Die Staatsanwaltschaft in München ist bei ihren Ermittlungen um die BayernLB auf einen millionenschweren Sponsorvertrag für ein Fußballstadion gestoßen und hat die DKB in Berlin durchsucht.
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Bei den Ermittlungen zum BayernLB-Debakel nimmt die Staatsanwaltschaft München auch eine millionenschwere Sponsor-Vereinbarung für ein Fußballstadion unter die Lupe. Eine Sprecherin der Behörde bestätigte entsprechende Berichte der "Passauer Neuen Presse" und der "Süddeutschen Zeitung". Es gehe um den Verdacht, dass der verstorbene frühere Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider als Gegenleistung für seine Zustimmung zum Verkauf der maroden Hypo Alpe Adria an die BayernLB das Sponsoring verlangt habe, sagte die Sprecherin. Dabei sollen zwei Millionen Euro geflossen sein.
Im Zusammenhang mit dem Korruptionsverdacht hatten die Ermittler die BayernLB-Tochter Deutsche Kreditbank in Berlin durchsucht. Gegen die DKB selbst würden aber keine Anschuldigungen erhoben, sagte die Sprecherin. Die bei der Razzia sichergestellten Unterlagen würden jetzt ausgewertet. Parallel dazu laufen Befragungen von Beschuldigten und Zeugen im Komplex BayernLB. Zu weiteren Details wollte sich die Sprecherin nicht äußern. In dem Stadion haben auch Spiele der deutschen Nationalelf bei der Europameisterschaft in Österreich stattgefunden.
Offiziell sei es bei der Vereinbarung um die Namensrechte für das Stadion ("Hypo Group Arena") gegangen, hieß es in der "Passauer Neuen Presse". Der Erwerb des Namens habe bereits 2007 in Österreich für Wirbel gesorgt und dem mittlerweile verstorbenen Haider den Vorwurf eingebracht, dass man sich in Kärnten durch finanzielle Zuwendungen offenbar leicht Sympathien erwerben könne, hieß es in der "Passauer Neuen Presse".
Die Staatsanwaltschaft ermittelt im Zusammenhang mit dem Kauf der HGAA wegen Untreue gegen den früheren BayernLB-Chef Werner Schmidt. Die Ermittler gehen dem Verdacht nach, dass die Landesbank unter Schmidts Führung beim Erwerb der stark in Ost- und Südosteuropa engagierten Bank bewusst einen zu hohen Preis gezahlt haben könnte. Im Dezember musste die BayernLB ihre frühere Tochter notgedrungen an Österreich abtreten.
Das Desaster hat die bayerischen Steuerzahler bereits 3,7 Milliarden Euro gekostet und soll von Februar an in einem Untersuchungsausschuss im Landtag aufgearbeitet werden. Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) kündigte unterdessen an, er wolle prüfen, warum die BayernLB trotz ihrer Milliardenverluste weiter Münchner Promi-Partys sponsert. "Ich gehe dem nach und kläre, warum und wieso", sagte Seehofer zu einem entsprechenden "Bild"-Bericht. Die Zeitung meldete, die Landesbank sei bei der Verleihung des "Diva"-Entertainment-Preises noch mit 20.000 Euro als Sponsor aktiv gewesen.