Der Kabelkönig kommt

Malone greift nach deutschen Kabelnetzen

Der US-Medienmogul John Malone will auf lange Sicht gesehen alle großen deutschen Kabelanbieter übernehmen. Nach Unitymedia hat sich Malone Kabel Baden-Württemberg auf die Einkaufsliste geschrieben.

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John Malone wollte bereits 2001 für 5,5 Milliarden Euro das Kabelnetz der Telekom übernehmen.

Der US-Medienmogul John Malone will sich nach Informationen des "Handelsblattes" zum deutschen Kabelkönig aufschwingen. Langfristiges Ziel des Amerikaners sei es, alle großen deutschen Kabelanbieter zu übernehmen, berichtete die Wirtschaftszeitung unter Berufung auf das Umfeld von Malones Konzern Liberty Global. Erst im vergangenen Jahr hatte Malone für 3,5 Milliarden Euro den zweitgrößten deutschen Kabelanbieter Unitymedia erworben. Die Übernahme muss allerdings noch von den Kartellbehörden genehmigt werden.

Kabel Baden-Württemberg im Visier

Als nächstes Ziel habe der Unternehmer den Anbieter Kabel Baden-Württemberg im Visier, berichtete das "Handelsblatt". Mittelfristig stehe aber auch Marktführer Kabel Deutschland auf dem Einkaufszettel Malones. Schon 2001 hatte der Amerikaner für 5,5 Milliarden Euro das komplette deutsche Kabelnetz von der Deutschen Telekom übernehmen wollen. Doch war sein Plan damals am Widerstand des Bundeskartellamtes gescheitert.

"Eine goldene Banane"

Doch gehen die Kabelkonzerne nach Angaben des "Handelsblattes" davon, dass der Widerstand der Wettbewerbshüter in den nächsten Jahren durch das Zusammenwachsen des Kabel-TV- und des Telefon-Marktes aufgeweicht werden dürfte. Schon der Erwerb von Kabel Baden-Württemberg wäre für Malone laut "Handelsblatt" eine wichtige geographische Abrundung für sein Deutschland-Geschäft.

"Der Kauf von Kabel BW wäre wie eine goldene Banane, die von den Niederlanden über Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg bis in die Schweiz und nach Österreich reichen würde", zitierte das Blatt Unternehmenskreise. Die Malone-Holding Liberty Global will sich nach Angaben der Wirtschaftszeitung zu weiteren Zukäufen in Deutschland allerdings nicht äußern. Ein Sprecher in London habe lediglich auf die Aussagen vom November vergangenen Jahres verwiesen, nachdem derzeit keine weiteren Zukäufe geplant seien, berichtete das Blatt.

(apn, N24)

11.01.2010 12:05 Uhr

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