Terror in Pakistan
Attentäter sprengt sich in die Luft
Bei einem Selbstmordanschlag in Pakistan sind bis zu zehn Menschen ums Leben gekommen. Der Attentäter hatte sich vor einer Moschee in die Luft gesprengt.
Im Nordosten Pakistans hat sich ein Selbstmordattentäter am Sonntag vor einer Moschee in die Luft gesprengt und fünf Menschen mit in den Tod gerissen. Anderen Angaben zufolge sind sogar zehn Tote zu beklagen. Nach Angaben der Polizei verübte der Attentäter den Anschlag am Eingang der von schiitischen Gläubigen besuchten Moschee in der Stadt Muzaffarabad. Zwei Zivilisten und drei Polizisten seien bei dem Anschlag ums Leben gekommen. Etwa 50 Menschen wurden den Angaben zufolge verletzt.
Die Gläubigen feierten am Sonntag das Aschura-Fest zum Gedenken an den Tod des Begründers der schiitischen Glaubensrichtung, Imam Hussein. Die pakistanischen Sicherheitskräfte waren aus Anlass des Festes in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt worden.
Zehntausende pilgern nach Garhi Khuda Bakhsh
Indes sind Tausende Menschen am zweiten Todestag der ehemaligen Regierungschefin Benazir Bhutto an ihr Grab im südpakistanischen Dorf Garhi Khuda Bakhsh gepilgert. Tausende brachen in Tränen aus, schlugen sich auf die Brust und zitierten Koranverse. Das Ereignis war von massiven Sicherheitsvorkehrungen begleitet, es kamen allerdings deutlich weniger Bhutto-Anhänger als an ihrem ersten Todestag. Vor einem Jahr waren hunderttausende Menschen zu ihrem Grab gepilgert.
In Sprechchören forderte die Menge die pakistanische Regierung auf, den Mord an Bhutto am 27. Dezember 2007 endlich aufzuklären. Nach dem Mordanschlag auf die Oppositionsführerin in der pakistanischen Garnisonsstadt Rawalpindi hatte die Regierung in Islamabad eine Untersuchung des Attentats durch die Vereinten Nationen gefordert. Der pakistanische Regierungschef Yousuf Raza Gilani sagte bei seinem Besuch an Bhuttos Grab, die UN-Untersuchung sei um einen Monat bis Ende Januar verlängert worden. Dann werde das pakistanische Volk über die Erkenntnisse informiert.
Massive Kritik an Regierung
Nach dem Anschlag war Bhuttos Mann Asif Ali Zardari zum pakistanischen Staatschef gewählt worden. Seine Regierung wird derzeit massiv kritisiert, unter anderem wegen der anhaltenden islamistischen Gewalt im Land. Bei einer Trauerveranstaltung im nahegelegenen Naudero verteidigte Zardari seine Politik. "Glaubt nicht, dass wir schwach sind. Seht unsere Toleranz nicht als unsere Schwäche an", sagte er in einer Rede vor Anhängern seiner Partei.
Seine Regierung wisse, "wie man kämpft". Auseinandersetzungen zwischen den staatlichen Institutionen würden das Land schwächen, warnte Zardari. Damit nahm er Bezug auf ein Urteil des Obersten Gerichtshofs von Mitte Dezember, das ein Amnestiegesetz kippte, das Zardari und zahlreiche andere Politiker schützte.
(AFP, dpa, N24)
27.12.2009 20:02 Uhr









