Radsport: Dopingsünder

Sinkewitz soll saftige Strafe zahlen

Saftige Strafe für Radprofi Patrik Sinkewitz: Der Ex-T-Mobile-Fahrer soll wegen früherer Dopingvergehen rund 80.000 Euro Schadensersatz an den ehemaligen Sponsor Förstina zahlen.

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Doping-Sünder Sinkewitz soll Schadensersatz an den ehemaligen Sponsor Förstina zahlen.
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Der kanadische Ex-Sprinter Ben Johnson galt – genauso wie sein größter Konkurrent Carl Lewis – als Ausnahmeathlet. 1988 kann Johnson Lewis bei den Olympischen Spielen in Seoul im 100-Meter-Lauf schlagen. Allerdings wird bei ihm kurz darauf …
… die Einnahme des muskelaufbauenden anabolen Steroids Stanozonol nachgewiesen. Die Sportwelt ist erschüttert. Johnson muss seine Goldmedaille an Lewis abtreten und wird zwei Jahre lang von Wettkämpfen ausgeschlossen.
Unwissentliches Doping-Opfer: Die frühere DDR-Athletin Heidi Krieger - 1986 Europameisterin im Kugelstoßen – wird seit ihrer Jugend im Rahmen des DDR-Dopingsystems so stark mit androgenen Hormonen versorgt, dass sich ihr Körper verändert.
Krieger unterzieht sich einer Geschlechtsumwandlung, wird zu "Andreas". Mit anderen betroffenen Sportlern tritt er im Jahr 2000 gegen den ehemaligen ostdeutschen Sportchef Manfred Ewald als Nebekläger auf. Ewald wird zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.
Doping konnte ihr nie nachgewiesen werden, verstummen wollten die Gerüchte diesbezüglich aber nie. Als Florence Griffith Joyner 1998 unerwartet stirbt, heizt ihr Tod die Spekulationen wieder an.
"Die schnellste Frau der Welt" hält seit 1988 mit 10,49 und 21,34 Sekunden bis heute die Weltrekorde im 100- und 200-Meter-Lauf bei den Frauen. Mit Charme, Schönheit und Extravaganz – ihr Markenzeichen waren ihre bunt bemalten Fingernägel - wurde sie ...
... zum Publikumsliebling der USA. Gerüchte, dass ihre enorme Zunahme an Muskelmasse mit der Einnahme von Anabolika und Wachstumshormone zusammenhing, hielten sich hartnäckig.
Allerdings wurde sie niemals positiv getestet.
Da strahlte sie noch – später wurde sie als erste Sportlerin im Zusammenhang mit Doping zu einer Haftstrafe verurteilt: Ex-Weltklasse-Sprinterin Marion Jones bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2004 in Athen nach ihrem Sieg über 100 Meter.
Vier Jahre zuvor hatte die Amerikanerin bei den Olympischen Spielen in Sydney 2000 fünf Medaillen geholt – der Höhepunkt ihrer Sportlerkarriere. Diese fand 2007 ein Ende, als Jones vor dem US-Bundesgericht zugab, zwei Jahre lang Steroide genommen zu haben
Die Vorwürfe hatte sie 2003 vor einem Untersuchungsausschuss noch abgestritten. Wegen zweimaliger Falschaussage wird Jones zu einer sechsmonatigen Haftstrafe und 800 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt. Ihre Medaillen werden ihr abgesprochen.
Sein Fall ging als die "Zahnpasta-Affäre" in die Geschichte ein. Dem Langstreckenläufer Dieter Baumann wurde 1999 bei einer Dopingkontrolle die Substanz Nadrolon nachgewiesen. Baumann, als vehementer Gegner des Dopings bekannt, beteuerte seine Unschuld.
In der Tat wurden in einer präparierten Zahnpastatube Baumanns anabole Steroide gefunden, eine von ihm eingereichte Haarprobe ist ohne Befund. Der deutsche Leichtathletik-Verband sprach den Olympiasieger von 1992 vom Vorwurf des Dopings frei.
Allerdings sperrt ihn der Internationale Leichtathletik-Verband IAAF bis Januar 2002. Danach wird Baumann 2002 noch einmal Vize-Europameister über 10.000 Meter, beendet ein Jahr später seine Karriere. Mittlerweile arbeitet er als Kabarettist.
Dreifache Europameisterin in Split 1990, ein Jahr später Doppel-Gold im 100- und 200- Meter-Lauf bei den Weltmeisterschaften in Tokio. Die Kurzstreckenläuferin Katrin Krabbe legte eine 1A-Sportlerkarriere hin.
1992 dann der Skandal: Eine Urinprobe überführt Krabbe der Einnahme des Dopingmittels Clenbuterol. Das Medikament steht zu der Zeit zwar noch nicht auf der offiziellen Dopingliste, trotzdem sperrt der Deutsche-Leichtathletik-Verband Krabbe für ein Jahr.
Wegen unsportlichen Verhaltens wird die Sperre von der IAAF bis August 1995 verlängert. Krabbes Karriere ist beendet. 2001 verpflichtet das Landgericht München die IAAF, Krabbe einen Schadensersatz in Höhe von 1,2 Millionen Mark zu zahlen.
Jan Ullrich, Tour-Sieger von 1997, verursacht 2002 einen Unfall unter Alkoholeinfluss. Im Anschluss wird er auch auf Amphetamine positiv getestet und für sechs Monate gesperrt. Ullrich führt den Befund auf die Einnahme von Ecstasy in einer Disco zurück.
Bis heute bestreitet Ullrich Vorwürfe, in den spanischen Dopingskandal kurz vor der Tour de France 2006 verwickelt zu sein. Nachdem Ullrich mit dem Arzt Eufemiano Fuentes, der mehrere Sportler gedopet haben soll, in Verbindung gebracht wird, ...
… wird der Radfahrer von der Tour ausgeschlossen. 2007 beendet er seine Laufbahn als professioneller Radfahrer, ein Jahr später wird das Doping-Verfahren gegen ihn eingestellt.
Stolz zeigt US-Sprinter Justin Gatlin bei den Weltmeisterschaften in Helsinki 2005 seine Goldmedaille. Ein Jahr später wird der Olympiasieger und Ex-Weltrekordler über 100 Meter wegen wiederholten Dopings zu einer achtjährigen Sperre verurteit.
Mittlerweile wurde die Sperre auf vier Jahre bis 2010 reduziert. Sein einstiger Weltrekord über 100 Meter wurde annuliert, ebenso wie seine Wettkampfergebnisse seit dem positiven Dopingtest 2006.
Ihr Fall beherrschte erst vor kurzem wieder die Schlagzeilen: Wegen erhöhter Blutwerte, aber ohne positiven Befunde für zwei Jahre gesperrt, darf Claudia Pechstein derzeit nicht an offiziellen Trainingsmaßnahmen teilnehmen.
Der Internationale Sportgerichtshof CAS wird voraussichtlich bis Mitte August über den Eilantrag der gesperrten Eisschnelllauf-Olympiasiegerin über die Rückkehr ins Training entscheiden.
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Ein Jahr der sportlichen Höchstleistungen geht zu Ende. Begeben Sie sich mit uns auf eine Zeitreise in Bildern. Was war los in der Welt des Sports?
Im Fußball ist da vor allem die Überraschungsmannschaft der Saison 2008/2009 zu nennen. Der VfL Wolfsburg, den als Titelaspirant niemand auf der Rechnung hat, holt die Schale ...
... nach Niedersachsen. Den Erfolg haben sie im Wesentlichen Manager-Coach-Pressesprecher Felix Magath zu verdanken. Der beweist beim Zusammenstellen seines Teams ein gutes Händchen und ...
... zaubert mit Grafite einen brasilianischen Wunderstürmer aus dem Ärmel. Grafite wird mit 28 Treffern Torschützenkönig und sichert sich die Kanone noch ...
... vor seinem Angriffspartner Edin Dzeko (26 Tore). Ein derartig effektives Duo hat die Liga schon lange nicht mehr gesehen.
Der zweite nationale Fußball-Titel, der DFB- Pokal, geht an die Mannschaft, der Trainer Thomas Schaaf und Manager Klaus Allofs vorstehen: Werder Bremen. Die ...
... Nordlichter bezwingen im Endspiel in Berlin Bayer 04 Leverkusen und dürfen sich zu Recht feiern. Des einen Freud, ...
... des anderen Leid. Stefan Kießling hat zumindest die Nase gestrichen voll.
Die Bremer dagegen machen die Nacht zum Tag und den Tag danach zum Triumphzug durch die Innenstadt. Superstar Diego verlässt im Übrigen die Bundesliga in Richtung Italien. Der deutsche Fußball ist um eine schillernde Figur ärmer.
Der Gewinn des DFB-Pokals in Berlin ist für Werder deshalb eine besondere Genugtuung, weil ihnen zehn Tage zuvor ein anderer Titel, der UEFA-Pokal durch die Lappen gegangen ist. In Istanbul müssen sich die Werderaner der Mannschaft von ...
... Schachtar Donnezk geschlagen geben.
Die Bundesliga-Kicker sind am Boden zerstört.
Wie jedes Jahr besonders im Fokus der Fußball-Welt: der FC Bayern München. Und was war da nicht alles los. Zu Jahresbeginn saß noch Jürgen Klinsmann als Trainer im Sattel. Die Fans hatte er nach immer schlechteren Leistungen nicht mehr auf seiner Seite.
Auch Manager Uli Hoeneß mochte nicht mehr hinsehen. Und der schwäbische Erfolgscoach? Er wirkte zunehmend ratlos. Am ...
... 27. April, kurz vor Saisonende, kommt es, wie es kommen musste. Klinsi muss gehen. Für ihn ...
... springt Altmeister Jupp Heynckes (r.) ein und leitet das Training mit Hermann Gerland. Aber nur vorübergehend, wie er von Anfang an betont. Trotzdem: Heynckes hat wieder Blut geleckt und trainiert in der laufenden Saison Bayer Leverkusen.
In München hat zu Saisonbeginn indessen der Niederländer Louis van Gaal die Lederhosen an - und auch der "General" hat mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Zwar verstärkte sich der Klub für so viel Geld wie lange nicht mehr, doch ...
... so richtig wollen die Akquisitionen nicht einschlagen. Mit rund 35 Millionen Euro Ablösesumme ist Mario Gomez der teuerste Transfer in der Liga-Geschichte. Doch der Nationalstürmer leidet unter chronischer Torflaute. Und für rund ...
... 25 Millionen Euro hat Bayern Real Madrid Arjen Robben abgeluchst. Doch auch der braucht - trotz souveränen Starts - zunächst ein wenig Zeit, um sich einzugewöhnen.
Im Angriff Platz machte bei den Bayern Lukas Podolski. In einer spektakulären Rückholaktion bindet der 1. FC Köln den Prinzen an seine Heimat. Fans wie Poldi selbst sind begeistert. "De Prinz kütt no hus!"
Mittlerweile ist der Euphorie Ernüchterung gewichen. Poldi fühlt sich nicht wohl, der Erfolg bleibt aus. Und der Jungstürmer trifft kaum - was auch am defensiven System von Coach Zvonimir Soldo liegen mag.
Zurück zu erfolgreicheren Kickern: Die Champions League gewinnt 2009 der FC Barcelona. Die Katalanen überzeugen durch Technik und Teamgeist und ...
... zeigen Weltfußballer Cristiano Ronaldo und seinem Verein Manchester United die Grenzen auf.
Am Jahresende darf der FC Barcelona noch einmal schadenfroh sein: Barcas Dribbelkünstler stürzt ManUs Glamourboy gleich zweimal vom Thron.
Lionel Messi wird nicht nur zu "Europas Fußballer des Jahres", sondern auch zum "Weltfußballer des Jahres" gekürt. Beide Titel hatte bis dahin ...
... sein Konkurrent Cristiano Ronaldo (seit Sommer 2009 bei Real Madrid) inne. Er erhielt zum Trost aber noch den Pukas-Preis für das schönste Tor 2009.
Da wäre noch ein Erfolgsteam zu nennen: Die Elf von Jogi Löw, die deutsche Nationalmannschaft. Im vorletzten Qualifikationsspiel gegen Russland ...
... lösten die besten Kicker der Nation das Ticket für die Fußball-WM 2010. Die Russen, ...
... angefeuert von den beiden Oberrussen Wladimir Putin und Dmitri Medwedew, haben das Nachsehen.
Die deutsche Mannschaft freut sich gemeinsam. Auch Ersatztorwart Manuel Neuer hat einen Klapps für Keeper Rene Adler übrig.
Der Triumph für die deutsche Elf wurde vom tragischen Tod des Nationalkeepers Robert Enke überschattet. Enke nahm sich am 10. November in der Nähe seines Heimatortes das Leben. Fans, sein Verein Hannover 96 und ...
... seine Kollegen aus der Nationalmannschaft reagierten bestürzt. Bei einer öffentlichen Trauerfeier in der AWD-Arena in Hannover nahmen Tausende Abschied, Enkes dickste Freunde Michael Ballack und Peer Mertesacker legten einen Kranz nieder. Als ...
... Zeichen der Trauer hielt ein Trikot Enkes beim Freundschaftsspiel gegen die Elfenbeinküste wenige Tage nach dessen Tod den Platz des verstorbenen Keepers frei. Mit Robert Enke ist nicht nur ein Ausnahmesportler von dieser Welt gegangen.
Freunde und Verwandte betonten auch den außergewöhnlichen Charakter Enkes.
2009 hat es einige weitere sportliche Highlights gegeben. Da trat zum Beispiel dieser Knuddeltyp in Erscheinung - Berlino.
Berlino ist das Maskottchen der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Berlin und wird Tag für Tag Zeuge verblüffender Leistungen. Da ist etwa der Jamaikaner Usain Bolt, der scheinbar ohne Mühe ...
... Weltrekorde (100 Meter, 200 Meter) pulverisiert und auch mit der 4x100-Meter-Staffel Gold holt. Das Phänomen Bolt geht aber über seine Sprintstärke hinaus. Er ist ...
... auch wegen seiner lässigen Art und der unglaublichen Show, die er abzuziehen pflegt, Liebling aller Zuschauer - auch wenn sich viele fragen: "Kann das mit rechten Dingen zugehen?"
Sei's drum, es gilt die Unschuldsvermutung und Usain Bolt würde natürlich sagen, dass er sich nur mit heißen karibischen Rhythmen dopt.
Aber auch deutsche Athleten laufen in Berlin zu Höchstform auf. Den bewegendsten Triumph feiert Speerwerferin Steffi Nerius. In ihrem letzten großen Wettkampf trumpft sie groß auf. Mit 67,3 Meter lässt sie die Konkurrenz hinter sich ...
... und freut sich darüber vor der beeindruckenden Kulisse des Berliner Olympia-Stadions.
Die zweite deutsche Gold-Medaille holt sich Diskuswerfer Robert Harting. Er schleudert die Scheibe auf 69,43 Meter - weit genug um ...
... sich in "Hulk"-Manier anschließend das Hemd vom Leib zu reißen. Der streitbare Cottbusser - er ist Aktivisten für DDR-Dopingopfer während der WM-Tage hart angegangen - ist Weltmeister!
Und noch eine Weltmeisterschaft: Die Weltelite des Schwimmsport trifft sich im heißen Sommer von Rom und auch hier zeigen einige deutsche Sportler, dass sie mithalten können.
Schon seit Olympia 2008 deutscher Schwimm-Superstar ist Britta Steffen. Und die wird ihrer Favoritenrolle in Italien gerecht: Mit zwei ...
... Gold-Medaillen über 50 und 100 Meter Freistil - jeweils in neuer Weltrekordzeit.
Bei den Männern geht die Welt davon aus, dass der US-Wunderschwimmer Michael Phelps seine Dominanz von Peking wieder zeigen wird. Doch der junge Hüne hat die Rechnung ohne ...
... Paul Biedermann aus Halle gemacht. Über 200 und 400 Meter Freistil schwamm Biedermann am schnellsten und brachte die beiden nächsten Gold-Medaillen nach Deutschland.
Oft vergessen, aber was die Leistung betrifft nicht minder beeindruckend: Gold für 10-km-Langstreckenschwimmer Thomas Lurz.
Mit dem Ende der Karriere von Michael Schumacher in der Formel 1 ist der Motorsport für Deutsche uninteressanter geworden. Da schöpft die Fan-Gemeinde Hoffnung, als "Schumi" nach dem Unfall von Felipe Massa ankündigt, wieder für Ferrari ...
... ins Cockpit zu steigen. Tagelang kennen die Medien kein anderes Thema. Schumacher trainiert wieder im Formel-1-Boliden, alles scheint klar.
Am 11. August dann der Rückzieher. Gesundheitliche Probleme nach einem Motorrad-Unfall im Februar machen einen erneuten Start in der zu riskant für "Schumi". Also: Außer Spesen, nichts gewesen. Gut, dass ...
... Deutschland in der Formel 1 einen neuen Star hat: Sebastian Vettel aus Heppenheim, holde 22 Jahre jung. Der "Red Bull"-Pilot schickt sich an, in "Schumis" Fußstapfen zu treten. In der abgelaufenen Saison verpasst er nur knapp den Weltmeister-Titel.
Bis kurz vor Schluss liefert sich Vettel einen heißen Kampf mit Jenson Button (r.). Und der Brite ...
... hat am Ende die Nase vor. Doch in der Welt der Formel 1 wird ...
... nicht nur Auto gefahren. Streit, Ausstiege, Querelen prägen das Bild nach außen. Am heftigsten scheppert es ...
... bei Renault. Es wird bekannt, dass der Rennstall - zentrale Figur dort der schillernde Teamchef Flavio Briatore - 2008 einen Unfall bewusst hat herbeiführen lassen, um dem eigentlichen Hauptfahrer Fernando Alonso den Sieg zu ermöglichen.
Ein Skandal, der letztenendes für Briatore das Aus bedeutet.
Gegen das Aus kämpft dagegen 2009 Eisschnellläuferin Claudia Pechstein. Der Berlinerin wird anhand von Indizien Blutdoping vorgeworfen. Ihr Blut hatte bei einer Probe Ungewöhnliches aufgewiesen. Doping-Substanzen werden allerdings nicht nachgewiesen.
Pechstein klagt gegen ihre Sperre. Sie macht geltend, eine "angeborene leicht kompensierte Hämolyse" führe zu den Unregelmäßigkeiten. Ein Kampf, den die schnelle Frau vorerst verloren hat.
Außer den Olympischen Winterspielen können wir uns im kommenden Jahr auf ein weiteres Mega-Ereignis freuen: Die Fußball-WM in Südafrika steht vor der Tür. In diesem Sinne: sauber bleiben und auf 2010 freuen!
Ein Großer tritt von der Radsport-Bühne ab: Erik Zabel hat seinen Rücktritt erklärt.
Das Einmaleins des Leistungssports lernte er in der Kinder- und Jugend-Sportschule der DDR. Sein letztes Rennen zu Hause bestreitet Erik Zabel nun am "Tag der Deutschen Einheit" am 3. Oktober in Münster.
Für den 38-jährigen Radprofi, der vor seinem zehnten und letzten WM-Einsatz am Freitag in Varese seinen Rücktritt bekanntgab, schließt sich damit ein Kreis.
"Ich hatte in diesem Jahr viel Spaß am Radsport und konnte auf Augenhöhe mit der internationalen Konkurrenz fahren. Ich weiß nicht, ob das in einer weiteren Saison noch möglich wäre und denke, dass dies daher der richtige Moment ist, um aufzuhören."
Vom kessen Ur-Berliner "Ete" zum lange Zeit allseits respektierten Topstar der Branche führte ein langer Weg.
Nach seinem vierten Platz bei den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona ("Holzmedaille") wechselte der in Unna lebende Berliner ins Profilager zu Telekom.
In 16 Profijahren gewann er über 200 Rennen und kann bis heute beanspruchen, der nach Siegen gerechnet erfolgreichste noch aktive Profi zu sein.
Zwölfmal feierte er Etappensiege bei der Tour de France,...
… viermal gewann er den Frühjahrs-Klassiker Mailand - San Remo,…
… dreimal Paris - Tours.
Als sechsfacher Gewinner des Grünen Trikots in Serie ist Zabel immer noch Rekordhalter in der Tour-Punktewertung.
Seine lange Jahre steil nach oben führende Popularitätskurve - im Schatten von Superstar Jan Ullrich - bekam am 24. Mai 2007 nach seiner tränenreichen TV-Doping-Beichte allerdings einen Knick.
Mit seinen eher halbherzigen Bekenntnissen ("Eine Woche EPO") ging der "Marathonmann" Zabel gerade bis an die Bewährungsgrenze: "In meinem Fall war es dann so,…
… dass ich mich kurz vor der Tour de France auch dazu entschieden habe, EPO zu benutzen. Das war ein Test, es war einmalig und ich habe am Ende der ersten Tour-Woche diesen Test beendet."
"Ich habe Sie jahrelang angelogen und ich möchte mich dafür entschuldigen."
Aber die Fans und seine Familie haben dem "Sportler des Jahres" von 2001, dessen Ehrgeiz sprichwörtlich war, wohl größtenteils verziehen.
Ab 1997 spielte der zweifache Vize-Weltmeister bei Telekom hinter dem frisch gekürten Tour-Sieger Ullrich nur noch die zweite Geige.
Zabel, seit 1993 bei Telekom, verließ die Bonner vor drei Jahren, nachdem er 2005 nicht mit zur Tour genommen worden war. Er wechselte zu Milram…
... und leitete seinen langsamen Abschied aus den Top-Rängen als "Anfahrer" für Alessandro Petacchi ein.
In diesem Jahr verbuchte Zabel, dessen 16-jähriger Sohn Rik als Radsportler auch schon Meriten sammelte, bei der Valencia-Rundfahrt noch einen Saisonsieg.
"Ich hatte in diesem Jahr viel Spaß am Radsport und konnte auf Augenhöhe mit der internationalen Konkurrenz fahren. Ich weiß nicht, ob das in einer weiteren Saison noch möglich wäre und denke, dass dies daher der richtige Moment ist, um aufzuhören."
"Ich möchte mich bei allen Kollegen, Funktionären und Menschen bedanken, mit denen ich viele schöne Momente im Radsport erlebt habe." (Archivbild Zabel mit seinem Sohn 1997)
Die Tour de France ist in Frankreich so beliebt wie Baguette und Rotwein. Dem Großereignis wird entgegengefiebert - egal ob Regenwetter oder Sonnenschein. Egal ob alt...
... oder "jung".
Pure Vorfreude auf das Peloton, das "Pack", das Hauptfeld. Tag für Tag für Tag - drei Wochen lang.
Anfeuern auf die ganz besondere Art: Wladimir Efimkin bekommt hier lautstarke Tipps eines Fans.
Mal schauen, wo der Rest bleibt...
Was gibt es schöneres: Frankreich, Sonne, blauer Himmel und die Tour auf dem Weg nach Paris.
Natur pur 1: Tour-Fahrer am Col Croix de Fer während der Königsetappe hinauf nach Alpe d'Huez. Der Col Croix de Fer war der zweite Anstieg des Tages. Zuvor wurde bereits der Galibier überquert. Danach wartete der "Mythos".
Natur pur 2: Auch unechte Schönheiten gab es auf den Etappen zu bewundern.
Natur pur 3: Nicht alle Kühe sind lila. Schon gar nicht in Frankreich.
Die Tour-Experten sehen es sofort: Das Peloton überquert eine Brücke auf der 14. Etappe von Nimes nach Digne-Les-Bains.
Nicht nur über die Berge sondern auch hindurch führte die Tour de France 2008: 12. Etappe von Lavelanet nach Narbonne.
Postkarten-Feeling Tour de France 1
Postkarten-Feeling Tour de France 2
Gestatten? Stefan Schumacher, Team Gerolsteiner, und bei dieser Frankreich-Rundfahrt vom Wasserträger zum Träger des Gelben Trikot vorgefahren.
Postkarten-Feeling Tour de France 3
Postkarten-Feeling Tour de France 4
Ausreißversuch
Wo bitte ist das Peloton?
El Diablo: Der Tour-Teufel durfte auch in diesem Jahr nicht fehlen. Didi Senft ist mehr als nur ein Radsport-Fan.
Das Ziel eines jeden Radsport-Profis: Einmal im Leben als Erster über den Zielstrich einer Tour-de-France-Etappe fahren. Gelungen ist das 2008 auch dem Spanier Luis Leon Sanchez. Emotionen, die nicht in Worte zu fassen sind. Das ist die Tour de France.
L'Alpe d'Huez ist nicht nur ein Berg in den französischen Alpen. Die 21 Kehren des Anstiegs machen ihn im Radsport zum Mythos. Wer hier gewinnt, macht sich unsterblich.
Kein Wunder, dass L'Alpe d'Huez im Etappenplan der Tour de France seinen festen Platz hat: Zuletzt 2006 und nun wieder in diesem Jahr.
1952 fand zum ersten Mal eine Bergankunft der Tour de France in L'Alpe d'Huez statt.
Der italienische "Campionissimo“ Fausto Coppi siegte.
Seitdem haben sich weitere Radsportler mit einem Sieg in L'Alpe d'Huez ein Denkmal gesetzt. So etwa der italienische "Pirat" Marco Pantani. Er gewann 1995 und 1997. Der fünffache Tour-Triumphator Miguel Indurain (r.) indes siegte dort nie.
Pantani, 2004 an einer Überdosis Kokain verstorben, benötigte 1995 39:04 Minuten. Ein Jahr zuvor war er vier Sekunden schneller.
1997 stellte Pantani mit 37:35 Minuten den bis heute gültigen Rekord für die 21 Kehren auf. Allerdings wird die Zeit erst seit 1994 offiziell gestoppt. Es könnte also sein, dass vor ihm bereits jemand schneller war.
Daran konnte auch der siebenfache Tour-Gewinner Lance Armstrong nicht rütteln. Allerdings war er 2004 lediglich eine Sekunde langsamer als Pantani.
Der Amerikaner, Dauerrivale des Deutschen Jan Ullrich, hatte sich bereits 2001 in die Siegerlisten von L'Alpe d'Huez eingetragen.
Auch der spanische Bergspezialist Iban Mayo triumphierte auf dem Berg...
... 2003 konnte er danach seinen Gefühlen freien Lauf lassen.
Gewinnen konnte der Deutsche Jan Ullrich zwar nie in L'Alpe d'Huez. Mit einer Fahrzeit von 38:23 Minuten, im Jahr 1997 gefahren - dem Jahr seines Tour-Gesamtsieges - belegt er aber immerhin Platz sechs der ewigen L'Alpe d'Huez-Bestenliste.
2004 war er lediglich 14 Sekunden langsamer.
Auch im Jahr seiner knappsten Gesamtniederlage gegen Lance Armstrong - 2003 lag "Ulle" in Paris lediglich 1:01 Minuten hinter dem "Tourminator" - reichte es nicht für einen Sieg in L'Alpe d'Huez.
Die letzte Bergankunft in L'Alpe d'Huez entschied 2006 der Luxemburger Frank Schleck für sich. Er zählt bei der diesjährigen "Großen Schleife" zu den Topfavoriten auf den Gesamtsieg.
Bisher konnten nur zwei Sieger von L’Alpe d’Huez gleichzeitig auch die Gesamtwertung der Tour für sich entscheiden: Fausto Coppi 1952 sowie Lance Armstrong 2001 und 2004. Den Fans ist das egal. Sie feiern jeden Fahrer. Egal wie.
Auch wenn es wie beim Italiener Guiseppe Guerini 1999 schon einmal eng zwischen dem Sportler und Fans oder Fotografen werden kann. Trotz des Remplers konnte Guerini damals die Bergankunft für sich entscheiden.
Viel Platz bleibt - vor allem auf den letzten Kilometern - nicht für die Fahrer. Hier sieht der Franzose Patrick Nazon die Strecke vor lauter Fans kaum noch. Aber genau das ist es, was den Mytthos L'Alpe d'Huez ausmacht.
Deshalb will sich jeder Fahrer in die Siegerliste eintragen.
Aber gewinnen kann nur, wer sich auch quälen kann. Andreas Klöden kann das - beispielsweise 2006 noch im T-Mobile-Trikot. In diesem Jahr ist der Deutsche aber nicht am Start, weil das Team Astana, für das er fährt, nicht eingeladen wurde.
Am Mittwoch ist es wieder soweit: Der Mythos des "Teufelsberges" L'Alpe d'Huez erwacht wieder zum Leben.
Das weiß auch Radsportenthusiast Didi Senft - besser bekannt als "El Diablo" oder "Tour-Teufel". Er freut sich drauf.

Bei seiner Justiztour droht Radprofi Patrik Sinkewitz eine saftige Strafe. Wegen früherer Doping-Eskapaden soll er rund 80.000 Euro an einen ehemaligen Sponsor zahlen. Dieser Vergleichsvorschlag wurde ihm vor dem Zivisenat Kassel des Oberlandesgerichts Frankfurt in einem Berufungsprozess unterbreitet. Der Getränkehersteller Förstina hatte den früheren Fahrer des T-Mobile-Teams wegen Doping-Vergehen aus dem Jahr 2007 und einer deswegen unbrauchbar gewordenen Werbekampagne verklagt.

Sinkewitz hat nun bis Anfang März Zeit, sich Gedanken über das von 100.000 auf 80.000 Euro reduzierte Vergleichsangebot zu machen. Das Gericht hat eine Entscheidung für den 9. März angekündigt. Förstina signalisierte, den Vergleich akzeptieren zu wollen. "Wir wären auch mit einer Ratenzahlung einverstanden", sagte Rechtsanwalt Christian Schmitt nach der einstündigen Verhandlung in Kassel. Sinkewitz selbst erschien nicht. Sein Anwalt Axel Scheld von Alt erbat sich Bedenkzeit. Es müsse geprüft werden, ob die Summe aufzubringen sei.

Der Vorsitzende Richter Bodo Nordmeier bestätigte weitgehend die Rechtsauffassung des Landgerichts Fulda. Dort war Sinkewitz vor elf Monaten zur Zahlung von rund 100 000 Euro verdonnert worden. Das Kasseler Gericht zog bei seiner Berechnung unter anderem Kosten für Zeitungsanzeigen und Plakatdrucke ab und kam so auf 20.000 Euro weniger als die Fuldaer Justiz-Kollegen. Ursprünglich lag die Forderung des Getränkeherstellers bei etwas mehr als 300.000 Euro.

Alle Instanzen ausgeschöpft

Sinkewitz wollte die Berufung, um den Schadensersatz deutlich zu reduzieren. Diese Hoffnung erfüllte sich für den 29-Jährigen aus dem osthessischen Pilgerzell nicht. Die Taktik seines Anwalts war: Die höhere Instanz sollte prüfen, ob tatsächlich Sinkewitz persönlich haften muss oder nicht eher die von ihm gegründete GmbH, bei der die Haftung beschränkt ist. Richter Nordmeier widersprach vehement: Es sei ein "schulbuchmäßiger Fall" für eine persönliche Haftung.

Sinkewitz fährt mittlerweile für den zweitklassigen tschechischen Rennstall PSK Whirlpool. Nach einjähriger Dopingsperre feierte er sein Comeback und sicherte sich Ende Juli 2009 den Gesamtsieg bei der Sachen-Tour - ein gelungener Neuanfang auf niedriger Ebene.

Karriere bei T-Mobile-Team

Früher hatte er noch mit den Radsport-Assen konkurriert. Dabei war er 2007 im T-Mobile-Team mit Testosteron-Doping aufgeflogen. Positive Testresultate aus dem Vorfeld waren während der Tour de France bekanntgeworden. Einige Zeit später hatte er sich als Kronzeuge zur Verfügung gestellt, eine einjährige Rennsperre kassiert und verbüßt. Sponsor Förstina hatte wegen der Doping-Schlagzeilen den Vertrag gekündigt und wegen "arglistiger Täuschung" Schadensersatz verlangt.

(Jörn Perske, dpa, N24)

26.01.2010 12:50 Uhr

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