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Schumis Formel-1-Rückkehr

"Es juckt mich heute schon"

Welch eine Sensation: Michael Schumacher kehrt in die Formel 1 zurück. Doch nicht nur Fans sind aufgeregt, auch der siebenfache Weltmeister selbst ist schon ganz hippelig.

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Große Vorfreude bei Fans und dem Fahrer selbst: Der siebenfache Weltmeister Michael Schumacher kehrt in die Formel 1 zurück.
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Schumi kehrt zurück! Ferrari hat ihn gerufen und er gehorcht. Ein Knüller. (Corriere dello Sport, Italien)
Der Größte gibt sein Comeback. Schumacher folgt mit 40 Jahren dem Ruf Ferraris und ersetzt den verletzten Felipe Massa. (El País, Spanien)
Der Kaiser kehrt zurück. (Sport, Spanien)
Schumacher ist zurück. Bis Massa wieder fahren kann, ist Schumi-Time (Telegraph, Großbritannien)
Der große alte Meister sagte ja. Nach Lance Armstrong im Radsport feiert nun auch Michael Schumacher in der Formel 1 sein Comeback. (El Mundo, Spanien)
Die Rückkehr des Grand-Prix-Superstars: The Schu goes on. (Sun, Großbritannien)
Sensationell: Schumacher kehrt in der WM hinters Ferrari-Lenkrad zurück. Die F 1 dankt ihm. (Tuttosport, Italien)
Ein sensationelles Comeback - Schumacher kehrt zurück!. Das schönste Paar der Formel 1 ist wieder zusammen. (La Gazzetta dello Sport, Italien)
Die einen kommen, die anderen gehen. Während BMW sich aus der Formel 1 zurückzieht, gibt Michael Schumacher sein Comeback...
... Dies ist eine mutige Entscheidung des siebenmaligen Weltmeisters. Für Valencia ist die Rückkehr ein Glückslos. (As, Spanien)
Was für ein Ferrari-Knüller: Der Mythos Schumacher kehrt zurück. Er bringt Erfahrung und Instinkt mit. (Corriere della Sera, Italien)
Schumacher schnappt sich wieder seinen Ferrari. Nach drei Jahren trügerischer Ruhe ...
... hat der Renn-Dämon gewonnen. Er riskiert alles, aber er ist ein Geschenk für die Formel 1. (La Repubblica, Italien)
Der Mythos kehrt zurück. Michael Schumacher verhilft dem Großen Preis von Europa in Valencia zu neuem Interesse. Die spanische Hafenstadt hat das große Glückslos gezogen. (Marca, Spanien)
Für die Formel 1 gab es nur eine Gewissheit, einen Grundpfeiler, der unantastbar dastand. Sein Name war Michael Schumacher...
... Sich also an Schumacher zu wenden, ist kein risikoreiches Spiel, sondern ein automatischer Reflex. (Independent, Großbritannien)
Michael Schumacher hat die Bühne für das bemerkenswerteste Comeback in der Motorsport-Geschichte bereitet. (Times, Großbritannien)
Schumacher auf der Ehrenrunde. (Daily Mail, Großbritannien)
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Die meisten WM-Titel, die meisten Siege, die meisten Punkte, die meisten Pole Positions. Das alles hat nur ein Formel-1-Pilot erreicht: Michael Schumacher. Eigentlich genug für eine Karriere. Doch Schumi will mehr.
Der 40-Jährige will es noch einmal wissen - und startet als "Renn-Opa" für Mercedes in die kommende Saison. Es wird ein langfristiges Vergnügen für seine Fans. Denn Schumi will drei Jahre ...
... im Silberpfeil um die WM-Krone kämpfen. Über viele Jahre war Schumi das Maß aller Dinge in der Königsklasse des Motorsports. Die Konkurrenten sahen ihn in der Regel von hinten und ...
... kein anderer durfte sich bis dato so häufig den Sieger-Schampus einfüllen wie Schumi.
Er ist in einer Reihe zu nennen mit Rennfahrergrößen wie Ayrton Senna, ...
... Alain Prost, ...
... oder Niki Lauda: Doch keiner von ihnen hat die Geschichte der Formel 1 ...
... so sehr geprägt wie der Mann aus dem Kölner Umland.
Alles begann auf der heimischen Kartbahn in Kerpen, auf der Schumi bereits als Sechsjähriger die schnellsten Runden drehte.
Vater Rolf erkannte die Qualitäten des Sprösslings und begann ihn zu fördern. So wurde Schumi 1984 deutscher Kartmeister der Junioren, 1987 Kart-Europameister und 1990 deutscher Formel-3-Meister.
Doch wer hätte gedacht, dass sich hier die große Karriere eines Seriensiegers anbahnt?
Wenn überhaupt jemand, dann Manager Willi Weber. Er ebnete Schumacher den Weg in die Formel 1: 1991 bekam Schumi den freigewordenen Platz im Jordan-Cockpit und gab am 25. August im belgischen Spa sein Debüt - dank eines kleinen Tricks seines Managers.
Willi Weber hatte Teambesitzer Eddie Jordan gesteckt, Schumi sei schon oft in Spa gefahren und kenne die Strecke sehr gut. Das war natürlich glatt gelogen - der Neuling fiel bereits in der ersten Runde aus.
Doch er hatte den Fuß in der Formel-1-Tür. Manager Weber zeigte ihm wo es langging und so bekam der Kerpener einen Vertrag bei Benetton.
Schumacher genoss das Vertrauen von Teamchef Flavio Briatore (r.), das sich schon bald auszahlte. Wieder in Spa feierte Schumi 1992 seinen ersten Grand-Prix-Sieg und landete auf Anhieb auf Rang drei der Weltmeisterschaftswertung.
Nach einem weiteren Formel-1-Lehrjahr legte Schumacher 1994 richtig los: Er holte mit Benetton den WM-Titel, ...
... und zwar mit einem Punkt Vorsprung vor Dauer-Konkurrent Damon Hill. Schumi ist damit der erste deutsche Formel-1-Weltmeister.
1995 geht die Erfolgsgeschichte weiter: Schumacher verteidigt als jüngster Fahrer seit WM-Beginn 1950 den Titel, gewinnt zudem als erster Deutscher die beiden Heimrennen in Hockenheim und auf dem Nürburgring.
Danach hätte er es einfach haben können: Die damals dominierenden Teams Williams Renault oder McLaren Mercedes versuchten, ihn zu sich zu locken.
Doch Schumi entschied sich für die eine lange Durststrecke fristende Scuderia Ferrari. 1995 wechselte er für die Rekordgage ...
... von 40 Millionen Mark zum italienischen Rennstall. Es folgten durchwachsene Jahre mit etlichen Siegen - genauso wie mit zahlreichen Ausfällen.
Schumacher war einige Male nah dran am WM-Titel, musste sich aber am Ende doch Jacques Villeneuve (1997) ...
... oder Mika Häkkinen (1998) geschlagen geben.
Doch Ferrari hielt an ihm fest, verlängerte seinen Vertrag sogar vorzeitig - was sich schon bald bezahlt machen sollte.
Zuvor musste Schumi allerdings die schwierigste Situation seiner Rennfahrerkarriere überstehen. Beim Grand Prix in Silverstone ...
... raste er fast ungebremst frontal in einen Reifenstapel. Bei dem Unfall erlitt er einen doppelten Beinbruch.
Er musste für sechs Rennen pausieren, die WM war gelaufen.
In den letzten beiden Saisorennen meldete er sich mit jeweils Platz zwei eindrucksvoll zurück.
2000: wahrscheinlich die spannendste Saison. Schumacher lag nach fünf Siegen klar auf Titelkurs, doch Mika Häkkinen verdrängte ihn von der Spitzenposition.
Doch Schumi wollte sich den Titel auf keinen Fall mehr nehmen lassen. Er legt zwei Siege drauf und holte sich im japanischen Suzuka den WM-Titel.
Als erster Ferrari-Pilot seit Jody Scheckter 1979 sicherte er sich damit die Fahrerkrone.
Die Scuderia, ganz Italien und Deutschland waren außer sich. Es folgen Titel im Jahrestakt: 2001 steht Schumi nach 13 Saisonrennen, ...
... ein Jahr später schon nach dem elften Grand Prix als Weltmeister fest.
Die Schar der Ferrari-Fans wurde größer und bunter, ...
... Schumi macht die Formel 1 in Deutschland zum beliebten Sonntagnachmittagsvergnügen.
Auch Schumi II, Michaels Bruder Ralf, stieg in die Königsklasse ein, debütierte ebenfalls bei Jordan. Zwar gelangen ihm insgesamt sechs Grand-Prix-Siege - an die Erfolge des älteren Bruders kam er allerdings nie heran.
Michael Schumacher fuhr unterdessen unbeirrt die WM-Titel sechs (2003) ...
... und sieben (2004) nach Hause.
Insgesamt holt er in seiner Karriere 91 Grand-Prix-Siege, 72 davon allein für Ferrari. Damit krönte er sich zum König der Rennfahrer, ...
... der von den Fans verehrt wurde.
Schumachers Erfolge sprachen sich auch andernorts herum.
2005 kam das Seuchenjahr, Schumi gelang nur ein Sieg. Und der ausgerechnet beim Skandalrennen von Indianapolis, bei dem nur sechs Autos ins Ziel kamen.
Schumi musste dem neuen Weltmeister Fernando Alonso den Vortritt lassen, belegte in der WM-Wertung sogar nur den dritten Platz.
Doch 2006 meldete er sich noch einmal zurück: Nachdem er zwischenzeitlich bereits 25 Punkte Rückstand auf Alonso hatte, holt er den Spanier drei Rennen vor Saisonschluss noch ein. Doch im vorletzten Rennen seiner Karriere ...
... scheidet er mit Motorschaden aus. Wiederum holt sich Alonso den Titel.
Ob nun sieben oder acht Titel: Die Fans können es verschmerzen.
Weniger gut zu verdauen ist allerdings der Rücktritt von Michael Schumacher. Am 22. Oktober 2006 fährt er sein - vorerst - letztes Rennen und wird danach gebührend von den Fans ...
... und seinem Team verabschiedet (hier mit Teamchef Jean Todt und Kollege Felipe Massa).
So sagten ihm die Fans auf Wiedersehen.
Wirklich Abschied vom Motorsport hat Schumi allerdings nie genommen. Egal ob als Beobachter an der Rennstrecke ...
... oder als Berater des Ferrari-Teams mit guten Tipps für Felipe Massa: Schumi ist seinem Sport treu geblieben. Ein Comeback im Cockpit schloss er aber bis heute immer aus.
Nun könnte er sein sportliches Rentnerdasein in Vufflens am Genfer See mit seiner Familie und einem geschätzten Vermögen von mehr als einer halben Millionen Euro genießen, stattdessen ...
... lässt ihn der Rausch der Geschwindigkeit nicht los. Inzwischen geht Schumacher auf zwei Rädern ...
... bei der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft an den Start.
Auch wenn er dort sicher nicht mit weniger Ehrgeiz auf die Strecke geht, musste er in dieser Saison ...
... jede Menge Lehrgeld zahlen. Bei einigen Rennen war er als Bruchpilot unterwegs.
Das Wichtigste aber : Schumi blieb unverletzt, sodass er auch weiterhin sein sportliches Multitalent ...
... unter Beweis stellen kann. Etwa beim Fußball, wo er bei zahlreichen Benefizturnieren ...
... leidenschaftlich gern dem Leder hinterherjagt.
Auch auf anderen Plätzen macht Schumi eine gute Figur.
Ebenso ist er noch im Kart anzutreffen, ...
... oder beim Race of Champions, dem traditionellen Saisonabschluss der Formel 1. Hier gewann er gemeinsam mit Nachwuchshoffnung Sebastian Vettel (2.v.l.) kurz vor Weihnachten.
Und Babyface Vettel hat sich bestimmt noch ein paar gute Tipps vom Superstar geholt. Der 21-jährige Vettel könnte übrigens fast als Schumis Sohn durchgehen: Michael Schumacher feierte am 3. Januar seinen 40. Geburtstag.
Der wurde allerdings ganz abgeschieden mit Frau Corinna, den Kindern Mick und Gina-Maria sowie ein paar guten Freunden ...
... irgendwo im Schnee gefeiert. Nun kommt Schumi zurück, die Fans sind begeistert: ...
"Schumi: Nur du bist der Beste."
Er ist der Rekordweltmeister: Michael Schumacher dominierte Mitte der 90er und Anfang der 2000er Jahre die Formel1 wie kein anderer. Sieben WM-Titel, davon fünf mit Ferrari, hat er zu Buche stehen.
Der letzte Ferrari-Weltmeister war aber ein anderer. Brasilien, 21. Oktober 2007: Kimi Räikkönen weiß gar nicht, wohin mit sich. Der WM-Titel war im letzten Saisonrennen für Konkurrent Lewis Hamilton praktisch nur noch Formsache, ...
... doch der Brite vergab seinen Sieben-Punkte-Vorsprung tatsächlich. So war der Finne Räikkönen plötzlich Weltmeister - und gönnte sich eine ausgiebige Siegerdusche.
2006 jubelte der Spanier Fernando Alonso mit seinem Renault-Team, ...
... genauso wie im Jahr zuvor: Alonso lieferte sich einen spannenden Zweikampf mit Michael Schumacher über die ganze Saison - am Ende durfte er sich aber den Weltmeisterschafts-Champagner einflösen.
Die Ära Schumi und Ferrari: 2004 holte der Kerpener den WM-Titel, ...
... genauso wie 2003, ...
... 2002, ...
... 2001,...
... und im Jahr 2000. Fünfmal in Serie bescherte der Ausnahmepilot Ferrari den WM-Titel, dazu gabs noch zwei Weltmeisterschaften in den 90ern. Fast überflüssig zu erwähnen, dass dies vorher noch keinem Fahrer gelungen ist.
Ende der 1990er Jahre lieferte sich Mika Häkkinen mit Schumi spannende Duelle auf der Rennstrecke. Sowohl 1999 ...
... als auch 1998 war der Finne im McLaren-Mercedes am Saisonende der Bessere.
1998 war ein Kanadier nicht zu schlagen: Jacques Villeneuve (Williams-Renault) ließ sich als Champion feiern. An diese Zeiten konnte er 2006, als er ein Comeback bei BMW-Sauber startete, aber nicht mehr anknüpfen.
Jaqces Villeneuves (r.) Teamkollege Damon Hill (l). war auch sein Vorgänger in der WM-Wertung: Hill holte 1996 den Titel und tat es damit Vater Graham Hill gleich, der 1962 und 1968 der schnellste Formel1-Fahrer war.
Mitte der 90er war Schumi unschlagbar: Sowohl 1995 mit Benneton-Renault ...
... als auch 1994 mit dem eigentlich als unterlegen eingeschätzen Benetton-Ford-Team setzte sich Michael Schumacher als erster Deutscher die Formel1-Krone auf.
Schumi war damit der legitime Nachfolger von Alain Prost (r.), der vor allem in den 80er Jahren die Rennserie dominierte. 1993 wurde er Weltmeister mit Williams-Renault (hier mit Teamkollegen Damon Hill).
Nur ein Mal stand Nigel Mansell am Saisonende ganz oben: Der Brite wurde 1992 Formel1-Champion.
Seinen letzten WM-Titel holte sich Ayrton Senna 1991.
Auch im Jahr zuvor stand er schon ganz oben. Der Brasilianer gewann mit McLaren-Honda insgesamt drei Mal den Titel.
Beim Großen Preis von San Marino am 1. Mai 1994 endete die glanzvolle Karriere des Ayrton Senna jäh: Einen schweren Unfall auf der Rennstrecke überlebte er nicht.
1989: Es war die dominante Zeit von McClaren-Honda. Alain Prost (im Bild) und Teamkollege Ayrton Senna wechselten sich bei der Titeljagd munter ab.
Im Jahr '89 sicherte sich Alain Prost die WM-Trophäe, ein Jahr zuvor ließ sich Senna als WM-Held feiern.
Lediglich Nelson Piquet gelang es, in den 80er Jahren die Dominanz von Prost und Senna zu durchbrechen. 1987 wurde er mit Williams-Honda Weltmeister.
Die Jahre 1985 und 1986 gehörten Alain Prost: Zweimal hintereinander war er im McLaren-Porsche der schnellste Formel1-Pilot.
1984 holte sich Niki Lauda (l.) noch einmal den Titel, nachdem er ihn bereits 1977 gewonnen hatte. Sein Vorgänger im Jahr 1983 war Nelson Piquet (r.), damals noch im Brabham-Ford unterwegs.
Der erste Finne, der Formel1-Champion wurde: Keke Rosberg im Williams Ford 1982. Inzwischen versucht Sohn Nico bei AT&T Williams in seine Fußstapfen zu treten.
1981: Nelson Piquet feiert seinen ersten WM-Titel mit Brabham-Ford. Insgesamt gelang ihm der große Coup drei Mal.
Lediglich ein Bilddokument aus dem Jahr 1996 war von Alan Jones (l.) zu bekommen. Seinen WM-Titel gewann er bereits 1980. Rechts im Bild übrigens der Australier Jack Brabham, der den Titel 1959, 1960 und 1966 gewann.
Und hier noch der erste Weltmeister der Formel1 überhaupt: Es war der Italiener Dr. Giuseppe "Nino" Farina 1950 im Alfa Romeo, hier auf der Rennstrecke in Monza.

Die Sensation ist endgültig perfekt und Michael Schumacher hat sogar noch einen draufgesetzt: Der Formel-1- Rekordweltmeister will die kommenden drei Jahre für Mercedes Grand Prix an den Start gehen. "Ich fühle mich gerade wie ein 12-Jähriger, der durch die Gegend hüpft wie ein kleiner Junge", beschrieb der Kerpener, der am 3. Januar 41 Jahre alt wird, seine Gefühlslage in einer Telefonkonferenz einen Tag vor Heiligabend. "Und offen gesagt juckt es mich heute schon bei der Aussicht, wieder ins Lenkrad zu greifen."

Nun beginne für ihn ein neuer Abschnitt in seiner Rennfahrer-Karriere, "und ich freue mich ungemein, ihn mit so alten Freunden wie Ross Brawn und den alten Weggefährten von Mercedes angehen zu können". Unmissverständlich auch die Kampfansage des siebenmaligen Weltmeisters an die teilweise 20 Jahre jüngere Konkurrenz: "Mein Ziel wird natürlich sein, am Ende oben auf dem Treppchen zu stehen."

Sein 250. und letztes Rennen bestritt er am 22. Oktober 2006 in Sao Paulo. "Drei Jahre Abstinenz haben mir alle Energie zurückgegeben", sagte Schumacher, der sich bei seinem Abschied damals müde und ausgelaugt gefühlt hatte. "Es ist die beste Wahl", sagte Teamchef Ross Brawn. "Es ist eine große Herausforderung für mich, gegen einen der besten Fahrer aller Zeiten anzutreten", meinte Nico Rosberg zu seinem neuen und rund 17 Jahre älteren Teamkollegen. Das habe er noch nie in seiner Karriere getan, betonte Schumacher ausdrücklich.

Jubel auch bei TV-Sendern

Jubel löste die Bekanntgabe der Sensations-Rückkehr, für die sich die Anzeichen in den vergangenen Tagen immer mehr verdichtet hatten, auch bei den übertragenden Sendern RTL und Sky aus. "Dieses Comeback hat historische Dimensionen und macht 2010 zu einem magischen Formel 1-Jahr. Michael Schumachers Rückkehr wird nicht nur die Formel 1-Fans elektrisieren", sagte RTL-Sportchef Manfred Loppe am Mittwoch. "Eine großartige Entscheidung", lobte der Leiter der Sky-Sportkommunikation Ralph Fürther.

Dass Schumacher, der im Sommer ein Comeback aus gesundheitlichen Gründen noch hatte absagen müssen, nun für die Silberpfeile einen Mythos wiederbeleben will, liegt auch an Teamchef Brawn. Der hatte Schumacher im November angerufen. Und da hatte der 40-Jährige längst wieder Lunte gerochen. Das erkannte auch Gattin Corinna. "Sie hat es am Funkeln meiner Augen gesehen", erklärte Schumacher, der seit 1996 mit seiner Ehefrau und seinen beiden Kindern am Genfer See wohnt.

Mit dem Engagement bei Mercedes schließt sich für Schumacher auch ein Kreis. "Im April 1991, ich war gerade seit einem halben Jahr für die Motorsport-Aktivitäten von Mercedes-Benz verantwortlich und da stand der Mercedes-Junior Michael Schumacher abends neben mir auf dem Balkon und sagte leise und ohne den geringsten Zweifel in der Stimme: 'Langsam wird's Zeit, dass ich in die Formel 1 komme'", erzählte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug.

Lange Verbindung mit Mercedes

Maßgeblich soll der schwäbische Automobilbauer Starthilfe bei Schumachers Einstieg in die Königsklasse gegeben haben. Vor knapp 20 Jahren hatte Mercedes mit seinem damaligen Schweizer Partner Peter Sauber den Kerpener als Werksfahrer in der Sportwagen-Weltmeisterschaft verpflichtet. "Ich bin froh, dass ich nun etwas zurückgeben kann", sagte Schumacher, der im Februar erstmals offiziell seinen neuen Rennwagen testen darf. "Es war immer meine Stärke, mich schnell einzustellen und flexibel zu sein", sagte er gut gelaunt.

In den Tagen und Wochen zuvor hatten weder Schumacher noch Mercedes klare Aussagen getroffen, Dementis blieben ebenso aus wie Bestätigungen. Erst Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo sprach offen von Schumachers Absicht und Möglichkeit, für Mercedes 2010 ein Comeback zu geben. Von der Scuderia hatte Schumacher Grünes Licht bekommen, er war seit dem Rücktritt nach seinem letzten Rennen am 22. Oktober 2006 als Berater für Ferrari tätig.

Und nun wird er bei einem der Erzrivalen Gas geben, 1240 Tage nach seinem letzten Rennen wird er beim Saisonauftakt in der Wüste von Sakhir erneut in der Startaufstellung stehen. Zusammen mit Rosberg wird Schumacher das deutsche Duo im Mercedes-Werksteam bilden - erstmals werden damit zwei Piloten mit Kennzeichen D für den selben Rennstall antreten.

Renaissance des Silberpfeil-Mythos?

Für Mercedes soll es auch die Renaissance des Silberpfeil-Mythos werden. 1955 hatte Juan Manuel Fangio den bis dato letzten WM-Titel für ein werkseigenes Team des schwäbischen Autobauers eingefahren, der erst am Montag auch noch die Zusammenarbeit mit dem staatlichen Öl- und Gasunternehmen Petronas aus Malaysia als neuer Hauptsponsor bekanntgegeben hatte.

Der Formel 1, die 2009 mit dem Duell von Weltmeister Jenson Button und dem Heppenheimer Sebastian Vettel eine spannende Saison erlebt hatte, steht durch die Schumacher-Verpflichtung nun ohne Zweifel ein Hype bevor. "Zampano" Bernie Ecclestone hatte schon von einer «magischen» Rückkehr des Rekordsammlers geschwärmt.

(Jens Marx, dpa, N24)

23.12.2009 14:50 Uhr

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