Ost-West-Führungsstreit

Gregor Gysi zu Kompromissen bereit

Die angestrebte doppelte Doppelspitze sorgt für viel Diskussion in der Linkspartei. Fraktionschef Gysi kommt dem Widerstand entgegen und sieht zwei Bundesgeschäftsführer nicht ganz zwingend.

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Kann Gregor Gysi für Ruhe sorgen? Der Fraktionschef der Linken will sich wieder politischen Aufgaben widmen und sich nicht in Selbstbeschäftigung üben.

Angesichts des Widerstands gegen das geplante neue Führungsteam der Linken hat sich Fraktionschef Gregor Gysi kompromissbereit gezeigt. Die Logik zweier Bundesgeschäftsführer sei "vielleicht nicht ganz zwingend", sagte Gysi dem "Tagesspiegel am Sonntag". Es handele sich "eben um einen Kompromiss, wir haben das in einer langen Nachtsitzung so ausgehandelt". Das heiße jedoch noch lange nicht, "dass wir das in zwei Jahren noch einmal machen."

Nach dem Rückzug des an Krebs erkrankten Parteichefs Oskar Lafontaine hatte sich die Parteiführung darauf verständigt, neben dem künftigen Vorsitzenden-Duo Gesine Lötzsch und Klaus Ernst auch zwei Bundesgeschäftsführer zu wählen. Es sollen dies die für Sachsen gewählte Bundestagsabgeordnete Caren Lay und Fraktionsvize Werner Dreibus aus Hessen sein. Sie sollen Amtsinhaber Dietmar Bartsch nachfolgen, der im Zuge seines Machtkampfs mit Lafontaine auf eine erneute Kandidatur verzichtet hatte.

Vor allem von Seiten der ostdeutschen Landesverbände hatte es Kritik an dem Vorhaben gegeben, auf dem Rostocker Parteitag zwei Bundesgeschäftsführer zu wählen. Gysi warnte vor einer Fortsetzung der Personaldebatte: "Wir haben nur zwei Möglichkeiten. Entweder wir nehmen unsere politische Aufgabe wahr, oder wir üben uns in Selbstbeschäftigung", so Gysi weiter.

(AFP, N24)

30.01.2010 14:54 Uhr

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