Laut Opel-Betriebsrat plant die Konzernleitung um Nick Reilly, 2.000 mehr Stellen abzubauen, als bisher angekündigt. Die Belegschaftsvertreter konnten Einblick in den Sanierungsplan nehmen.
Sie benötigen einen Flashplayer, mindestens in Version 8 sowie aktiviertes JavaScript.
Alternativ können Sie sich die Medien-Inhalte (Bilder und Videos) über folgende Links direkt ansehen:
Die Sanierung des angeschlagenen Autobauers Opel könnte deutlich mehr Mitarbeiter ihren Job kosten als bisher bekannt. Nach Gesprächen mit Opel-Chef Nick Reilly über das überarbeitete Rettungskonzept teilte der europäische Betriebsrat (EEF) mit: "Bei den Personalzahlen weisen die Pläne einen Abbau von 2.000 Beschäftigten mehr auf, als die Zahlen, die vom Management öffentlich genannt werden." Reilly hatte angekündigt, dass rund 8.300 der 48.000 Stellen in Europa wegfallen sollen. Die Hälfte davon soll in Deutschland gestrichen werden.
Nach den Betriebsratsangaben sieht der Sanierungsplan auch keine Ersatzeinstellungen im Bereich Entwicklung (Engineering) vor, obwohl zahlreiche Beschäftigte in Altersteilzeit gehen und viele neue Projekte zusätzlich bewältigt werden sollten.
Streit um Sanierungsbeitrag
Nach dem angekündigten Aus für den Standort Antwerpen wirft die IG Metall Opel-Geschäftsführer Nick Reilly indessen offenen Vertragsbruch vor. Die Gewerkschaft sei unter diesen Umständen nicht bereit, den Sanierungsplan für den angeschlagenen Autobauer zu unterstützen. "Die Absicht von Opel/Vauxhall, ein neu entwickeltes Opel-Modell nicht mehr in Antwerpen zu produzieren, sondern die Fertigung nach Korea zu verlagern, verstößt offen gegen vertragliche Zusagen", sagte der Erste Vorsitzende der IG Metall, Berthold Huber. Für die Produktion des Fahrzeuges in Belgien liege eine interne positive Wirtschaftlichkeitsberechnung vor.
Reilly hatte zuletzt bestritten, dass die Zusage, in Belgien einen kleinen Sportgeländewagen (SUV) zu fertigen, verbindlich gewesen sei. Nach seiner Darstellung handelte es sich lediglich um einen Plan. Die Gewerkschaft sieht das anders und lehnt den von Reilly geforderten Sanierungsbeitrag der Belegschaft von jährlich 265 Millionen Euro in den kommenden fünf Jahren ab. Es sei nicht hinnehmbar, dass die von den Arbeitnehmern geforderten Beiträge dazu missbraucht würden, Schließungskosten von Standorten und Produktionsverlagerungen zu finanzieren.
Europas Gewerkschaften schließen sich zusammen
"Die IG Metall wird darüber hinaus Beiträgen nur dann zustimmen, wenn die Arbeitnehmer dafür Sicherheiten erhalten", betonte der Gewerkschafter. Der Opel-Betriebsrat hatte als Sicherheiten für Arbeitnehmerbeiträge eine Mitarbeiterkapitalbeteiligung gefordert. Dies lehnen Reilly und der US-Mutterkonzern General Motors aber ab.
Auf Initiative Hubers lädt der Generalsekretär des Europäischen Metallgewerkschaftsbund (EMB), Peter Scherrer, alle Vorsitzenden seiner Mitgliedsgewerkschaften mit Opel-Standorten zu einem Treffen am 23. Februar nach Brüssel ein. Dort soll über gemeinsame Strategien gegen die von GM angekündigte Schließung des Standortes Antwerpen beraten werden.