Wegen BayernLB-Desasters
Sparkassenpräsident Siegfried Naser zurückgetreten
Er verantwortete den Kauf der maroden Hypo Group Alpe Adria durch die BayernLB mit. Jetzt musste der bayerische Sparkassenpräsident, Siegfried Naser, deswegen zurücktreten.
Nach dem Milliardendebakel bei der BayernLB tritt der Präsident des Sparkassenverbandes Bayern, Siegfried Naser, zurück. Naser werde sein Amt Ende Januar zur Verfügung stellen, teilte der Verband in München mit. Damit zieht Naser nach massivem Druck die Konsequenzen aus dem Desaster der BayernLB mit dem Kauf der maroden Hypo Group Alpe Adria (HGAA), den Naser seinerzeit als Mitglied des Verwaltungsrats der BayernLB befürwortet hatte. Auch BayernLB-Chef Michael Kemmer hatte bereits seinen Posten geräumt.
Bereits in den vergangenen Tagen war der Druck auf Naser wegen des BayernLB-Krise gewachsen. Die SPD im bayerischen Landtag nannte seinen Rücktritt überfällig. "Naser wollte das ganz große Rad drehen und ist katastrophal gescheitert. Es ist nur verwunderlich, dass Naser so lange brauchte, um diese Entscheidung zu treffen", sagte die stellvertretende Vorsitzende der BayernLB-Kommission im Bayerischen Landtag, Inge Aures. Auch in der Politik müssten nun Konsequenzen gezogen werden. Sie nannte sie unter anderen den CSU-Fraktionsvorsitzenden im Bayerischen Landtag, Georg Schmid, den früheren CSU-Chef Erwin Huber und den ehemaligen Ministerpräsiden Günther Beckstein, die bei der BayernLB komplett versagt hätten.
Weitere massive Belastungen
Die BayernLB hatte 2007 die Kärntner Hypo Group Alpe Adria (HGAA) für 1,7 Milliarden Euro gekauft und anschließend noch mehr als 1,1 Milliarden Euro Kapital in die Bank gesteckt. Um sich von der Last zu befreien, gab Bayern vor wenigen Tagen die Bank zum symbolischen Preis von einem Euro ab. Insgesamt hat das Desaster die bayerischen Steuerzahler schon mehr als 3,7 Milliarden Euro gekostet. Die Probleme bei der BayernLB werden auch die bayerischen Sparkassen noch mehr belasten als bisher befürchtet.
Wie die BayernLB bekanntgab, wird es wegen der Auflagen der EU-Kommission für die Beihilfen an die BayernLB zunehmend wahrscheinlicher, die stillen Einlagen und Genussscheine an den Verlusten zu beteiligen. Insgesamt geht es um ein Volumen der stillen Einlagen von fast 5 Milliarden Euro, von denen 3 Milliarden Euro der Freistaat Bayern hält. Wie stark die Sparkassen beteiligt sind, ist unklar. In Finanzkreisen kursierten unterschiedliche Zahlen von einem dreistelligen Millionenbetrag bis zu mehr als einer Milliarde Euro. Auf diese Einlagen müssten sie bei einer Verlustbeteiligung Abschreibungen vornehmen. Die Sparkassen müssten aber kein Geld nachschießen, hieß es, sondern nur Abschreibungen auf den Buchwert vornehmen.
(dpa, N24)
23.12.2009 14:10 Uhr





