Musiktausch im Netz
Grüne für Legalisierung
Die Grünen drängen auf eine Legalisierung beim Tausch von Musikdateien im Internet. Sich gegenseitig mit Musik zu versorgen, sei ein "ganz normaler kultureller Vorgang", hieß es.
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Seit Jahren geht die Musikindustrie massiv gegen Tauschbörsen im Internet vor.
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Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) hat entschieden, das neue Werk "Liebe ist für alle da" der deutschen Hardrocker Rammstein zu indizieren. Bei der Entscheidung des Gremiums hat das Lied "Ich tu dir weh" …
… eine wesentliche Rolle gespielt, das unter anderem "sado-masochistische Handlungen in befürwortender Weise" beschreiben soll. Das Album der Band um Sänger Till Lindemann darf nun nicht mehr beworben und nur noch an über 18-Jährige verkauft werden.
Auf der Liste für jugendgefährdende Medien befinden sich Rammstein in Gesellschaft von Künstlern, die aus den unterschiedlichsten Musikbereichen kommen. Einer davon ist der Skandal-Rapper Bushido.
Schon sein Debüt-Werk "King of Kingz" mit den aussagekräftigen Songs "Fick Rap" oder "Nutte Bounce" wird von der BPjM indiziert - der Anfang einer langen Geschichte zwischen der Bundesoberbehörde und dem Hip-Hopper mit dem Pseudonym "Sonny Black".
Immer wieder gerät Bushido wegen seiner als frauen- und homosexuellenfeindlich angesehenen Texte in die Kritik. Aus diesem Grund werden seine Alben "Vom Bordstein bis zur Skyline", …
… "Electro Ghetto" und …
… "Nemesis – Ersguterjunge Volume 1" indiziert. Eine Erfahrung, die auch Bushidos ehemaliger "Aggro Berlin"-Label-Kollege …
… Sido kennt. Sein Debütalbum "Maske" wird ebenfalls in den Lieder-Giftschrank verbannt, da der darauf veröffentlichte Song "Endlich Wochenende" den Konsum von Drogen verharmlose.
Kandidaten für den Index sind auch sie stets gewesen: Die "Böhsen Onkelz". Anfang der 1980er Jahre macht sich die Band mit Rechtsrock einen Namen, kehrt der rechtsradikalen Szene später zwar den Rücken, wird das negative Image aber nie ganz los.
Bei ihrer Auflösung 2005 kann die umstrittene Band auf eine stattliche Anzahl von Indizierungen zurückblicken, unter anderem die des Albums "Der nette Mann" (1984). 1986 stuft es die BPjM wegen …
… "Verherrlichung des Nationalsozialismus", "Gewaltverherrlichung“ und pornographischer Texte als jugendgefährdend ein (Archivfoto: undatiertes Handoutbild).
Die "Beste Band der Welt" und dann auf dem Index? In der Tat sorgen "Die Ärzte" Mitte der 1980er für den ein oder anderen musikalischen Aufreger.
Drei Jahre nach der eigentlichen Veröffentlichung wird das Album "Debil" 1987 wegen der Lieder "Claudia hat'nen Schäferhund" und "Schlaflied" auf die Schwarze Liste gesetzt. Genauso ergeht es im selben Jahr dem dritten Album …
… "Die Ärzte", weil der darauf enthaltene Song "Geschwisterliebe" geeignet sei, "Jugendliche sexualethisch zu desorientieren". In dem Lied wird der Geschlechtsverkehr zwischen Bruder und Schwester beschrieben.
Im November 2004 wird die jugendgefährdende Einstufung von "Claudia hat 'nen Schäferhund" und "Schlaflied" von der BPjM zurückgenommen - die "satirische Form" der Stücke sei erkennbar. "Geschwisterliebe" bleibt auf dem Index.
Heute unvorstellbar: Auch die ulkige Dance-Nummer "Geil" von den zwei Engländern "Bruce & Bongo" landet 1986 kurzzeitig auf dem Index. Einige Radiosender spielen das Lied nicht, vielen ist das Wort mit den vier Buchstaben damals noch zu anrüchig.
Selbst der damalige Radiomoderator Thomas Gottschalk lädt die Künstler wieder aus. Und heute sitzt Lady Gaga bei ihm auf dem Sofa. So ändern sich die Zeiten!
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Robbie Williams ist zurück. Mit seiner neuen Single "Bodies" schickt sich der britische Superstar an, an alte Erfolge anzuknüpfen. Auch ein neues Album, "Reality Killed The Video Star", hat er im Anschlag.
Es ist ein von Fans lange ersehntes Comeback. Seine letzte Krise beginnt 2006, als er sich aus der Öffentlichkeit weitgehend zurückzieht und eine Drogentherapie macht. Drei lange Jahre warten seine Anhänger auf neues Material.
Doch auch schon früher haben Robbie-Freunde viel Geduld mitbringen müssen. Zum ersten Mal im Rampenlicht steht er mit der Boyband "Take That", der wohl erfolgreichsten Casting-Truppe, die Millionen Mädchen in Verzückung versetzt.
Schon damals ist Robbie die Ulknudel der Band und ist sich für kaum einen Scherz zu schade. Auch wenn er als Solo-Sänger bei "Take That" fast nie zum Einsatz kommt, avanciert er rasch zum Liebling der Fans.
Nicht nur die Musik der fünf Jungs überzeugt Mädels wie Kritiker, sondern auch deren Live-Auftritte. Preise sind die Folge. 1995 wird die Band etwa mit dem "MTV Europe Music Award" für Beste Live-Künstler ausgezeichnet (Bild: Robbie mit Carla Bruni).
Dann der Schock: Im Juli 1995 steigt Robbie Williams aus der Band aus. Williams, in Sachen Party und Drogen kein Kind von Traurigkeit, war es leid, sich den strengen Regeln des Managements zu beugen. Für die Fans bricht eine Welt zusammen.
Viele können nicht verstehen, wie ihr Liebling ihnen das antun kann. Der Ausstieg von Williams ist der Anfang vom vorläufigen Ende der Band, die sich im Februar 1996 auflöst. Mittlerweile haben sich die vier übrigen Mitglieder allerdings wieder vereint.
Robbie dagegen holt nun nach, was er lange Zeit nicht durfte. Der damals 21-Jährige haut mächtig auf den Putz. Immer wieder ...
... tauchen Fotos und Berichte von ihm auf, die den Alkohol- und Drogenmissbrauch des Sängers thematisieren. Das konnte nicht lange gut gehen: Im Sommer 1997 muss Robbie in eine Entzugsklinik.
Musikalisch dagegen holt Robbie Williams, der künstlerisch immer im Schatten seiner Bandkollegen gestanden hat, zum großen Schlag aus. Mit "Life Thru a Lens" veröffentlicht er sein erstes Solo-Album, das für sein Image die Emanzipation bedeutet.
Größeren Chart-Erfolg hat Robbie dann ein Jahr darauf. 1998 erscheint das Album "I've Been Expecting You", das in Großbritannien direkt auf Platz 1 schießt.
Williams bleibt musikalisch produktiv. 1999 bringt er sein drittes Album auf den Markt. "Sing When You're Winning" enthält mehrere Hits wie "Rock DJ" und das Kylie-Minogue-Duett "Kids". Robbie etabliert sich als ernsthafter Künstler.
Aufsehen erregt das Video zu "Rock DJ". Williams reißt sich dabei neben seiner Kleidung (im Bild: Robbie bei der Versteigerung der Unterhose aus dem Clip) auch seine Haut vom Leib. Die Originalfassung ist nur im Nachtprogramm der Musiksender zu sehen.
"Swing When You're Winning" heißt das Album von 2001, mit dem Robbie Williams völlig neue Wege geht. Es besteht aus Cover-Versionen alter Swing-Klassiker. Die Kritiker sind begeistert, Williams wird auch für ältere Hörer zugänglich. Die Single ...
... "Something Stupid", ein Duett mit Nicole Kidman, ist eine der erfolgreichsten seiner Karriere. Das Original stammt von ...
... Williams' Vorbild Frank Sinatra und dessen Tochter Nancy.
Neben seinen erfolgreichen Alben überzeugt Robbie Williams nach wie vor durch sein Show-Talent. Bei Live-Auftritten ...
... gibt der Brite alles. Ob er sich ...
... auf dem Boden räkelt oder ...
... sich kopfüber von der Decke abseilen lässt - Robbie bringt Mädchenherzen zum Schmelzen wie in alten Boygroup-Tagen.
"Live at Knebworth" heißt eine DVD, die seine legendären Konzerte aus dem Jahr 2003 zeigt. An drei aufeinander folgenden Tagen spielte Robbie vor jeweils 125.000 Menschen. Auch sein zuvor veröffentlichtes fünftes Album "Escapology" schlägt voll ein.
Nach anstrengenden Jahren wird es ruhig um Williams. Er veröffentlicht 2004 seine Biographie "Feel". Dort spricht er offen über seine Drogenprobleme und Ängste. Auch ein "Greatest Hits"-Album erscheint, der Erfolg der vergangenen Jahre wird zum Kult.
Dann 2005 das erneute Comeback. Und es sollte ein fulminantes werden. "Intensive Care" wird über 6.000.000 Mal verkauft, die Welttour wird ein Kassenschlager. Rekord: Robbie verkaufte an nur einem Tag 1,6 Millionen Tickets für seine Konzerte.
Doch dann wieder der tiefe Fall: Die Idee, mit "Rudebox" eine Platte im Dance-Stil zu machen, entpuppt sich als eine schlechte. Das Album von 2006 floppt im Vergleich zu seinen Vorgängern. Dazu ein weiterer ...
... schwerer Schlag: Die "Take That"-Comeback-Scheibe "Beautiful World" - ohne Robbie - schlägt seine Auskopplung um Längen.
Robbie kauft sich 2007 eine Villa in Los Angeles, kuriert seine Drogensucht und sucht nach UFOs, so die verwirrenden Nachrichten über den Superstar.
Doch all das ist angeblich überwunden. Anteil daran hat auch Williams' aktuelle Lebensgefährtin, die Schauspielerin Ayda Field. Und auch die Sache ...
... mit seinen ehemaligen Band-Kollegen scheint wieder ins Lot zu kommen. Angeblich hat sich Robbie mit den "Take That"-Jungs in einem Studio getroffen. Können wir ein neues gemeinsames Album erwarten?
Der 3. Februar 1959 ging in die Geschichte ein als "Day the music died". Buddy Holly ("Peggy Sue"), einer der wohl bedeutendsten Rock-’n’-Roll-Pioniere, ...
Ritchie Valens ("La Bamba") und ...
Jiles Perry Richardson, alias "The Big Bopper" ("Chantilly Lace"), starben beim Absturz ...
eines Kleinflugzeuges, mit dem sie nach einem Konzert im Ballsaal von Clear Lake (Iowa, Bild) zu ihrem nächsten Auftrittsort Moorhead (Minnesota) fliegen wollten.
Doch kurz nach dem Start stürzte die Maschine vom Typ "Beechcraft Bonanza" in dichtem Schneetreiben ab.
Holly und seine Musiker-Kollegen Ritchie Valens und Jiles Perry Richardson kamen dabei ums Leben.
Die Bestürzung war damals weltweit riesig und beherrschte die Zeitungsschlagzeilen.
Auf einen Schlag hatte die Musikwelt drei der ganz großen Künstler verloren.
Insbesondere die Musikwelt war schockiert. Andere Künstler wie Eddie Cochran ("Teenage Heaven") brachten ihre Bestürzung auch musikalisch zum Ausdruck, etwa in Cochrans Song "Three Stars".
Weltbekannt wurde auch Don McLeans, zuletzt von Madonna gecoverter, Song "American Pie", in dem es in einer Strophe heißt: "But something touched me deep inside, The day the music died."
An der Absturzstelle hat der Buddy-Holly-Fan und Künstler Ken Paquette 1988 ...
ein metallenes Denkmal errichtet. Die Gitarre und die drei stählernen Schallplatten tragen die Namen und die bekanntesten Songtitel der drei Künstler.
Beigesetzt wurde Buddy Holly auf dem Friedhof seiner Heimatstadt Lubbock (Texas).
Eine Statue erinnert dort an den großen Sohn der Stadt und ...
den im Alter von erst 22 Jahren viel zu früh verstorbenen Pionier des Rock-’n’-Roll.
Sein Grab ist zur Pilgerstätte von jährlich Tausenden Rock-’n’-Roll-Fans geworden.
Sie erhalten das Gedenken wach an Holly, Valens, Richardson und den Tag, an dem 1959 "die Musik starb".
Die Grünen wollen den Tausch von Musikdateien im Internet teilweise legalisieren. "Ich halte eine Form von Bagatellgrenze für sinnvoll", sagte der Grünen-Politiker und Hamburger Justizsenator, Till Steffen, zur Übernahme des Vorsitzes in der Konferenz der Justizminister von Bund und Ländern. Eine professionelle und kommerzielle Nutzung solle aber weiterhin strafbar bleiben.
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Kultur-Flatrate Der Grünen-Parteivorstand habe bereits im vergangenen Jahr die Einführung einer Kultur-Flatrate angeregt, sagte Steffen. Denkbar wäre demnach, ähnlich wie bei den Gema-Gebühren eine Abgabe auf den Kauf von internetfähigen Geräten zu erheben. Eine strafrechtliche Verfolgung jedes illegalen Downloads sei ohnehin nicht möglich, ergänzte der Justizsenator.
Zudem sei schon früher der Austausch von Musik legal gewesen, indem bei dem Verkauf von Leerkassetten eine Abgabe erhoben worden sei. "Ich halte nichts davon, mit der Staatsanwaltschaft in die Kinderzimmer einzumarschieren", bekräftigte Steffen. Sich gegenseitig mit Musik zu versorgen, sei ein "ganz normaler kultureller Vorgang".
Musikindustrie fordert bessere Verfolgung Der Bundesverband Musikindustrie sieht allerdings bei den illegalen Downloads nach wie vor den Hauptgrund für den seit Jahren anhaltenden Umsatzrückgang. 2008 wurden demnach 316 Millionen Songs in Deutschland illegal aus dem Internet geladen, für 2009 liegen noch keine Zahlen vor. Allerdings zeigt ein Konzept aus Aufklärung, Abschreckung und Abmahnung laut Geschäftsführer Stefan Michalk Erfolge: So sei die Zahl illegaler Downloads von über 600 Millionen im Jahr 2003 deutlich zurückgegangen.
Die deutsche Musikindustrie wünscht sich von der Bundesregierung einen energischen Einsatz gegen Raubkopierer, wobei der konkrete Weg dazu noch offen ist. "Wir wünschen uns ein Warnmodell, das mit Sanktionen verbunden ist", sagte Michalk. Der Versand von Warnhinweisen an die Nutzer sei der effizienteste Weg. Das zeigten Erfahrungen aus Frankreich und Großbritannien. Datenschutz dürfe dabei "nicht zur Tarnkappe im Netz" werden, betonte der Verbandschef.
(Zacharias Zacharakis, APD, N24)
07.01.2010 16:09 Uhr
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