Israels Josef Fritzl

Guru soll Frauen und Kinder versklavt haben

Der israelische Sektenguru Goel Razon soll Frauen und Kinder jahrelang versklavt und vergewaltigt haben. Jetzt wurde er nach Beschwerden einiger Opfer von der Polizei verhaftet.

Sie benötigen einen Flashplayer, mindestens in Version 8 sowie aktiviertes JavaScript.

Alternativ können Sie sich die Medien-Inhalte (Bilder und Videos) über folgende Links direkt ansehen:

Video: Israels Josef Fritzl - Guru soll Frauen und Kinder versklavt haben
Mord durch Unterlassen, Freiheitsberaubung, Sklaverei, Nötigung und Inzest. Im "Jahrhundertprozess" gegen ...
... Inzest-Vater Josef Fritzl ist in St. Pölten das Urteil gefällt worden.
Vor dem Gerichtssaal drängten sich während des viertägigen Prozesses Medienvertreter aus aller Welt.
Abgeschirmt von der Öffentlichkeit ...
... begann der Prozess mit der Vernehmung des 73-Jährigen. Dieser wollte sich zunächst nicht des Mordes an einem seiner mit seiner Tochter gezeugten Kinder für schuldig bekennen.
Am dritten Verhandlungstag bekannte er sich allerdings zu allen Anklagepunkten.
Während Staatsanwältin Christiane Burgheiser in ihrem engagierten Plädoyer die Höchststrafe für den Angeklagten forderte ...
... fanden sich vor dem Gerichtssaal ...
... verschiedene Prostestgruppen ein, die auf ein ...
... hartes Urteil drängten. Fritzls Anwalt, Rudolf Mayer, hob in seinem Plädoyer hervor, dass sein Mandant 24 Jahre lang Schuldgefühle gehabt habe.
Eva Plaz, Rechtsbeistand der Opfer, argumentierte, das Geständnis Fritzls dürfe sich bei der Schwere der Taten nicht strafmildernd auswirken.
Am vierten Verhandlungstag sprachen die Geschworenen Josef fritzl in allen Punkten schuldig.
Richterin Andrea Humer verlas das Urteil: "Lebenslänglich" für den Inzest-Täter.
"Jahrhundertprozess" gegen das "Inzest-Monster": Im 23.000-Seelen-Städtchen Amstetten hat Fritzl seine Tochter ...
... in einem Kellerverlies gefangen gehalten und schwer sexuell missbraucht. Sieben Kinder brachte Elisabeth zur Welt, von denen sechs überlebten.
Der Fall kam ans Licht, als eine junge Frau in lebensbedrohlichem Zustand in das Amstettener Krankenhaus eingeliefert wurde. Ratlos an welcher Krankheit die damals 19-Jährige leiden könnte...
... machte man sich auf die Suche nach der Mutter. Dabei wurde das Haus der Familie Fritzl und das Verlies, in dem Elisabeth, die Mutter der Kranken, unvorstellbare Qualen erleiden musste aufgespürt.
Die grausamen Details: Seit ihrem 13. Lebensjahr soll Fritzl seine Tochter in diesem nur 1,70 Meter hohen Kellerverlies eingesperrt und immer wieder missbraucht haben. In dem Verlies gebar Elisabeth sieben Kinder.
Das Verlies hatte Josef Fritzl unter einem Teil des Gartens angelegt.
Es ist rund 60 Quadratmeter groß und karg eingerichtet.
Auch ein einfaches Badezimmer ist vorhanden.
Der Fall lässt Erinnerungen an den von Natascha Kampusch wach werden, die acht Jahre lang...
von ihrem Entführer Wolfgang Priklopil in einem Kellerbunker...
gefangen gehalten wurde. Priklopil versorgte das Mädchen mit Büchern und Nahrung, schottete sie komplett von der Außenwelt ab.
Wie im Fall Fritzl war das Verließ perfekt versteckt unter dem Anwesen und schalldicht isoliert.
So konnte jahrelang die gutbürgerliche Fassade aufrecht erhalten werden.
Bei einem gemeinsamen Ausflug gelang Natascha Kampusch die Flucht.
Der Fall sorgte nicht nur in Österreich für Aufsehen. Schnell erwuchs daraus ein innenpolitischer Skandal. Zweifel am Fahndungsverlauf wurden laut.
Nach ihrer Befreiung gab die junge Frau zahlreiche Interviews. Sogar eine Hollywood-Verfilmung ihres Schicksals soll angedacht sein.

Versklavung, Vergewaltigung, Inzest: Unter diesem Verdacht hat die israelische Polizei einen Mann verhaftet, der mindestens 17 Frauen und 37 Kinder in einen sektenartigen Harem gefangengehalten haben soll. Einige seiner Kinder soll der etwa 60 Jahre alte Goel Razon mit seinen eigenen Töchtern gezeugt haben, wie die Polizei mitteilte. Die Beamten schlugen bereits am Dienstag zu und stürmten die mindestens drei Wohnungen des selbst ernannten Heilers im Großraum Tel Aviv. Die Razzia wurde erst nach Ablauf einer Nachrichtensperre öffentlich bekannt.

Name Razons eintätowiert

Der Guru - ein weißhaarige Lockenkopf mit buschigem, weißen Bart - soll das Geld der Frauen kontrolliert und sie misshandelt haben, wenn sie sich seiner Kontrolle entziehen wollten. Die Ermittlungen gegen Razon, dessen Vorname Goel im Hebräischen "Erretter" bedeutet, laufen schon länger, doch fehlte der Polizei nach eigenen Angaben bisher die juristische Handhabe gegen den Mann. Erst ein kürzlich verabschiedetes Gesetz gegen Menschenhandel ermöglichte jetzt den Zugriff. Razons Anwältin wies die Vorwürfe zurück und erklärte, die Frauen seien nicht gegen ihren Willen festgehalten worden und hätten jederzeit gehen können, wenn sie wollten. Der Sex sei stets in gegenseitigem Einvernehmen erfolgt. "Er mag zwar anders sein, aber er ist kein Krimineller", sagte Anwältin Schlomsion Gabai.

Bereits im vergangenen Jahr hatte das israelische Fernsehen eine Dokumentation über Razon gezeigt. Damals war sogar von 32 Frauen und 89 Kindern in den Wohnungen des Gurus die Rede. Gezeigt wurden Frauen, die sich seinen Namen ins Gesicht und auf ihren Körper hatten tätowieren lassen. Porträts zeigten ihn engelsgleich. Viele der Kinder tragen Razons Vornamen Goel in der einen oder anderen Form. Der selbst ernannte Heiler erklärte damals, die Frauen lebten aus freien Stücken bei ihm. Aufnahmen zeigten, wie sie ihm das Haar kämmten und ihn fütterten.

Sex mit eigenen Kindern

Laut Polizei lebten in einer der insgesamt drei Wohnungen bis zu zehn Frauen und 16 Kinder in furchtbaren Zuständen. Alle gestürmten Appartements waren dunkel, verdreckt und heruntergekommen. Razon überwachte die Bewegungen von Frauen und Kindern von seiner eigenen Wohnung aus, wie Polizeisprecher Micky Rosenfeld erklärte. Dort habe der Guru dann auch Sex mit den Frauen gehabt, von denen einige seine eigenen Kinder gewesen seien. "Die Frauen verstanden nicht wirklich, in welcher Situation sie steckten. Sie verstanden nicht, was Freiheit ist", sagte Rosenfeld.

Die Frauen gingen laut Polizei zur Arbeit und lieferten dem Guru ihren Lohn ab. Razon führte ein Buch mit genauen Verhaltensregeln. So war es den Frauen beispielsweise verboten, ohne Erlaubnis zu telefonieren. "Jedes Mal, wenn sie sich nicht an das hielten, was er sagte, mussten sie ihm eine Strafe zahlen", berichtete Rosenfeld. Razon wurde festgenommen, nachdem drei der Frauen sich beim Sozialamt über ihn beschwerten. Die Behörde leitete die Klagen der Frauen an die Polizei weiter.

(APN, N24)

16.01.2010 15:53 Uhr

N24 in den Sozialen Netzwerken:

N24 auf Facebook N24 auf Twitter N24 auf Google+
SchließenSchließen Artikel versenden

Name des Absenders*:

E-Mail-Adresse des Empfängers*:


Ihre Mitteilung an den Empfänger:

Es gelten unsere Allgemeinen Nutzungsbedingungen

Sie befinden sich in: Nachrichten » Panorama