Proteste im Iran
Opposition: Drei Demonstranten tot
Bei den Massenprotesten gegen die iranische Regierung sind nach Angaben der Opposition in der Hauptstadt Teheran drei Demonstranten von Sicherheitskräften erschossen worden.
Die Informationen über den Tod der Demonstranten wurde angesichts der Zensurmaßnahmen der Behörden zunächst über die oppositionelle Internet-Seite "Rahesabs" verbreitet. In Teheran versammelten sich am Morgen Zehntausende von Regierungskritikern zu einer Kundgebung, gegen die starke Einheiten der Sicherheitskräfte vorgingen.
Die Vorfälle bei der Kundgebung wurden laut "Rahesabs" von einem Reporter der Internet-Seite verfolgt, der als Augenzeuge vor Ort war. Die oppositionellen Demonstranten wurden von den Sicherheitskräften von der Enghelab-Straße abgedrängt, über die anschließend tausende von Anhängern von Präsident Mahmud Ahmadinedschad zogen.
Die Oppositionellen hatten sich am Samstag an zunächst mehreren Stellen in Teheran versammelt, darunter auch an der Universität, hieß es auf den regimekritischen Websites. Zu größeren Protesten kam es nach Augenzeugenberichten am Samstagnachmittag auch in der belebten Niavaran-Avenue im Norden Teherans.
Polizei verfolgte Demonstranten
Dort gingen Hunderte Anhänger der grünen Bewegung von Oppositionsführer Mir Hussein Mussawi auf die Straße. Sie riefen Parolen gegen Ahmadinedschad, nachdem eine Rede des regimekritischen Ex-Präsidenten Mohammed Chatami von Anhängern Ahmadinedschads verhindert worden war. Augenzeugen berichteten, die Polizei habe die Demonstranten bis in Seitenstraßen verfolgt.
Vorwurf: Wahlbetrug
Zuletzt hatten die Regimekritiker die Trauerfeierlichkeiten für den vor einer Woche gestorbenen Großajatollah Hussein Ali Montaseri für Demonstrationen in vielen Städten des Landes genutzt. Nach dem Tod des 87 Jahre alten Geistlichen Montaseri war es mehrfach zu politischen Protesten gekommen, die zu Zusammenstößen mit der Polizei führten. Die Proteste im Iran richten sich gegen die umstrittene Wiederwahl von Präsident Mahmud Ahmadinedschad im Juni. Die Opposition wirft dem erzkonservativen Präsidenten Wahlbetrug vor. Montaseri hatte Ahmadineschad mehrfach beschuldigt, diktatorisch zu regieren.
(dpa, N24)
27.12.2009 09:51 Uhr









