10 Euro fürs Geldabheben

Politik überprüft Banken-Abzocke

Die horrenden Gebühren für das Geldabheben an Automaten haben die Politik auf den Plan gerufen. Ein Bundestagsausschuss will jetzt die bei Banken und Sparkassen übliche Praxis überprüfen.

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Für das Abheben an fremden Geldautomaten fallen bis zu zehn Euro Gebühren an. Der Bundestag will jetzt die Praxis überprüfen.

Der Bundestag schaltet sich in die Debatte über zu hohe Bankgebühren für Abhebungen an Automaten fremder Institute ein. Der Vorsitzende des Verbraucherschutz-Ausschusses, der FDP-Politiker Hans-Michael Goldmann, plant ein Gespräch mit Vertretern von Banken und Sparkassen. Zunächst sollten sich Verbraucher- und Finanzexperten aber darüber informieren, wie sich die Entgelte zusammensetzen. Am Donnerstag hatte eine Studie offengelegt, dass Banken teilweise Mindestgebühren von bis zu zehn Euro verlangen.

"Die Entwicklung ist so schlimm, so gewinnen die Banken kein Vertrauen zurück", sagte Goldmann der "Bild"-Zeitung. "Der Kunde muss besser vor Abzocke geschützt werden." In einem ersten Schritt wolle der FDP-Politiker die Beteiligten aus der Bankenwelt und dem Bundestag zusammenbringen, sagte eine Sprecherin. Wert werde auf die Teilnahme der Sparkassen gelegt, die besonders von der Problematik betroffen seien. Denkbar sei es, zu einer Vereinbarung auf freiwilliger Basis zu kommen, um die Kosten für Verbraucher zu begrenzen. Ob der Gesetzgeber aktiv werden müsse und ob er dies nach geltendem EU-Recht überhaupt könne, stehe noch nicht fest.

Informationsdefizite in der Kritik

Schon vor dem Gespräch steht besonders die Informationspolitik der Banken und Sparkassen in der Kritik, wie die Sprecherin erklärte. "Wieso werden Kunden nicht ausreichen informiert?" Die Gebühren-Studie der FMH Finanzberatung hatte gezeigt, dass Kunden häufig beim Abheben bei einer fremden Bank nicht sehen können, wie viel Geld sie dafür bezahlen müssen. Auch Bankmitarbeiter hätten bei Tests nicht immer gewusst, wie hoch die Gebühren seien.

Die FMH-Untersuchung hatte gezeigt, dass die Gebühren für Fremdabhebungen binnen eines halben Jahres um rund 13 Prozent auf durchschnittlich 5,64 Euro stiegen. Zum Teil müssen Kunden bis zu zehn Euro Mindestgebühr bezahlen. Die Banken stellen sich für den Service gegenseitig sogar bis zu 20 Euro in Rechnung. Hintergrund ist offenbar der verschärfte Wettbewerb unter den Instituten, insbesondere zwischen ländlichen Sparkassen und Direktbanken. Verbraucherschützer hatten gefordert, die Gebühren an den tatsächlichen Kosten zu orientieren. Dies lägen bei unter einem Euro pro Abhebung.

(APN, N24)

29.01.2010 13:00 Uhr

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