durch Absagen, Verspätungen und Schließungen ganzer Flughäfen saßen tausende Passagiere in Frankfurt, Mailand, Amsterdam oder London fest. Auch der Berliner Flughafen Tegel wurde wegen Blitzeises vorübergehend geschossen. Der Zug Eurostar nahm nach einer Pannenserie im Ärmelkanal-Tunnel einen reduzierten Betrieb zwischen Frankreich und England auf. Ebenso wie im Flugverkehr gab es jedoch einen enormen Rückstau bei den ungeduldigen Passagieren. Deutschland zeigte sich beim Blick aufs Thermometer zweigeteilt: Während im Südwesten Temperaturen von bis zu 13 Grad gemessen wurden, blieb es im Nordosten mit bis zu minus vier Grad weiter frostig. Dort stehen auch die Chancen für eine Weiße Weihnacht besonders hoch.
Wetter extrem hieß es in Freiburg: Dort stieg die Temperatur innerhalb von zweieinhalb Tagen um 34 Grad Celsius. Einen besonderen Rekord vermeldete der ADAC: Am Montag - dem astronomischen und kalendarischen Winteranfang mit dem kürzesten Tag des Jahres - ging dort alle drei Sekunden ein Notruf ein. Mit 28.654 Einsätzen der "Gelben Engel" wurde der bisherige Rekord von 25.386 Pannenhilfen vom 7. Januar 2009 übertroffen. 90 Prozent der Hilfesuchenden hatten demnach Startprobleme durch schwache Batterien.
Tausende Passagiere gestrandet
Auf Deutschlands größter Luftverkehrs-Drehscheibe in Frankfurt waren 8000 Menschen in der Nacht zu Dienstag durch eine wetterbedingte mehrstündige Airport-Schließung blockiert. Allein die Lufthansa hatte rund 250 Flüge abgesagt. Empörte Passagiere äußerten Unmut und Frust. Mehr als 3000 Passagiere verbrachten die Nacht auf dem Frankfurter Flughafen, nachdem die zugeschneiten Pisten gesperrt worden waren. Helfer stellten rund 1000 Feldbetten auf. Etliche Passagiere mussten in startbereiten Flugzeugen ausharren. Weitere 5000 Flugreisende wurden in umliegenden Hotels untergebracht. Auch nach Öffnung der Startbahnen am Dienstagmorgen hielten Behinderungen an. Betroffen seien Ziele in der ganzen Welt, sagte ein Flughafensprecher. Bis zu einstündige Verspätungen und Flugabsagen gab es auch am Flughafen Hamburg.
Schnee und Eis plagten auch Flughäfen in Großbritannien. Der Billigflieger Easyjet strich am Airport Luton bei London bis zum Mittag alle Verbindungen. In Italien saßen mehr als 1000 Passagiere fest. Die Mailänder Flughäfen Malpensa und Linate mussten zeitweise geschlossen werden, auf den Autobahnen der Emilia-Romagna kamen Autofahrer kaum noch voran. In Mailand sind 800 Soldaten eingesetzt, um dort dem Schnee-Notstand zu begegnen. Entspannung dagegen in Belgien, Österreich, Tschechien, Bulgarien und vor allem in Spanien, wo die Kältefront bereits abgezogen ist. Der Schnee, der noch am Montag den Madrider Flughafen teilweise blockiert und zur Absage von mehr als 300 Flügen geführt hatte, war am Dienstag geschmolzen. Im Flugverkehr gab es eine Normalisierung.
Auto in Österreich explodiert
In Deutschland sorgten trotz regional einsetzender milderer Temperaturen erneut eisglatte Straßen für zahlreiche Unfälle. In Niedersachsen war die Autobahn 7 zwischen Hildesheim und dem Kreuz Hannover-Süd vorübergehend nach dem Unfall zweier Lastwagen gesperrt. Der bayerisch-tschechische Grenzübergang Waidhaus wurde in der Nacht wegen eines Unfalls zeitweise gesperrt.
Mit originellen, aber nicht immer wirksamen Lösungen sorgten Kältegeplagte für Schlagzeilen. Im österreichischen Kärnten etwa hat ein Rentner sein Auto mit einem Heizstrahler enteisen wollen und es damit zum Explodieren gebracht. Der Wagen und die Garage brannten aus. Fahrlässig handelte ein Betrunkener in Celle (Niedersachsen), der an seinem komplett schneebedeckten Auto nur ein kleines Guckloch freigekratzt hatte. Polizisten stoppten ihn auf eisglatter Straße. Ein Alkoholtest ergab 2,43 Promille.