Sparen per Gesetz

Regierung will Arzneimittelkosten eindämmen

Gesundheitsfonds, Zusatzbeiträge, Kopfpauschale: Das Thema "kranke Kassen" ist derzeit ein Aufreger - quer durch alle Parteien. Milliarden müssen lockergemacht werden - irgendwie.

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Deutschlands kranke Kassen ... Wie kann das Gesundheitssystem gerettet werden?
Bier ist für viele Menschen der Inbegriff für Genuss und Geselligkeit. "Bier ist gesund, sagt der Arzt" - heißt es in einer Bierwerbung. Das liegt vor allem an den Inhaltsstoffen.
Bier besteht in der Regel aus Wasser, Hopfen, Gerste und Malz - der Seele des Bieres. Vor allem darin sind Vitamine, Kohlenhydrate und Mineralstoffe enthalten. Kohlenhydrate gelten als Fitmacher, da der Körper aus ihnen sehr schnell Energie gewinnen kann.
Malz liefert aber auch B-Vitamine. Die sind beispielsweise wichtig für gesundes Haar, …
… für eine reine Haut und ...
… für die Nerven. Aber genauso gut …
… wird die Blutbildung angeregt und der Butdruck gesenkt, …
… das Hörvermögen im Alter kann verbessert werden, ...
… das Sehvermögen und das gesamte …
… Immunsystem gestärkt werden. Schnupfen? Bei Biertrinkern demnach eine Seltenheit.
Außer Vitaminen enthält Bier natürlich auch Mineralstoffe wie Kalium und Magnesium. Diese werden vom Körper für Muskel- und Nerventätigkeit benötigt. Kalium ist beispielsweise wichtig für Herz- und Muskelfunktion.
Magnesium dagegen unterstützt die Muskeltätigkeit und die Reizübertragung der Nerven.
Zudem hilft Kalium auch bei der Wasserausscheidung. Das reduziert nicht nur den Blasendruck, …
… es hilft auch dabei, Magengeschwüren, Nieren- und Gallensteinen vorzubeugen.
Hopfen verleiht dem Bier schließlich die Würze. Seine Inhaltsstoffe wirken aber auch als mildes, weil natürliches, Beruhigungsmittel. Man fühlt sich entspannt, relaxt, einfach wohl und ...
… das Einschlafen fällt leichter.
Gleichzeitig kann Bier helfen, das Erinnerungsvermögen zu verbessern und …
… Osteoporose, Parkinson und - neueren Studien zufolge - auch Diabetes vorzubeugen.
Biergenuss hat eine günstige Wirkung auf den Cholesterin- und Fettstoffwechsel. Der Anteil an herz- und gefäßschützendem sogenannten HDL-Cholesterin im Blut wird erhöht ("gesundes Cholesterin") - das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko gesenkt.
Das Leben kann so verlängert werden.
Alkoholfreies Bier wiederum ist nicht nur bei Sportlern als isotonischer Durstlöscher beliebt. Es …
… fördert auch die Milchbildung und erleichtert so das Stillen: Dafür verantwortlich sind Hopfen und Gerste. Hopfen hilft zu entspannen und Gerste fördert die Produktion des Hormons Prolactin, das die Milchbildung anregt.
Bier und Gesundheit schließt sich also nicht aus. Voraussetzung ist natürlich: Maßvoller Genuss.
Wissenschaftlern zufolge gilt eine durchschnittliche Aufnahme von 20 bis 40 Gramm Alkohol pro Tag als "maßvoll".
Dies entspricht etwa einem halben ...
... bis einem Liter Bier am Tag.
Mehr sollte es dann doch nicht sein. Sonst ist die "gesundheitsfördernde Wirkung" dahin und man endet so oder ...
... so. Prost!
Video: Börse am Mittag - Millardenloch im Gesundheitsfonds

Union und FDP wollen die ausufernden Kosten für Arzneimittel per Gesetz eindämmen. Eine entsprechende Initiative kündigte der CDU-Gesundheitspolitiker Jens Spahn an. Das Potenzial könnte riesig sei: Der Pharmaexperte Ulrich Schwabe rechnete Einsparmöglichkeiten von sechs Milliarden Euro pro Jahr vor. SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier griff Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) an. Dessen Vorschläge zu einer Gesundheitsreform seien untauglich, sagte Steinmeier.

Schwabe sagte im "Focus", obwohl Deutschland der größte Arzneimittelmarkt Europas sei, würden die höchsten Preise bezahlt. Das sei "ein Schlaraffenland für Pharmaunternehmen". Allein bei Generika ließen sich 3,4 Milliarden Euro einsparen, würden die gleichen Preise gelten wie in Großbritannien oder Schweden. Eine Kostensenkung von 1,7 Milliarden Euro errechnete Schwabe für den Fall, dass Ärzte mehr billigere Analogpräparate verschreiben würden. Fast 600 Millionen Euro erstatteten Kassen weiterhin für umstrittene Präparate wie Ginkgo oder Hustenmittel.

Spahn sagte der "Welt", Schwarz-Gelb müsse «die teuren patentgeschützten Arzneimittel in den Blick nehmen und schauen, wie man hier kurzfristig nennenswert sparen kann». Bei den günstigen Nachahmerpräparaten, den sogenannten Generika, sei "die Zitrone ausgepresst".

Der Arzneimittelverband forschende Pharma-Unternehmen (vfa) forderte hingegen Korrekturen am Gesundheitsfonds. Die von Union und SPD gemeinsam beschlossene Möglichkeit von Zusatzbeiträgen mache nur Sinn, wenn die Gesetzlichen Krankenkassen voll dem Wettbewerbsrecht unterlägen, sagte Hauptgeschäftsführerin Cornelia Yzer der "Rheinpfalz am Sonntag".

Steinmeier warf Rösler im Deutschlandfunk vor, mit einer Infragestellung des Gesundheitsfonds' die Kluft zwischen reicheren und ärmeren Regionen in Deutschland zu vertiefen. "Und ich warne dringend davor, dass dieser falsche Weg hin zur Kopfpauschale gegangen wird", sagte der SPD-Politiker. Dies werde dazu führen, dass die Ungerechtigkeit der Kostenbeteiligung im Gesundheitswesen zunehme.

Rösler ermuntert zum Wechsel

Vor dem Hintergrund der umstrittenen Zusatzbeiträge ermunterte Minister Rösler die Versicherten erneut zum Kassenwechsel. "Die Kassen sind in der Pflicht, Zusatzbeiträge möglichst zu vermeiden", sagte der FDP-Politiker dem "Focus". Geschehe an diesem Punkt nicht genug, könnten Versicherte handeln: "Sonst kann man ja auch wechseln."

Laut "Spiegel" steigt das Interesse an Kassen ohne Zusatzbeiträge sprunghaft an. "Bei uns ist gerade die Hölle los", zitierte das Nachrichtenmagazin in einem Vorabbericht den Leiter der Betriebskrankenkasse BKK ALP Plus, Josef Alt. Ähnliches berichten dem «Spiegel» zufolge die Techniker Krankenkasse, die IKK Südwest und die HKK.

Die Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz der Länder, Mechthild Ross-Luttmann (CDU), dringt derweil auf den Zusammenschluss weiterer Kassen. "Die Krankenkassen sind in der Pflicht, zusätzliche Einsparpotenziale zu nutzen, bevor sie die Versicherten höher belasten. Weitere Fusionen von Krankenkassen sollten geprüft werden", forderte die niedersächsische Gesundheitsministerin in "Bild am Sonntag". Die Zusammenschlüsse müssten aber auch Garant für Einsparungen sein.

(APD, N24)

31.01.2010 21:31 Uhr

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