Der Telekomanbieter Freenet hat Interesse an einer Übernahme des größeren Wettbewerbers Debitel. Entsprechende Medienberichte bestätigte das Unternehmen am Mittwoch. Mit der Akquisition könnte Freenet seine Mobilfunksparte stärken, hieß es aus Expertenkreisen. Von einer Bündelung der Geschäfte verspreche sich Freenet-Chef Eckhard Spoerr einer bessere Position bei den Verhandlungen mit den Netzbetreibern sowie Synergien, mit denen die Gewinnmarge gesteigert werden soll.
Diese ist durch den Verfall der Mobilfunktarife unter Druck geraten. Freenet hatte schon vor einiger Zeit eine Übernahme von Debitel geprüft, das Vorhaben dann aber wegen des geforderten Preises verworfen. Laut dem Magazin ist sich der Finanzinvestor Permira, dem Debitel gehört, mit Spoerr nun weitgehend einig. Freenet biete zwischen 1,4 und 1,5 Milliarden Euro. Permira hatte die Stuttgarter Debitel AG Mitte 2004 für 640 Millionen Euro von Swisscom übernommen.
Verkauf des DSL-Geschäfts
Freenet wie auch Permira lehnten einen Kommentar dazu ab. Bei Debitel war zunächst niemand für eine Stellungnahme erreichbar. Dem Bericht zufolge will Spoerr den Kauf des Mobilfunkanbieters durch die Veräußerung des DSL-Geschäfts finanzieren. Freenet hatte die Sparte kürzlich zum Verkauf gestellt, für die sich laut Spoerr mehrere Interessenten gemeldet haben. Neben United Internet gelten Versatel und Telefónica als mögliche Bieter. Mit der Trennung würde sich Freenet auf das Handy-Geschäft konzentrieren.
Debitel ist mit einem Umsatz von knapp 3 Milliarden Euro und 13,2 Millionen Kunden Europas größter Zwischenhändler von Mobilfunkverträgen. Freenet kommt auf 5,7 Millionen Handy-Kunden. Debitel-Chef Oliver Steil hatte zuletzt einen Gang an die Börse als mögliche Variante für einen Ausstieg von Permira beschrieben. In den Kreisen hieß es, dass ein Börsengang angesichts der schwachen Kapitalmarkts wenig Aussicht auf Erfolg haben würde.
(dpa, N24)
26.03.2008 17:53 Uhr








